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Porzellanherstellung macht viel Arbeit

11.01.2020 05:30, Von Karlotta Ehrenberg — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie aus Ton und Edelstein eine Tasse entsteht

Mischen, formen, brennen, bemalen: Porzellan mit der Hand herzustellen, macht viel Arbeit. Die „dpa-Kindernachrichten“ waren in einer Fabrik und haben sich die Produktion angeschaut.

Hier werden Buchstaben auf eine Tasse gemalt.  Fotos: Karlotta Ehrenberg
Hier werden Buchstaben auf eine Tasse gemalt. Fotos: Karlotta Ehrenberg

BERLIN. Sobald man die Halle betritt, kriegt man Staub in die Nase. Der Staub kommt vom Porzellan. Das ist das Material, aus dem hier Geschirr, Vasen und Figuren gefertigt werden.

Durch die blaue Farbe kann man erkennen, ob das Porzellan fehlerhafte Stellen hat.
Durch die blaue Farbe kann man erkennen, ob das Porzellan fehlerhafte Stellen hat.

Wir befinden uns in der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin. Sie wird oft mit den Buchstaben KPM abgekürzt.

Kaolin, Feldspat, Quarz, Wasser

Eine Frau malt eine Tasse an.
Eine Frau malt eine Tasse an.

„Das Porzellan der KPM Berlin besteht aus vier Zutaten: Kaolin, Feldspat und Quarz sowie gefiltertem Berliner Leitungswasser“, erklärt Julia Möbes. Sie führt heute Besucher durch die Halle. Kaolin ist weiße Tonerde, Feldspat ein Mineral und Quarz ein Edelstein. Für das Porzellan werden diese Zutaten gemahlen und mit Wasser verrührt.

Gips entzieht das Wasser

Die flüssige Porzellanmasse wird in Gipsformen gefüllt. „Der Gips hat die Eigenschaft, dass er das Wasser aus der Masse zieht“, erklärt Frau Möbes. „Dadurch wird das Porzellan fest.“

Besonders gut verteilt sich die flüssige Porzellanmasse, wenn die Formen sich gleichmäßig drehen. Dafür sorgt eine große Maschine. Hier drehen sich gerade Formen mit Tassen im Kreis. Frau Möbes sagt: „Die Kollegen wissen genau, wie lange es dauert, bis das Porzellan so fest ist, dass man die Tassen herausnehmen kann.“

Henkel werden angesetzt

Doch die haben noch gar keine Henkel! „Die werden separat gegossen und dann mit Porzellanschlicker an die Tasse gefügt“, sagt Frau Möbes. Garnieren nennt man das.

Erster Brand im Ofen

Die Mitarbeiter schneiden dabei auch überstehende Ränder weg. Und sie streichen bestimmte Stellen mit einem feuchten Pinsel glatt. Als Nächstes wird das Porzellan in einem 980 Grad Celsius heißen Ofen gebrannt. Das Porzellan wird dadurch hart und geht nicht mehr so leicht kaputt.

Kontrolle und Qualitätsstempel

Nach dem Brennen wird jedes Stück kontrolliert. Durch das Tauchen in blaue Farbe erkennt man leichter, ob es Fehler gibt. Sieht etwas nicht so aus wie es soll, wird es aussortiert. Frau Möbes sagt: „Nur einwandfreie Stücke bekommen unseren Stempel, das kobaltblaue Zepter, als Zeichen der Qualität.“ Den Stempel findet man zum Beispiel auf der Unterseite der Tasse.

Weiße Glasur und zweiter Brand

Jetzt wird das Porzellan in weiße Glasur getaucht. Auch die muss gebrannt werden. Deshalb kommt das Porzellan nun ein zweites Mal in den heißen Ofen. Diesmal wird es darin noch heißer: 1420 Grad!

Verzierung und letzter Brand

Zum Schluss kümmern sich die Maler darum, dass das Porzellan farbig wird. Eine Malerin verziert die Tassen mit Anfangsbuchstaben von Vornamen und Nachnamen.

Andere malen Muster aus, zeichnen Goldränder, Blumen oder andere Motive aufs Porzellan. Auch diese Farbe muss nochmal gebrannt werden. Dann sind die feinen Kunstwerke fertig.

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