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Schatzsuche im Sonnenschein – Märchen über Piraten

18.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Seit Wochen war Kapitän Flint mit seiner Crew nun schon auf See. Drei Stürme, fünf Gewitter, ein Seeungeheuer und meterhohe Wellen hatten sie überstanden.

Dann plötzlich: „Land in Sicht“, schrie jemand vom Ausguck hoch oben am Mast. Sofort rannten alle Männer an Deck und fielen sich in die Arme. „Das muss sie sein“, murmelte der Kapitän leise in seinen Bart. Der Papagei auf seiner Schulter wippte von einem Bein aufs andere und krächzte: „Die Schaaaaatzinsel! Die Schatzinsel!“

So oder so ähnlich gehen viele Piratengeschichten. Sie erzählen von heldenhaften Männern und super guten Seefahrern, die Kaufmannsschiffe überfallen und das Geld unter sich und den Armen aufteilen. Oder die mit einer geheimen Schatzkarte Gold und Silber finden, wovon sie dann oft etwas an Menschen in Not abgeben.

„Alles Quatsch“, sagt Piratenforscher Robert Bohn. „Piraten waren ziemliche Kriminelle. Gangster, die ihren Mitmenschen viel Angst und Leid zufügten.“ Der Experte aus Flensburg in Norddeutschland hat eine Menge Piratengeschichten gelesen – ausgedachte und echte. Er weiß: Zu einer Zeit, als es sehr viele Piraten gab – also vor ungefähr 500 bis vor rund 250 Jahren – schrieben nur wenige Leute auf, was zum Beispiel in der Karibik vor Amerika passierte. Zu den wahren Berichten kamen eine ganze Menge erfundener Geschichten. Und heute kann kaum noch jemand die beiden so recht auseinanderhalten.

Schatzsuche, Seegang und Säbelrasseln . . . Viele Geschichten über Piraten sind einfach zu märchenhaft, um wahr zu sein. „Ich denke, dass sich damals die Menschen nach solchen romantischen Abenteuergeschichten gesehnt haben“, erklärt Robert Bohn, „weil sie selbst den ganzen Tag hart arbeiten mussten, in dunklen Fabriken und von morgens bis abends.“ Wie schön muss es dann gewesen sein, sich Geschichten zu erzählen von Menschen, die übers Meer segeln – bei Sonnenschein, mit viel Geld und gefüllten Speisekammern. Solche Geschichten haben mit echter Seeräuberei wenig zu tun. In Wahrheit war das Leben an Bord enorm hart. Und Piraten waren auch früher schon schlimme Verbrecher, die andere Leute bedrohten, beklauten und manchmal auch umbrachten. Den wenigsten wird dabei ein Papagei auf der Schulter gesessen haben.

Piraten der Karnevalsgruppe „Kölner Piraten“ von 1968. Foto: Rolf Vennenbernd

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