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Schadensforscher sind auf Spurensuche

05.10.2020 05:30, Von Lea Richtmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es geht nicht unbedingt um die Schuld – Neue Schäden können vermieden werden

Warum etwas kaputtgeht, ist nicht immer auf den ersten Blick klar. Es gibt Spezialisten, die genau das untersuchen. Das nennt man Schadensforschung. Diese Experten können zum Beispiel herausfinden, dass der Grund für einen Bruch lange zurückliegt.

Aufnahmen des gebrochenen Titan-Implantats zur Versteifung des zweiten und dritten Halswirbels. Mit so einer Platte wird die Wirbelsäule unterstützt. Bei einem Mann war sie gebrochen und die Forscher wollten wissen, warum.  Foto: Torsten Heidenblut, Universität Hannover/dpa
Aufnahmen des gebrochenen Titan-Implantats zur Versteifung des zweiten und dritten Halswirbels. Mit so einer Platte wird die Wirbelsäule unterstützt. Bei einem Mann war sie gebrochen und die Forscher wollten wissen, warum. Foto: Torsten Heidenblut, Universität Hannover/dpa

Wenn du ein Glas auf den Boden wirfst, geht es kaputt. Das ist ziemlich klar. Aber manchmal gehen Dinge kaputt und man versteht nicht, warum das passiert ist. Es gibt Experten, die in so einem Fall ganz genau nach dem Grund suchen. „Wir betreiben hier detektivische Spurensuche“, sagt Torsten Heidenblut. Er arbeitet in der Schadensforschung.

Der Schadensforscher Torsten Heidenblut von der Universität Hannover schaut sich eine gebrochene Leitung an. Schadensforscher wie Torsten Heidenblut betreiben detektivische Spurensuche.
Der Schadensforscher Torsten Heidenblut von der Universität Hannover schaut sich eine gebrochene Leitung an. Schadensforscher wie Torsten Heidenblut betreiben detektivische Spurensuche.

Häufig möchte man wissen, wer verantwortlich dafür ist, dass etwas kaputtgegangen ist. Also, wer schuld daran ist. „Manchmal streiten sich Leute in Gerichtsverfahren darüber, wer nun den Schaden bezahlen muss. Oder es gibt Firmen, die wissen: Wir haben was falsch gemacht, wir wissen aber nicht was“, erklärt Torsten Heidenblut.

Garbsen/Niedersachsen: Der Schadensforscher Torsten Heidenblut von der Universität Hannover begutachtet einen kaputten Fahrradlenker und fragt sich: Warum ist dieser nur zerbrochen?  Fotos: Lea Richtmann/dpa
Garbsen/Niedersachsen: Der Schadensforscher Torsten Heidenblut von der Universität Hannover begutachtet einen kaputten Fahrradlenker und fragt sich: Warum ist dieser nur zerbrochen? Fotos: Lea Richtmann/dpa

Da gab es zum Beispiel folgenden Fall: Einem Mann wurde eine Metallplatte an seine Halswirbelsäule eingesetzt. Die Halswirbelsäule trägt unseren Kopf. Da sie das bei dem Mann nicht mehr allein konnte, bekam dieser die Metallplatte zur Verstärkung. Sechs Jahre später traf er auf der Straße ein befreundetes Kind. Dieses freute sich sehr, ihn zu sehen und sprang an ihm hoch. In diesem Moment brach die Metallplatte, der Mann hatte große Schmerzen und musste ins Krankenhaus.

Nun stellte sich die Frage: War die Platte wirklich aufgrund des Freudensprungs gebrochen?

Um diese Frage zu klären, wurden Torsten Heidenblut und sein Team gerufen. Sie untersuchten die gebrochene Metallplatte genau. Mit speziellen Geräten konnten sie das Bruchstück stark vergrößern und so viele spannende Hinweise finden. „So eine Bruchfläche erzählt viel, wie das passiert ist“, sagt der Forscher.

Was die Experten feststellten, war erstaunlich: Die Platte war schon seit längerer Zeit fast komplett durchgebrochen. In dem Moment, als das Kind an dem Mann hochsprang, war nur noch die letzte Ecke abgerissen.

Aus Fehlern kann man lernen

Der Freudensprung war also nicht das Problem. Doch was war dann der Grund? Die Forscher fanden heraus, dass sich der Riss langsam von kleinen Kerben aus ausgebreitet hatte.

Der Grund, warum diese Kerben entstanden waren: Der Arzt, der das Metallstück einst eingesetzt hatte, benutzte damals eine Zange, die dafür nicht geeignet war.

Da dies aber schon so lange her war, konnte man nicht mehr sagen: Der Arzt ist schuld.

Gut ist aber, dass man jetzt weiß, was der Grund ist. Der Forscher Torsten Heidenblut erklärt: „Wichtig ist, dass man aus Schaden klug wird, damit man in Zukunft den Fehler nicht wieder macht.“

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