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Schulsanitäter im Einsatz

06.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pause? Nein, Dienst! Auch in diesem Schuljahr werden an vielen Schulen Schulsanitäter ausgebildet. Sie helfen, wenn sich andere Kinder verletzen. Michelle und Josephine waren vergangenes Jahr an ihrer Grundschule als Sanis unterwegs.

Josephine (links) und Michelle mit der Verbandstasche der Schulsanitäter in der Grundschule in Füssen Foto: Judith Pulg
Josephine (links) und Michelle mit der Verbandstasche der Schulsanitäter in der Grundschule in Füssen Foto: Judith Pulg

Sie fahren keinen Krankenwagen. Es blinkt kein Blaulicht und es schrillt keine Sirene. Schulsanitäter sind eher unauffällig im Einsatz. Nur die Erste-Hilfe-Tasche leuchtet knallorange über den Schulhof. Die haben die Sanis immer mit dabei. „Da sind Verbände drin, Pflaster, eine Schere, Kompressen und noch vieles mehr“, erzählen Michelle und Josephine. Sie waren ein Jahr lang Schulsanitäter an ihrer Schule in Füssen in Bayern. Im neuen Schuljahr wird es wieder neue Sanis geben. An dieser Grundschule arbeiten nur die Viertklässler als Sanis, erzählt Josephine. Jeder, der mitmachen will, braucht eine spezielle Ausbildung. Einmal in der Woche treffen sich die Füssener Schulsanitäter deshalb. Sonja Gleich vom Roten Kreuz erklärt ihnen, worauf es als Sani ankommt. Die Jung-Sanitäter erfahren ganz unterschiedliche Sachen: Wie verarzte ich ein blutiges Knie? Was mache ich, wenn ein Mitschüler plötzlich ohnmächtig wird? Wie gehe ich richtig mit einer Wunde um, in der zum Beispiel eine Scherbe oder ein Nagel steckt? Die Sanis wissen natürlich längst Bescheid: Bloß nicht den Nagel oder die Scherbe selbst rausziehen. Sonst können wichtige Gewebe verletzt werden und die Wunde blutet immer stärker. Lieber schnell einen Arzt rufen. Und die Wunde zusammen mit dem Fremdkörper verbinden. Das probierten Josephine und die anderen auch selbst aus.

„Wir haben mit Schauspiel-Blut gearbeitet“, erzählt die Zehnjährige. Sonja Gleich habe das Kunst-Blut aufgetragen. „Und dann mussten wir das verbinden.“ In der Schule hatten Michelle und Josephine zum Glück noch keinen richtig schweren Fall. Oft hilft schon ein Pflaster – oder ein Taschentuch und ein Kühlbeutel. Zum Beispiel weil ein Schüler Nasenbluten hat. „Das sind jetzt nicht jede Pause zwei, drei Unfälle“, sagt die neunjährige Michelle. Und Josephine fügt hinzu: „Einmal hat sich jemand das Knie aufgeschlagen. Das war so ziemlich das Schlimmste.“ Trotzdem sind die beiden froh, dass sie auch die schwierigeren Handgriffe gelernt haben. „Ich finde, das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“, sagt Josephine. „Es ist ja nicht nur für die Schule. Dann weiß man auch, was man zu Hause mal machen kann.“

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