Paulas Nachrichten

So macht man ein Parfüm

21.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Als Erstes mische ich einen sogenannten Fond“, sagt Parfümeur Lutz Lehmann. Das ist so eine Art Parfüm-Grundsuppe. Will er ein blumiges Parfüm bauen, nimmt er dafür zum Beispiel Düfte von Maiglöckchen oder Rosen. Aus diesen Duftbausteinen mischen Experten ausgefallene Parfüm-Düfte.

„In einem Parfüm können bis zu 200 verschiedene Duftbausteine sein“, sagt Lutz Lehmann. Aber es ist nicht nur wichtig, welche Düfte darin sind – sondern auch, wie viel davon. So wie bei einem Kochrezept.

Hat er den Fond gemischt, teilt Lutz Lehmann ihn in 20 kleine Glasfläschchen auf. Dann probiert er: Was passiert, wenn man in eine Flasche Ylang-Ylang-Duft gibt? Das ist eine Pflanze aus Madagaskar. Ein paar Tropfen ins erste Fläschchen, ein bisschen geschüttelt, und dann – warten. „Der Duft muss erst reifen“, sagt Lutz Lehmann. Gleich nach dem Reinkippen würde er nichts riechen. Erst nach drei Tagen schnuppert er an der Flasche. Riecht es gut, gibt er den nächsten Duft rein – zum Beispiel Nelke. Dann muss er wieder warten. Und so weiter.

Wenn ein Duft nicht gut riecht, muss er alles wegschütten. Und wieder dort anfangen, als der Duft noch gut roch. Deshalb notiert sich Lutz Lehmann genau, wie viel er wovon in die Fläschchen gegeben hat. „Bei so vielen Stoffen kann ich mir das nicht merken“, sagt er. Diese Notizen sind am Ende das Kostbarste: das Rezept eines Parfüms. Etwa ein halbes Jahr braucht Lutz Lehmann, um ein neues Parfüm zu basteln. Er nennt das „einen Duft komponieren“. Weil das so ähnlich ist, wie sich ein Lied am Klavier einfallen zu lassen.

Mit einem solchen Mörser kann man Bestandteile von Pflanzen zerkleinern. Foto: Maria Rossbauer

Paulas Nachrichten