Paulas Nachrichten

Salz, Steine, Schnecken – Wie das Geld entstand

08.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kaugummi, Schulhefte oder ein neuer MP3- Spieler . . . Für alles braucht man Geld. Münzen, Scheine oder Plastik- Karten zum Bezahlen – irgendwas davon schleppen die meisten Leute mit sich herum. Das war nicht immer so. Besonders die Geldscheine wurden erst recht spät in Europa verbreitet.

Die Menschen hatten in der Geschichte in verschiedenen Teilen der Erde unterschiedliche Arten, um zu bezahlen, erzählt Franka Kurth. Die Expertin arbeitet im Geldmuseum in Frankfurt in Hessen. Dort kann man sich solche alten „Zahlungsmittel“ auch anschauen.

Denn auch bevor Münzen und Geldscheine hin und her gingen, haben Menschen schon getauscht und gehandelt. Sie tauschten dann Ware gegen Ware. Und sie bezahlten zum Beispiel mit Kühen. Oder mit Tee und Salz. So etwas war praktisch, weil man Kühe oder Salz essen konnte und gleichzeitig damit zahlen. Aber was war, wenn ein Verkäufer keine Kühe oder kein Salz wollte? Für solche Fälle brauchte man Ersatz – richtiges Geld.

Dabei muss Geld nicht rund sein wie eine Münze. Aber es sollte drei Eigenschaften haben, sagt Franka Kurth. Man soll damit bezahlen, rechnen und es aufheben können. Das hat zum Beispiel früher in Asien und Afrika mit bestimmten Schneckenhäusern geklappt – mit den Kaurischnecken. Diese Schnecken wurden aus dem Meer gefischt. In Beuteln wurden die Schneckenhäuser aufgehoben. Wie viel so eine Schnecke wert war, kann man heute nicht mehr genau sagen. Aber wahrscheinlich war ihr Wert nicht überall gleich: Am Meer war sie weniger wert als auf den Bergen. Denn wertvoll sind Dinge zum Beispiel dann, wenn es sie selten gibt – ähnlich wie bei Gold und Edelsteinen. Auf den Bergen gibt es weniger Wasserschnecken, weil das Meer weit weg ist. Deshalb waren sie hoch oben mehr wert.

„Das größte Geld, das es bisher auf dieser Erde gab, ist dieser Yap-Stein“, sagt Franka Kurth. Sie zeigt auf einen riesigen Stein im Museum. Damit hat man in Mikronesien bezahlt. Das ist eine Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Die Felsen wurden behauen, damit sie rund waren. Durch ein Loch in der Mitte steckten die Menschen Baumstämme, um die Steine besser auf den Schultern tragen zu können. Dann fuhren sie die Riesen-Geldstücke mit dem Boot von einer Insel zur nächsten.

Besonders praktisch waren große Steine oder lebende Kühe zum Bezahlen aber nicht. Sie ließen sich zum Beispiel nicht einfach teilen, wenn man nur etwas Kleines kaufen wollte. So tauchte in verschiedenen Regionen und Zeiten Metall-Geld auf. Bezahlt wurde mit Metallen wie Gold oder Silber. Die Menschen fertigten daraus auch Münzen.

Doch Metalle sind immer noch ziemlich schwer. Reiche Leute mussten bei Geschäften viel Gewicht mit sich herumtragen. Gold-Transporte über lange Strecken waren mühsam – und auch gefährlich wegen der Räuber. Außerdem machte es viel Arbeit, die Metalle aus der Erde zu holen und zu bearbeiten.

Deshalb suchten Menschen weiter nach einem anderen Geld. Und sie dachten sich Geld aus Papier und Stoff aus – wie unsere Euro-Scheine.

Internet: www.geldmuseum.de

Geldmuseum: Deutsche Bundesbank, Wilhelm-Epstein-Straße 14, 60431 Frankfurt/Main

Paulas Nachrichten