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Selber über den Lern-Ort entscheiden

29.01.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sollen die Kinder in die Schule gehen oder zu Hause lernen? Das können Eltern in manchen Bundesländern gerade selbst entscheiden. Manche Leute finden das gut, andere überhaupt nicht.

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen müssen Eltern in Brandenburg ihre Kinder in einigen Klassenstufen von Montag an nicht mehr zur Schule schicken. In manchen Bundesländern können Eltern gerade entscheiden, ob ihre Kinder zur Schule gehen sollen.  Foto: Sven Hoppe/dpa
Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen müssen Eltern in Brandenburg ihre Kinder in einigen Klassenstufen von Montag an nicht mehr zur Schule schicken. In manchen Bundesländern können Eltern gerade entscheiden, ob ihre Kinder zur Schule gehen sollen. Foto: Sven Hoppe/dpa

BERLIN. Sind alle Schulkinder da? Meist überprüft der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin einmal am Tag die Anwesenheit. Im Klassenbuch wird dann eingetragen, wer fehlt. Kontrolliert wird das, weil normal jedes Kind in Deutschland am Unterricht im Klassenzimmer teilnehmen muss. Das regelt die sogenannte Präsenzpflicht. Präsenz ist ein anderes Wort für Anwesenheit. In manchen Bundesländern gilt die Pflicht aber gerade nicht. Grund sind die hohen Corona-Zahlen.

Diese Woche beschloss etwa das Bundesland Berlin: Bei uns wird die Präsenzpflicht bis Ende Februar ausgesetzt. Das bedeutet, Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder ob sie eine begrenzte Zeit lang zu Hause lernen sollen. In Brandenburg wurde die Präsenzpflicht für manche Klassenstufen sogar schon im Dezember ausgesetzt. Allerdings würden bisher nur wenige Eltern ihre Kinder deswegen zu Hause lassen, heißt es.

Die Regel soll Familien helfen, die sich zum Beispiel große Sorgen um eine Ansteckung machen. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn sehr alte oder kranke Menschen mit der Familie leben.

Präsenzpflicht ja oder nein? Dazu haben viele Menschen und Organisationen ihre Meinung abgegeben. Das Kinderhilfswerk UNICEF etwa findet die Anwesenheitspflicht wichtig. Ein Grund: Der Kontakt zu Mitschülern sei für alle Kinder unverzichtbar.

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands findet es nicht gut, wenn einige Kinder zu Hause und einige in der Klasse sind. Er sagt, dass es für die Lehrkräfte nicht möglich wäre, gleichzeitig all diese Kinder zu betreuen. Er befürchtet, dass vor allem Kinder zu Hause bleiben, die schon viele Lern-Lücken haben. „Die Lücken werden in diesem Zeitraum eher größer als kleiner werden“, sagte er. Und auch ein Verband von Kinderärzten findet, dass Kinder weiter im Klassenzimmer unterrichtet werden können. Denn auch wenn gerade bei vielen Kindern das Virus nachgewiesen wird, werden viele davon gar nicht krank, sagte ein Arzt zu Reportern. dpa

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