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Soldat werden als Beruf oder Pflicht

06.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei der Bundeswehr arbeiten, das machen Menschen freiwillig. Bis vor ein paar Jahren war das jedoch für junge Männer eine Pflicht. Ob das wieder so sein soll, darüber wird jetzt diskutiert.

Wer heute zur Bundeswehr geht, tut das freiwillig. Das war nicht immer so. Foto: Arno Burgi
Wer heute zur Bundeswehr geht, tut das freiwillig. Das war nicht immer so. Foto: Arno Burgi

(dpa) - Sie sollen unser Land schützen: Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr. Das gilt vor allem vor Feinden aus anderen Ländern. Die Bundeswehr ist aber auch im Ausland im Einsatz. Dort sollen Soldaten etwa helfen, ein Land mit Problemen wieder sicherer zu machen oder Terroristen zu bekämpfen.

Zur Bundeswehr gehört auch die Marine, also Soldaten, die auf dem Meer im Einsatz sind. Foto: Jens Büttner
Zur Bundeswehr gehört auch die Marine, also Soldaten, die auf dem Meer im Einsatz sind. Foto: Jens Büttner

Dazu werden sie ausgebildet. Soldat oder Soldatin zu sein, ist also ein Beruf. Den üben bei uns in Deutschland mehr als 180 000 Menschen aus. Sie haben sich diese Arbeit ausgesucht. Bis vor einigen Jahren war es aber nicht so freiwillig, zur Bundeswehr zu gehen.

Wehrpflicht für junge Männer

Denn es herrschte Wehrpflicht für junge Männer. Wer gesund war, musste für einige Zeit zur Armee und zum Beispiel lernen, mit einer Waffe umzugehen. Wer das nicht wollte, musste dann einen anderen Dienst leisten, etwa in einem Altenheim.

Diese Wehrpflicht wurde vor neun Jahren abgeschafft. Denn die Bundeswehr sollte eine Berufsarmee werden. Einige Politikerinnen und Politiker meinten nun am Wochenende, ob es nicht gut wäre, zur Wehrpflicht zurückzukehren.

Unterschiedliche Menschen in der Armee

Der Gedanke ist wohl: So würden mehr unterschiedliche Menschen in die Armee gehen und sich damit den Rechten und Regeln in Deutschland verbunden fühlen.

Denn in einer besonderen Bundeswehr-Truppe sind große Probleme bekannt geworden. Einige Soldaten hatten sich rechtsextrem verhalten, etwa einen verbotenen Gruß gezeigt. Rechtsextreme lehnen zum Beispiel den Gedanken ab, dass alle Menschen bei uns gleich viel wert sind. Sie sind oft gegen den Staat, so wie er jetzt ist.

In dieser besonderen Gruppe bei der Bundeswehr soll jetzt viel verändert werden. Aber manche Politiker meinen auch: Es würde dagegen helfen, dass sich Rechtsextreme in der Bundeswehr breit machten, wenn wieder mehr junge Männer dort hingehen müssten. Andere sind aber dagegen. Sie meinen, die Wehrpflicht hätte nichts mit den Problemen in einigen Teilen der Bundeswehr zu tun.

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