Paulas Nachrichten

Punkte auf Beinen: Marienkäfer

26.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerade jetzt zu dieser Jahreszeit sind sie wieder häufig auf Wiesen, im Garten oder an den Pflanzen auf dem Balkon zu sehen: Marienkäfer fallen mit ihrem meist roten Körper ganz schön auf. Aber auch die Punkte auf ihrem Rücken sind ziemlich ungewöhnlich.

„Viele Menschen nehmen an, dass die Anzahl der Punkte das Alter der Käfer verrät“, sagt Julian Heiermann, Tier-Fachmann vom Naturschutzbund Nabu. „Das ist aber nicht richtig.“ Über das Alter der Marienkäfer sagen die Punkte nämlich nichts aus.

Stattdessen können so verschiedene Marienkäfer-Arten voneinander unterschieden werden. Es gibt zum Beispiel den „Zwei-Punkt-Marienkäfer“. Er hat zwei Punkte auf seinem Rücken. Besonders häufig kommt aber der „Sieben-Punkt-Marienkäfer“ vor. Bei ihm sind auf jeder Seite des Rückens jeweils drei Punkte. Der siebte sitzt in der Mitte.

Weltweit gibt es mehrere Tausend verschiedene Marienkäfer-Arten. Davon leben mehr als 150 bei uns in Europa. Sie unterscheiden sich aber nicht nur durch die Anzahl ihrer Punkte. Sie sind auch verschieden groß, auch wenn einem das nicht immer sofort auffällt. „Einige Arten werden nur drei Millimeter groß“, berichtet Heiermann. Der Sieben-Punkt-Marienkäfer misst dagegen bis zu fünf Millimeter. Die Unterschiede bei der Farbe fallen deutlicher auf. „Typischerweise sind Marienkäfer rot mit schwarzen Punkten“, sagt Heiermann. „Einige sind aber auch gelb oder haben eine Mischung aus Rot und Gelb – sind also bräunlich.“

Der Körperbau ist allerdings bei fast allen Marienkäfern ähnlich: Sie haben nur kurze Beine, mit denen sie aber trotzdem relativ schnell laufen können. Außerdem sehen sie wie eine kleine Halbkugel aus. Oben sind sie rund, auf der Unterseite ganz platt. „Das hat einen großen Vorteil“, weiß Heiermann. „Gegen Feinde wie wuselige Ameisen kann sich der Marienkäfer wehren, indem er sich einfach fest an einen Grashalm presst.“ Dann können ihn die Ameisen schlecht angreifen – oben ist der Marienkäfer zu glatt, unten gut geschützt.

Ein Marienkäfer krabbelt über ein Blatt. Foto: Stefan Sauer

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