Paulas Nachrichten

Rechtsohrer und Linksäuger

11.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Huch, da war doch was! Wenn wir hinter uns ein Geräusch hören, drehen wir uns schnell um. Versuch das mal. In welche Richtung drehst du dich – nach rechts oder nach links? „Eine Lieblingsseite haben wir alle“, sagt Onur Güntürkün. Er erforscht Lernen und das Gehirn an der Universität Bochum.

Und wie kommt die Drehrichtung? „Das hängt mit der Händigkeit zusammen“, sagt der Wissenschaftler. Also damit, ob wir Rechts- oder Linkshänder sind. Die Mehrheit der Menschen bevorzugt rechts: Diese Leute schreiben mit rechts, werfen einen Ball mit rechts und halten den Löffel beim Essen in der rechten Hand. Links nehmen insgesamt weniger Leute.

Doch nicht nur bei den Händen haben wir Vorlieben. „Es gibt auch die Beinigkeit, die Äugigkeit und die Ohrigkeit“, sagt Onur Güntürkün. „Und es gibt die Tendenz, den Kopf bevorzugt nach links oder rechts zu drehen.“ Rechtshänder drehen sich meist spontan nach rechts. Sie bevorzugen oft auch ihr rechtes Bein, etwa beim Fußballspielen. Wenn sie durch ein Schlüsselloch lugen, schauen sie oft mit dem rechten Auge durch. Beim Telefonieren halten sie das Handy oder den Hörer auch lieber an das rechte Ohr.

„Aber selbstverständlich gibt es auch Leute, bei denen das eben andersrum gepolt ist“, erzählt Onur Güntürkün. Es gibt also auch Rechtshänder, die lieber mit dem linken Auge durchs Schlüsselloch gucken. „Wir wissen nicht genau, wie das kommt“, sagt der Forscher. Die Ursachen liegen wahrscheinlich im Gehirn. Generell kontrolliert bei Rechtshändern die linke Gehirnhälfte die Bewegung – die rechte Hand und auch die bevorzugte Drehrichtung. Bei Linkshändern ist es umgekehrt. Egal, ob rechts oder links. Die Seitenverteilung bestimmt, mit welcher Seite man sich sicherer fühlt. „Deshalb haben Fahrradfahrer und Motorradfahrer Lieblingskurven. Das heißt, die können manche Kurven schneller fahren als andere“, sagt Onur Güntürkün. Das kennt jeder, der schon mal mit einem Fahrrad einen Berg hinuntergerast ist: Jeder weiß automatisch, in welche Richtung er eher lenken kann, wenn plötzlich was auf der Straße liegt. Im Grunde ist es egal, ob jemand rechts oder links lieber mag. Beim Sport allerdings haben Linkshänder und -füßer manchmal Vorteile. Einfach weil es mehr Rechtshänder gibt. Und weil die sich auch eher darauf einstellen, wie Rechtshänder und -füßer zum Beispiel Fußball spielen oder boxen würden. Linksfüßer wie Lukas Podolski kommen mit Tricks dann manchmal besser durch. Telefoniert „Poldi“ eigentlich auch lieber mit dem linken Ohr?

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