Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Schrott-Milliarden: Streit um Geld für alte Autos

06.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Her mit dem Schrott-Schulranzen, den neuen gibt’s dann billiger! So wirbt eine Firma gerade. Für das alte Ding zahlt sie eine sogenannte Abwrackprämie, eine Art Verschrottungs-Belohnung. Dieses Geld versprechen Läden auch für ausgelatschte Schuhe, olle Unterwäsche, abgewetzte Hosen oder alte Elektrogeräte. Nämlich meist dann, wenn man Neues bei ihnen kauft. Fachleute sagen: Diese Werbung funktioniert im Grunde so, wie wenn die Läden anschreiben „Jetzt alles viel billiger!“ Gerade sei eben das Wort „Abwrackprämie“ in.

Erfunden haben es Politiker, um den Autofirmen zu helfen. Denn die Wirtschaft läuft schlecht. Mit Geld wollen sie die Menschen locken, neue Autos zu kaufen. Seit Januar bekommt jeder, der ein neun Jahre altes Auto zum Schrott bringt und ein neues kauft, 2500 Euro geschenkt. Das funktioniert. Mehr als eine Million Deutsche wollen dieses Geld vom Staat haben. Und es werden immer mehr. Mit so vielen Autokäufern hatten die Politiker aber nicht gerechnet. Deshalb wird ihre Idee jetzt richtig teuer. Der Staat muss wohl mehrere Milliarden Euro bezahlen – und dafür neue Schulden machen. Darum gibt es nun heftige Diskussionen über die Abwrackprämie für Autos. Manche wollen sie stoppen, andere wollen weniger Geld pro Wagen verschenken. In der nächsten Woche wird wahrscheinlich die Bundesregierung entscheiden, wie es weitergeht.

Auf einem Schrottplatz wird ein Autowrack in einen Metallschredder gelegt. Dort wird es dann zerkleinert. Ein Autohändler wirbt mit der Abwrackprämie (Bild unten rechts) Bild: dpa

Paulas Nachrichten