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So lebten die Wikinger in Haithabu

14.09.2019 00:00, Von Maria Berentzen — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Wikinger-Museum vermittelt Schauspieler, wie das Leben vor etwa 1000 Jahren aussah

In einem Museum kann man hautnah erleben, wie der Alltag der Wikinger im Ort Haithabu früher aussah: Sie stellen etwa Glasperlen und Spielsteine her. Nachts mussten sie in den Häusern eng zusammenrücken.

Im Museum in Haithabu bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Wikinger vor etwa 1000 Jahren gelebt haben.
Im Museum in Haithabu bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Wikinger vor etwa 1000 Jahren gelebt haben.

BUSDORF/SCHLESWIG (dpa). Steige ein in eine Zeitmaschine und reise 1000 Jahre in die Vergangenheit. Der Ort: die Wikingersiedlung Haithabu. Dort lebten in Häusern aus Lehm viele Handwerker und Händler. Umgeben war die Stadt von einem meterhohen Schutzwall.

Erleben kann man so eine Zeitreise im Wikinger-Museum Haithabu in der Nähe der Stadt Schleswig im Bundesland Schleswig-Holstein. Dort kommt man dem Alltag der Wikinger ganz nah. Wissenschaftler erforschen die Siedlung schon seit langer Zeit. Aus ihren Funden konnten sieben Wikingerhäuser und eine Landebrücke nachgebaut werden.

Arbeiten nur bei Tageslicht

Im Museum in Haithabu bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Wikinger vor etwa 1000 Jahren gelebt haben.
Im Museum in Haithabu bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Wikinger vor etwa 1000 Jahren gelebt haben.

„Damals kannten die Menschen keine Uhrzeit“, sagt Ute Drews. Sie kennt sich gut mit dem Leben der Wikinger aus, denn sie leitet das Museum. „Alles, was am Tag passierte, wurde durch den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang bestimmt“, erklärt sie. Im Sommer arbeiteten die Wikinger im Tageslicht viel und lange draußen. Im Winter hingegen herrschte deutlich mehr Ruhe in der Siedlung. „Dann hörten die Bewohner wegen der Dunkelheit früher mit der Arbeit auf und saßen zum Beispiel am Feuer und erzählten sich Geschichten“, erzählt Ute Drews.

Schmuck aus Bernstein

In der rekonstruierten Wikinger-Siedlung im Wikinger-Museum Haithabu stellen Schauspieler das Leben der Wikinger vor rund 1000 Jahren nach.  Fotos: Maria Berentzen
In der rekonstruierten Wikinger-Siedlung im Wikinger-Museum Haithabu stellen Schauspieler das Leben der Wikinger vor rund 1000 Jahren nach. Fotos: Maria Berentzen

In der Siedlung lebten vor allem Handwerker. Dazu gehörten zum Beispiel Glasperlenmacher oder Menschen, die Spielsteine herstellten.

Viele Familien bearbeiteten auch Bernstein, um daraus Schmuck zu machen. Diese Gegenstände verkauften sie an Händler, die mit ihren Schiffen die Wikingersiedlung anfuhren.

In den Häusern lebten oft sehr viele Menschen zusammen. Dort wohnten nicht nur Vater, Mutter und Kinder, sondern häufig noch weitere Verwandte. Sie schliefen eng zusammen in der Nähe des Feuers.

„Wenn abends noch jemand kam, dann mussten eben alle zusammenrücken“, erklärt die Museumsleiterin.

Wildgemüse und Haustiere

Das Essen in der Siedlung Haithabu bestand etwa aus dem, was die Wikinger in ihrer Umgebung fanden. Das waren zum Beispiel wildes Gemüse oder Pilze. Sie nutzten außerdem Lebensmittel wie Getreide, das sie aus der Umgebung besorgten. Hinter den Häusern lagen auch kleine Gärten. „Dort hielten die Bewohner zum Beispiel ein Schwein oder eine Ziege“, sagt Ute Drews. Diese Tiere schlachteten die Wikinger im Winter, wenn sie sonst kaum noch Nahrung fanden.

Die Forscher wissen viel über das Leben in Haithabu. Denn bei ihren Ausgrabungen fanden sie viele interessante Sachen im Boden. Erhalten sind zahlreiche Gegenstände aus dem Alltag, zum Beispiel Spielbretter, Kämme, Trinkhörner und Schmuck.

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