Paulas Nachrichten

Schaufenster mit Zauberwald -

02.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie ein Riesenaquarium ohne Wasser aber mit zwei Menschen darin: So ähnlich sieht es im Schaufenster vom „Alsterhaus“ aus, einem großen Kaufhaus in Hamburg in Norddeutschland. Draußen hinter der Scheibe laufen Menschen vorbei. Drinnen arbeiten Katja Mudrow und Maren Dorns. Sie dekorieren das Schaufenster. Das ist ihr Beruf. „Weihnachten macht mir das am meisten Spaß. Da kann ich meine Fantasie besonders spielen lassen“, sagt Maren Dorns und heftet ein Glitzerblatt fest.

Anfangs sieht der Mini-Raum des Schaufensters noch leer und langweilig aus. Dann verwandeln ihn die Dekorateurinnen nach und nach in einen Zauberwald. Das ist das Thema für dieses Jahr Weihnachten. An die Rückwand haben sie ein Poster von verschneiten Bäumen gehängt. Davor stehen Birkenstämme, die Maren Dorns mit einer Art Kunstfrost eingesprüht hat. Damit es wie verzaubert wirkt, hat ihre Kollegin sich Dinge ausgedacht, die es in einem normalen Wald nicht gibt.

„Um den verschneiten Baum fliegen zum Beispiel rote Schmetterlinge. An der Tanne wachsen Äpfel“, sagt sie. Einige Gegenstände sollen an Märchen erinnern, etwa eine Kutsche an die Schneekönigin. Jedes der insgesamt fünf Fenster erzählt eine Art Geschichte. „Wir versuchen, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Die kleinen Dinge machen dabei oft den Pfiff aus“, erklärt Katja Mudrow. Deshalb ist es wichtig, dass sie und ihre Kollegin gute Ideen haben.

Doch manchmal kann die Arbeit auch langweilig sein. So musste für das Kaufhaus etwa ein künstlicher Weihnachtsbaum aus Einzelteilen gebaut und mit rund 700 Kugeln geschmückt werden. „Viele haben wir einzeln verklebt, damit sie nicht herunter fallen“, sagt Maren Dorns. In ihrem Beruf muss sie auch handwerklich begabt sein. Das meiste Material zum Dekorieren wird zwar fertig gekauft, manches aber auch selbst gebaut. „Man sollte mit Säge und Bohrmaschine umgehen können“, sagt Katja Mudrow und steigt auf die Leiter, um einen Zweig an der Decke festzubinden. „Und man muss schwindelfrei sein.“

Für eine Dekorateurin ist es auch wichtig zu wissen, welche Farben und Stile gerade in Mode sind. Denn das ändert sich immer wieder. „Abgesehen vom Advent soll ein Schaufenster heute eher schlicht sein“, sagt Katja Mudrow. Früher war das anders. „Da haben wir zum Beispiel den Tisch üppig gedeckt, mit einem echten Braten.“ Eins hat sich aber nicht geändert, erzählt Maren Dorns: „Gerade wenn im Advent die Leute mit ihren Kinder kommen, sich an unseren Fenstern die Nase platt drücken und freuen, das ist für mich das Tollste.“

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