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Pelikane auf gefährlicher Weltreise

15.11.2021 05:30, Von Sara Lemel — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Herbst wird es vielen Vögeln in Europa zu kalt. Dazu gehören auch Pelikane. Die Reise ins warme Afrika führt für sie über Israel. Dort werden sogar extra Fische für sie bereitgestellt.

Dicht an dicht gedrängt sitzen Hunderte von weißen Pelikanen an einem Teich in Israel. Die Zugvögel mit den riesigen gelben Schnäbeln kommen aus Südeuropa. In Israel machen sie Pause auf dem Weg in ihr warmes Winterquartier in Afrika.

Nach der langen Reise sehr hungrig

Weiße Pelikane futtern Fisch während einer Rast auf einem Teich im Chefer-Tal in der Nähe der Stadt Netanya. Die Vögel ziehen zur Überwinterung jedes Jahr nach Afrika. Pelikane futtern am liebsten Fisch. Foto: Gil Cohen Magen/XinHu
Weiße Pelikane futtern Fisch während einer Rast auf einem Teich im Chefer-Tal in der Nähe der Stadt Netanya. Die Vögel ziehen zur Überwinterung jedes Jahr nach Afrika. Pelikane futtern am liebsten Fisch. Foto: Gil Cohen Magen/XinHu

Viele von ihnen sind nach der langen Reise sehr hungrig und wollen möglichst viel Fisch fressen, bevor sie weiterfliegen. Manche sind noch sehr jung und erst in diesem Jahr geschlüpft. „Die Pelikane wandern jedes Jahr im Herbst von ihren Brutstätten aus Europa und West-Asien über Israel nach Afrika“, erklärt der Vogel-Experte Dan Alon.

Pelikan-Bevölkerung von rund 50 000 Tieren in Europa

Diese Pelikane haben noch eine weite Reise vor sich. Foto: Ariel Schalit
Diese Pelikane haben noch eine weite Reise vor sich. Foto: Ariel Schalit

„Daran ist die ganze Pelikan-Bevölkerung von rund 50 000 Tieren in Europa beteiligt.“ Der Weg ist hart und gefährlich, gerade für die jungen und schwachen Tiere. Pelikane gehören zu den schwersten Flugvögeln. Sie wiegen bis zu zwölf Kilogramm und müssen rund ein Kilo Fisch am Tag fressen.

Dan Alon erklärt: Die Vögel brauchen auf ihrer Reise alle 3000 Kilometer eine Pause, um Kraft zu tanken und Fische zu fressen. „Sie nutzen im Flug warme Luftströme, um sich tragen zu lassen.“

Alle 3000 Kilometer eine Pause, um Kraft zu tanken

„Diese Luftströme gibt es aber nur auf dem Landweg.“ Die Vögel fliegen also über Land und nicht über das Meer. Ihre Reise nach Afrika führt sie deshalb über Israel.

Viele natürliche Gewässer mit Fischen auf dem Weg sind schon seit Jahrzehnten ausgetrocknet. Deshalb kommen die ausgehungerten Pelikane in Israel manchmal zu künstlichen Fischbecken, um sich dort den Bauch vollzuschlagen. Das ist aber ein Problem für die Besitzer, die mit dem Fischverkauf ihr Geld verdienen. Früher haben sie manchmal sogar auf die Tiere geschossen, um sie zu vertreiben. Weil Pelikane eine geschützte Tierart sind, ist das aber in Israel verboten.

Vor allem Süßwasserfische, die man im Handel nicht verkaufen könnte

Israel will das Problem lösen: Tierschützer bringen deshalb mit Lastwagen lebende Fische in flache Teiche, um die Pelikane zu füttern.

„Das sind vor allem Süßwasserfische, die man im Handel nicht verkaufen könnte, weil sie zu klein sind zum Beispiel“, erklärt der Umwelt-Experte Amit Dolev.

In diesem Jahr sind erst rund 32 600 Pelikane auf der Durchreise nach Israel gekommen. Das seien viel weniger als in den Jahren davor, sagt Amit Dolev.

Er macht sich Sorgen, weil er nicht weiß, was mit den restlichen Vögeln passiert ist. „Wir haben noch keine Erklärung dafür – vielleicht werden wir es im nächsten Jahr verstehen.“

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