Paulas Nachrichten

Radeln mit Draisinen auf der Schiene

15.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Am Eingang des Ortes weist uns ein großes weißes Schild den Weg: „Draisine“ steht in schwarzen Buchstaben darauf. Wir laufen vorbei an einem Bahnhof, immer an den Gleisen entlang. . . Bis wir seltsame Gefährte sehen, die in einer Reihe auf den Schienen parken. Jedes besteht aus einer Plattform mit Rädern drunter, darauf zwei Sättel und Pedale wie bei einem Fahrrad. In der Mitte steht eine Sitzbank aus Holz.

Hier – im rheinland-pfälzischen Ort Altenglan – startet unsere Tour mit einer Draisine. Also mit so was wie einem Tandem auf Schienen, auf denen kein Zug mehr fährt.

Eine Gruppe Frauen ist damit beschäftigt, es sich auf den bunten Draisinen gemütlich zu machen. Wer darf auf die Bank und wer muss in die Pedale steigen? Von überall her kommen Familien, die auch mitfahren wollen. Und wir natürlich!

Rüdiger Glas wuselt umher und erklärt, wie alles funktioniert. „Hier ist die Bremse. Die Schranken öffnen wir immer selbst und passen auf, dass sie uns nicht auf den Kopf fallen“, sagt er streng. Er zeigt uns unsere Draisine. Noch schnell die Taschen verstauen – und schon strampeln wir los.

Die Pedale lassen sich leicht treten, und schnell gewinnen wir an Fahrt. Eigentlich fühlt es sich an wie Fahrradfahren – nur einfacher. Es ist etwas ungewohnt, dass man nicht lenken muss, denn die Draisine folgt ja immer den Schienen. Wir können prima die Landschaft anschauen.

Nach ein paar Minuten taucht eine rot-weiße Schranke auf. Also bremsen, absteigen, Schranke hochheben, aufsteigen, weiterfahren. Geschafft. Gut, dass ich mit einer Freundin unterwegs bin, sonst würde das gar nicht funktionieren.

Wir rollen vorbei an Feldern, Wiesen und entlang eines Flusses. Bei der nächsten Schranke haben wir Glück: Vor uns steht schon eine Draisine. Ein Mann wartet, und wir huschen mit durch. Auf der Draisine fährt der 13-jährige Robin mit seiner Familie. „Ich hatte gar keine Vorstellung, wie es sein würde“, ruft er uns zu. „Aber es gefällt mir echt gut.“ Schnell verlieren wir sie aus den Augen, sie geben ordentlich Gas. Irgendwann holen wir die Familie wieder ein. Vor ihnen trödelt die Frauengruppe von vorhin. Robin schaut ungeduldig, ihm geht es wohl alles zu langsam. Die Frauen wollen uns vorbeilassen. Schnell packen alle mit an: Ganz schön schwer, aber gemeinsam heben wir unsere Draisine aus den Gleisen und setzen sie vorne wieder ein. Und es kann weitergehen. Kurz darauf taucht der Bahnhof Lauterecken auf. Halbzeit. Hier steigen erst mal alle aus, bevor es weitergeht bis Staudernheim. Für uns ist die Tour schon zu Ende. Wir haben nur die halbe Strecke gebucht. Aber wir wollen wiederkommen. Für die zweite Hälfte!

Dieser Draisinenfahrer hat eine Menge Spaß. Foto: Bernd Wüstneck

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