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Sonne oder Regen? So entsteht die Wettervorhersage

02.01.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Muss ich morgen einen Regenschirm mitnehmen? Oder scheint den ganzen Tag die Sonne? Meteorologen sagen das Wetter vorher – mit Hilfe von Super-Computern.

„Heute kann es regnen, stürmen oder schneien“, heißt es in einem Lied. Ja was denn nun? Scheint vielleicht sogar die Sonne? „Ganz sicher können wir uns nie sein“, sagt Clemens Simmer. Er ist Professor für Meteorologie an der Universität Bonn. Meteorologie heißt die Wissenschaft, die sich mit dem Klima und dem Wetter beschäftigt. Clemens Simmer kennt sich also aus mit Wettervorhersagen. Und solche Vorhersagen zu machen, ist verflixt kompliziert. Dafür brauchen die Forscher viel Technik: „Die Meteorologie benötigt die größten Computer, die es auf der Welt gibt“, sagt Clemens Simmer. Denn um das Wetter von morgen vorauszusagen, muss man unvorstellbar viele Daten in die Rechner einspeisen: Zum Beispiel wie warm es gerade an verschiedenen Orten ist, wie feucht es ist. Oder wie stark der Wind weht. Bei ihren Berechnungen benutzen die Computer Modelle. Dinge, die eigentlich riesig sind, werden vereinfacht im Kleinen nachgestellt. Zum Beispiel stellen die Programme die Deutschland-Karte als großes Schachbrett dar – mit vielen Kästchen. Und die Rechner berechnen die Wetter-Daten nur für bestimmte Punkte der einzelnen Kästchen. Das ist immer noch ziemlich ungenau, erklärt Clemens Simmer: „Jedes Kästchen im Modell ist eigentlich drei Kilometer breit. Da kann man nicht einmal einzelne Wolken erkennen.“ Deshalb kann man auch nicht sagen, wo zum Beispiel die ersten Regentropfen fallen. Aber ob es morgen bei dir zu Hause überhaupt regnet oder wie warm es ungefähr wird – das können Meteorologen ziemlich sicher voraussagen. Eine genauere Vorhersage wäre zwar kein Problem. Aber dann müssten die Kästchen im Computer-Modell noch viel, viel kleiner sein, sagt Clemens Simmer. Und das wäre ziemlich unpraktisch: „Denn dann müssten die Computer ja deutlich mehr rechnen. Und die Wettervorhersage für morgen wäre erst nächste Woche fertig.“

Wettersatelliten kreisen in großer Höhe um die Erde und liefern Daten zur Erde. Foto: EADS

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