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Raphael Fellmer sucht im Müll nach Essen

15.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sind die verrückt? Das fragen sich sicher Leute, die von Raphael Fellmer und seiner Freundin hören. Denn sie ernähren sich und ihre kleine Tochter von Lebensmitteln aus dem Müll.

„Ich glaube schon, dass manche sagen, dass wir wahnsinnig sind“, erzählt der Mann aus dem Bundesland Brandenburg. „Aber ich finde es viel eher wahnsinnig, dass so viele essbare Sachen im Müll landen!“

Drei Mal in der Woche zieht der 28-Jährige abends los, um in den großen Mülltonnen von Bio-Supermärkten nach Lebensmittel zu suchen – nach Obst, Gemüse, Müsli, Nudeln, Öl, Salz, Kaffee und, und, und. Dabei macht er allerdings etwas Verbotenes: Weil die Tonnen im Freien in einem abgesperrten Bereich stehen, ist er sozusagen ein Einbrecher. „Und wenn ich die Sachen mitnehme, begehe ich auch noch Diebstahl“, erklärt er. Die Sachen packt er in mehrere Taschen, um sie nach Hause zu bringen. Sachen aus dem Müll zu essen sei nicht eklig, erzählt Raphael.

„Das Essen ist ja verpackt. Gemüse ist zum Beispiel in Tüten.“ Und krank geworden seien er und seine Freundin von dem Essen auch noch nie. Trotzdem können viele Leute sich nicht vorstellen, von Essen aus dem Müll zu leben.

Abends zieht Raphael Fellmer los, um in den großen Tonnen von Bio-Supermärkten nach Lebensmitteln zu suchen – nach Obst, Gemüse, Müsli, Nudeln, Öl, Salz und so weiter. Foto: Bernd Settnik

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