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Slacklinen: Balancieren auf dem Seil

23.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alles für seinen Sport passt in einen Rucksack. Christian Bertram trägt ihn durch einen Park in München. Der 25-Jährige sucht zwei Bäume. Zwischen die will er ein Band aus Kunstfasern spannen und darauf hin und her laufen – wie ein Seiltänzer. Was dann ausschaut wie im Zirkus heißt Slackline (gesprochen: Släklein). Der Sport kommt aus den USA, und der Name bedeutet übersetzt so viel wie „lockeres Band“.

„Die Stelle ist perfekt“, sagt Christian. Zwei Bäume stehen etwa fünf große Schritte auseinander. Der Slackliner klopft gegen die Rinde. „Der Stamm ist dick genug und bricht nicht“, erklärt er. Christian holt das Band aus dem Rucksack und wirft es zwischen die Bäume.

Dann braucht er seine ganze Kraft, um es fest um einen Stamm zu wickeln. Mit Karabinerhaken zieht er die Schlaufe dann fest. „Das ist ganz schön anstrengend“, murmelt er.

Das Band muss straff sein und nicht verdreht. „Sonst falle ich sofort runter“, sagt Christian. Das gibt blaue Flecken! Christian entzwirbelt das Seil, bevor er es um den anderen Baum wickelt. Als er auf das Band steigt, geht es nach unten. Denn es ist weich und beweglich. Es spannt sich nun wenige Zentimeter über dem Boden.

Christian reißt die Arme nach oben und rudert in der Luft. So behält er die Balance. „Ich muss mich extrem konzentrieren“, sagt er und schaut immer vor seine Füße. Das Band schwankt, aber Christian stürzt nicht. Er läuft hin und her, manchmal auch rückwärts. Kleine Sprünge schafft er auch. Er landet wieder auf dem Band.

Nur „Surfen“ kann er nicht – das ist etwas für Slackline-Profis. Die Slackliner bewegen sich dann schlangenförmig – wie Surfer auf einer Welle. Dafür muss Christian noch üben. Denn Slacklinen ist anstrengend. Der ganze Körper ist angespannt, um das schwankende Band auszugleichen. „Wenn ich zu lange oben stehe, kriege ich Muskelkater“, sagt Christian.

Trotzdem liebt er den Sport: „Jeder Schritt ist ein Erfolg. Es ist, als ob du laufen lernst.“

Christian Bertram beim Slacklinen. Er schaut immer vor seine Füße. Das Band schwankt, aber Christian stürzt nicht. Er läuft hin und her, auch rückwärts. Foto: Anne-Katrin Schade

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