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Schach als Unterrichtsfach mit Noten

12.04.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

https://sdp2.com/?p=business-plans-samples - Stop receiving unsatisfactory grades with these custom research paper advice Quick and trustworthy services from Ein Dorf feiert an zwei Mai-Wochenenden sein tausendjähriges Bestehen. Ein besonderes Dorf – das Schachdorf Ströbeck in Sachsen-Anhalt. Wer in die Gemeinde nahe der Kreisstadt Halberstadt kommt, sieht sie überall: Schachbretter – auf dem Marktplatz, an den Fachwerkbauten, der Schule, in den Gaststuben, im Schachmuseum.

Fast jeder der 1300 Einwohner beherrscht das königliche Spiel. Bei den ersten freien Kommunalwahlen 1990 siegte eine Schachpartei. Und die Schule ist die einzige in Deutschland, die Schach offiziell im Lehrplan der Klassen 2 bis 7 hat. Die Noten stehen auch im Zeugnis.

Ströbeck wurde 995 erstmals urkundlich erwähnt. Der Sage nach soll ein Wendengraf, der hier im Jahre 1011 Gefangener des Bischofs von Halberstadt war, seinen Wächtern das Schachspielen beigebracht haben. Danach haben die Einwohner das Spiel von Generation zu Generation weitergegeben.

Seit 1823 ist belegt, dass Schach obligatorisches Schulfach ist. Jährlich werden zum Schuljahresschluss die besten Schüler der oberen Klassen mit besonderen Schachbrettern und Figuren ausgezeichnet. Seit 1986 trägt die Schule den Namen des einzigen deutschen Schach-Weltmeisters, Emanuel Lasker (1868–1941). Zu Anlässen wie der jetzigen 1000-Jahr-Feier wird eine besondere Tradition wiederbelebt. Beim Lebendschach führen Schüler in schwarz-weißen Kostümen eingeübte Partien vor oder spielen auf Anweisung von zwei Hauptakteuren Schach.

Einzigartig ist auch das Schachmuseum im historischen Turmverlies von Ströbeck. Zu den ältesten Belegstücken gehört ein Geschenk des Großen Kurfürsten aus dem Jahre 1651. Ein mit Intarsien gerahmtes Schachbrett erinnerte an fürstliche Besuche. Heute bestehen zahlreiche Verbindungen zu Schachinteressierten in der weiten Welt. Namen wie Lasker, Karpow, Kotow und Tal finden sich im Gästebuch des Museums.

Viel vorgenommen hat sich der Festausschuss zu den bevorstehenden Feiern. Eine Gedenkmedaille ist geprägt, Ausstellungen zeigen historische Dokumente. Zahlreiche Gäste werden erwartet. Frühschoppen, Festsitzung der Gemeindevertretung, Kinderfest und Markttreiben gehören zur Jubiläumsfeier. Aus Holland wird ein musikalisches 70-Mann-Ensemble erwartet.

Am 26. und 27. Mai wird die Feier ihren Höhepunkt erreichen. Mehrmals wird auf dem Schachplatz Lebendschach vorgeführt. Die Dorfstraße verwandelt sich in einen bunten Marktplatz. Im Ort tagt dann am Samstag erstmals der Deutsche Schachkongress. Dazu läuft das traditionelle Mai-Schachturnier.

Das Spiel mit lebendigen Figuren wird seit Ende des 17. Jahrhunderts bei besonderen Anlässen aufgeführt. Foto: Kathrin Baltzer

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