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Sommercamp gegen Stottern

11.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jan Dierks sitzt auf einer großen Wiese und konzentriert sich. In seinem Schoß liegt ein Bilderbuch. Einige Leute haben sich um ihn herum versammelt. Sie beobachten den 25-Jährigen aufmerksam. Schließlich blickt er auf und erzählt langsam und mit klarer Stimme, was er auf den Seiten des Buches sieht.

Klingt nach einer einfachen Übung? Für Jan Dierks ist sie eine Herausforderung. Er will lernen, sein Stottern in den Griff zu bekommen. Deshalb trifft er sich mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland zu einem Sommercamp. Es dauert zwei Wochen und findet im Dorf Wölpinghausen in Niedersachsen statt.

„Stottern wird meist als Unsicherheit abgetan, dabei stimmt das oft nicht“, meint Jan Dierks. Er sagt, dass es eine Krankheit ist – und geht recht cool damit um. Manchmal kann es aber auch passieren, dass sich jemand deswegen nicht mehr traut, ans Telefon zu gehen, Brötchen zu holen oder sich im Unterricht zu melden. In Deutschland leiden rund 800 000 Menschen an dieser Sprachstörung, schätzen Fachleute.

Jan Dierks ist schon zum zweiten Mal in so einem Camp. Heute steht Yoga auf dem Programm. Er streckt die Arme in Höhe, holt tief Luft und beugt sich weit nach unten. Er und die anderen lernen unter anderem, ruhig zu atmen, langsam zu sprechen und sich zu entspannen.

Uni-Forscher haben herausgefunden, dass das Camp den meisten Stotterern richtig guttut. Auch bei Jan ist es schon viel besser geworden. „Es ist zwar wirklich schön hier, aber ich hoffe nicht, dass ich noch mal herkommen muss“, sagt er ohne zu stocken und lacht.

Jan Dierks will lernen, sein Stottern in den Griff zu bekommen. Deshalb trifft er sich mit anderen jungen Leuten aus ganz Deutschland zu einem Sommercamp. Foto: Christiane Gläser

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