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Schreiben gegen Langeweile

27.03.2020 05:30, Von Christiane Bosch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Autorin Cornelia Funke gibt Tipps für Geschichten

Langeweile? So etwas kennt die Autorin Cornelia Funke gar nicht! Wer also gerade nicht so genau weiß, was er mit all der freien Zeit anfangen soll, kann sich von der Autorin einige Tipps abschauen.

Die bekannte Autorin Cornelia Funke hat gute Tipps für alle, die auch Geschichten schreiben möchten.  Foto: Christophe Gateau/dpa
Die bekannte Autorin Cornelia Funke hat gute Tipps für alle, die auch Geschichten schreiben möchten. Foto: Christophe Gateau/dpa

HAMBURG. Cornelia Funke hat viele bekannte Bücher geschrieben, zum Beispiel „Tintenherz“ oder „Die wilden Hühner“. Jetzt hat sie eines ihrer erfolgreichsten Bücher noch einmal überarbeitet. Es heißt „Reckless“. Den dpa-Kindernachrichten erzählt die Autorin im Interview, warum es ihr leichtfällt, ihre eigenen Geschichten umzuschreiben. Und sie gibt Tipps, wie man selbst auf gute Ideen kommt.

Was haben Sie als Kind gegen Langeweile getan?

Ich habe eigentlich nie Langeweile. Ich glaub, das war auch schon so als Kind. Ich hab gemalt und gezeichnet, tausend Bücher verschlungen, die Bücherei kannte mich sehr gut. Ich hatte meine Lieblingsfernsehserien und ich liebte es sehr, mit meinen Freunden draußen zu spielen und mir tausend Abenteuer auszudenken. Heute gehe ich mit meinen Hunden ans Meer oder besuche meine Esel oder spaziere über meine Farm oder male in meiner Werkstatt oder schreibe oder stricke oder lese oder treffe Freunde oder, oder . . . Ihr seht schon, eigentlich hab ich nie genug Zeit für all das, was ich gern mache!

Was würden Sie Kindern raten, die eine Geschichte schreiben wollen?

Besorgt euch ein Notizbuch – eins, das nicht zu klein ist. Bemalt es oder beklebt es mit einem Foto, das euch Geschichten erzählt. Und dann fangt an zu sammeln: Ideen, Gedanken, Zeichnungen, Dinge, die ihr ausschneidet. Und vor allem: Fragen! Fragen an eure Geschichte. Wann spielt sie? Wo? Ist es kalt, warm? Hell, dunkel? Wer ist die erste Figur, die auftaucht? Wie sieht sie aus? Was hat sie vor? Hat sie ein Geheimnis? Hat sie Angst oder ist sie glücklich?

Und dann?

Wenn ihr das erste Kapitel oder die erste Seite mit der Hand geschrieben habt, nehmt den Computer und schreibt sie ab – und während ihr das tut, ändert und ergänzt und streicht ihr. Als würdet ihr etwas auf Hochglanz polieren!

Sie haben gerade den ersten Band von „Reckless“ überarbeitet. Wie schwierig ist es, eine Geschichte zu verändern?

Ich liebe es, Geschichten besser und besser zu machen. Sie verbergen immer ein paar Geheimnisse vor uns oder locken uns in die Irre und man kann immer noch etwas Neues über sie herausfinden. Ich schreibe all meine Geschichten mindestens sechsmal um.

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