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Rasen reagiert auf Fußballstollen beim ersten Mal geschockt

04.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fußballspieler sind Rasenrowdys: Sie rennen mit Stollenschuhen über das Gras, grätschen mit der Hacke voran und rutschen zum Jubeln wie Robben über den Boden. Wie Rasen das aushält, hat Günther Schwab dpa-Nachrichten für Kinder erzählt. Er ist Rasenfachmann in Waidhofen in Bayern und hat für die Fußball- Europameisterschaft Rasen geliefert.

nWas muss der EM-Rasen abkönnen, Herr Schwab?

„Er muss die Spiele aushalten. Das sind ja nicht so viele bei der EM. Und wenn ein Spieler rutscht oder reingrätscht, muss der Rasen zerreißen, bevor es die Sehne des Spielers tut.“

nUnd  wie  macht  man  solchen Rasen?

„Das liegt vor allem an der Zusammensetzung der Gräser. Wir nutzen drei verschiedene Sorten. Außerdem simulie-ren wir Fußballspiele. Damit trainieren wir den Rasen auf Belastung vor. Denn wenn ein Rasen verhätschelt wird und kommt dann in den Spieleinsatz, ist es wie ein Schock für ihn, wenn er verletzt wird.“

nWie reagiert geschockter Fußball-Ra- sen?

„Er wächst vier Wochen lang nicht mehr. Auch Löcher und Wunden schließen sich dann nicht mehr.“

nUnd wie gewöhnen Sie den Rasen an die Stollenschuhe der Spieler?

„Wir fahren drei Monate vorher mit einer Stollenwalze drüber. Auf die Walzen haben wir Fußballstollen geschraubt. Die greifen richtig in die Grasnarbe. Das machen wir zwei- bis dreimal.“

Interview: Susan Schädlich, dpa

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