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Schnell, schneller, am schnellsten Bei der Olympiade treten die besten Läuferinnen und Läufer gegeneinander an

06.07.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei den Olympischen Spielen gehören sie mit zu den Höhepunkten: die Läufe über die 100 Meter. Die schnellsten Männer und Frauen der Welt treten bald wieder gegeneinander an. Doch wie wird man ein guter Sprinter?

Foto: Jens Büttner/dpa
Foto: Jens Büttner/dpa

KÖLN. Spannung liegt in der Luft! Einige Läufer machen ein paar letzte kräftige Sprünge, klatschen sich auf die Schenkel oder klopfen sich gegen die Brust. Dann geht es in die Startblöcke. Im Stadion wird es still. Auf die Plätze, fertig, los! Die Beine scheinen fast über die Bahn zu fliegen. Schon nach etwa zehn, elf Sekunden ist alles vorbei!

Das Finale über die 100-Meter-Distanz gehört zu den Höhepunkten der Olympischen Spiele. Die starten noch in diesem Monat in der japanischen Hauptstadt Tokio. Dort werden dann die schnellsten Männer und Frauen der Welt gegeneinander antreten. Mit einer irren Geschwindigkeit sprinten sie die 100 Meter. Umgerechnet erreichen sie ein Tempo von 40 Kilometern pro Stunde, also ungefähr wie ein Auto im Stadtverkehr. Aber wie werden die Sportler kurz so schnell?

An sich könne jeder lernen schnell zu sprinten, sagt der Sportwissenschaftler Lars Donath. Aber Weltspitze werden nur wenige Sportler. „Ein echter Spitzensportler zu werden ist schwierig. Dafür braucht man besondere Voraussetzungen – und man muss sehr hart und fleißig trainieren“, erklärt der Experte. Spitzensportler haben nämlich besondere genetische Voraussetzungen. Damit meint der Experte angeborene Eigenschaften des Körpers.

Bei den Spitzensprintern sind spezielle Muskeln wichtig: schnell zuckende Fasern werden sie genannt. Sprinter haben besonders viele von diesen Fasern, vor allem in ihren Beinen. Diese können sich extrem schnell zusammenziehen und kommen mit weniger Sauerstoff aus. Solche Muskeln sind super, wenn es um Schnellkraft geht, um Beschleunigung und hohe Geschwindigkeiten.

Gleichzeitig ermüden diese Muskeln aber schneller. Spitzensprinter wären also keine guten Marathonläufer. Langstreckenläufer besitzen dagegen andere Muskeln. Sie haben viele von den sogenannten langsam zuckenden Fasern. Sie sind super, wenn es um Ausdauer geht.

Um superschnell zu sein, müssen Sprinter und Sprinterinnen aber auch sehr viel trainieren. Zum Teil sind es mehr als 20 Stunden pro Woche. Viel Zeit verbringen sie dabei zum Beispiel im Kraftraum. Dort stemmen sie Gewichte, um die Muskeln noch stärker zu machen. Eine andere Übung sieht dagegen so aus: Die Sprinter binden sich ein schweres Gewicht um und ziehen es dann hinter sich her. So üben die Sportler, schneller zu beschleunigen. „Um Profi-Sprinter zu werden, braucht man also mehrere Dinge: Man braucht die genetischen Voraussetzungen, man muss viel trainieren, gesund bleiben und Rückschläge gut wegstecken können“, fasst Lars Donath zusammen. Na dann: Auf die Plätze, fertig, los!

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