Paulas Nachrichten

Silvester – Ein Feuerwerker bei der Arbeit

31.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Am Himmel explodieren blaue Blitze. Bomm! Goldene Funken spritzen durch die Luft. Bomm, bomm! Hunderte von roten Sternen funkeln und sinken zu Boden. Bomm, bomm, bomm! Wie ein riesiger Blumenstrauß aus Lichtpunkten wirken die Feuerwerksgranaten am Himmel. Es kracht noch ein paar Mal. Dann herrscht für zwei Sekunden Stille. Das Feuerwerk ist vorbei.

Die Zuschauer fangen an zu klatschen, sie pfeifen und jubeln. Und langsam verzieht sich der Rauch über der Wiese. Sven Schneider grinst zufrieden. „Das ist der Moment, auf den man sich immer freut!“, sagt der 51-Jährige. Der Mann trägt einen roten Helm auf dem Kopf und dicke Ohrenschützer. In der Hand hält er eine kleine Fackel. Damit hat er eben etwa 1000 Böller und Funkengranaten in den Himmel abgeschossen. Sven Schneider ist Pyrotechniker, also ein Fachmann für Feuerwerke.

Vor der Show war er angespannt. „Man darf keine Angst davor haben. Aber man muss immer damit rechnen, dass was schiefgeht.“ Nicht, weil ihm beim Aufbau ein Fehler unterlaufen sein könnte. Da passen Schneider und seine Kollegen genau auf. Aber vielleicht haben die Hersteller der Knaller etwas falsch gemacht? Vielleicht zu viel Sprengpulver genommen? Oder die falsche Chemie-Mischung? Das können die Feuerwerksmeister nie genau wissen. „Und wenn so’n Ding abzischt, kann man nur noch den Kopf einziehen.“ Ihm und seinen Leuten sei aber noch nie etwas passiert, sagt Schneider. Und damit das so bleibt, arbeiten sie sorgfältig.

Ein paar Stunden vor dem Start wird jede einzelne der sogenannten Bomben vorsichtig in ein Metallrohr geschoben. Eine Lunte, ähnlich wie ein Kerzendocht, verbindet die Rohre. Wenn Sven Schneider später diese Lunte anzündet, schießen die Bomben aus dem Rohr. Kurz nacheinander, oft ungefähr 100 Meter hoch. Das ist etwa so hoch wie ein Haus mit 30 Etagen.

Und wie kommt es zu dem Farbenzauber am Himmel? In der Bombe sind verschiedene Chemie-Stoffe. Das Sprengpulver zum Beispiel bewirkt, dass die Rakete in die Luft fliegt und an einem bestimmten Punkt explodiert. Dadurch werden die Leuchtsterne gezündet. Das sind meist kleine schwarze Kügelchen, die vor allem aus Metallsalzen bestehen. In einer Bombe sind Hunderte solcher Leuchtsterne. Wenn sie verbrennen, bildet sich ein kleiner Feuerball am Himmel. Dabei können verschiedene Farben entstehen. Je nachdem, woraus die Leuchtsterne gemacht sind. Denn alle Stoffe verbrennen auf eigene Weise. Kennt man auch von zu Hause – zum Beispiel ist eine Kerzenflamme gelb-orange. Die Flamme vom Gasherd wirkt eher blau-grün.

Am Himmel entstehen bunte Blumenblitze, Donnerschläge krachen durch die Nacht. Sven Schneider hat sich genau überlegt, welcher Feuerwerks-Effekt in welchem Moment losgehen soll. So entsteht ein richtiger Tanz der Farbsterne am Himmel.

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