Paulas Nachrichten

Singen und tanzen wie echte Musicalstars

06.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auf der anderen Seite des Vorhangs sitzt das Publikum und wartet. Alle sind da: Eltern, Geschwister und Freunde. Leises Gekicher dringt durch den dicken, roten Samtstoff. Und dann ist es endlich so weit: Vorhang auf für die rockigen Aliens von der Milchstraße!

„Das ist das Beste an der Aufführung!“, schwärmt Timo Lübben. „Wenn alle Kostüme fertig sind, das Bühnenbild steht und alle ihre Rollen perfekt beherrschen. Wenn dann der Vorhang aufgeht und das Publikum klatscht – das ist ein unglaubliches Gefühl. Vor dem Publikum zu stehen – einfach toll!“ Der 12-Jährige spielt in einem fantasievollen Musical den Vater einer kleinen Familie, die fast von einem Schwarzen Loch verschluckt wird.

In dem rockigen Musical eines kleinen Hamburger Theaters geht es um Aliens, die Galaxie Milchstraße und einen General, der gerne singt, aber einen Liederwettbewerb verliert. Aus Rache baut der General eine Lampe, aus der immerzu sein scheußliches Lied tönt. Außerdem stiftet er ein sogenanntes Schwarzes Loch an, alles, was leuchtet, zu zerstören.

In dieser verrückten Geschichte spielen die 13-jährige Sarah und der 12-jährige Timo zwei der Hauptrollen. Vor der Premiere, also der ersten Aufführung des Stücks, sind sie ganz schön aufgeregt: „Ich bin leider schon mal vor der Aufführung umgekippt“, erzählt Sarah. „Mir ist auch meistens davor total übel. Aber sobald wir auf der Bühne stehen, ist das Lampenfieber vorbei.“ Überhaupt liebt Sarah es zu singen und zu tanzen. Und das ist das Wichtigste, was man als Musical-Schauspielerin können muss.

Die Kinder und Jugendlichen des kleinen Hamburger Theaters proben jede Woche und führen mehrere Stücke im Jahr auf. Klar, dass man dafür auch Kostüme, Musik und ein Bühnenbild braucht. Die Musik macht ein Komponist. Und die Kostüme nähen die Mütter der Kinder. Andere Eltern bauen und löten die Kulisse.

Dieses Mal ist alles besonders aufwendig, weil so viele Außerirdische dabei sind. „Ich hab die ganze Woche nur Alienköpfe gebastelt“, erzählt die Kostümbildnerin. Aber der Aufwand lohnt sich: für diesen einen Moment, wenn der Vorhang fällt und die Nachwuchs-Stars im Rampenlicht stehen.

Szene aus „Milchstraße Nr. 2 – Die Fortsetzung“. Foto: Edyta Piesiur

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