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Paula zieht lieber nicht auf den Turm

04.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum sollte jemand da oben wohnen?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich mal mit dem Andreas einen Spazierwatschler, äh, einen Spaziergang gemacht. Denn in unserem Heimbüro sitzen wir sehr viel. Und das ist nicht sehr gesund. Manchmal müssen wir uns einfach bewegen.

Wir waren dann gerade auf der Brücke. Da hat sich dann mein Magen bei mir gemeldet. Ich habe geschnattert: „Du, äh, müssen wir nicht nach Hause? Es gibt doch sicher bald Essen!“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Keine Angst, hungrige Paula! Wir haben noch vier Minuten Zeit. Das langt genau bis nach Hause!“

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Ich habe wieder geschnattert: „Woher willst du das so genau wissen? Du hast doch gar nicht auf die Uhr geschaut. Und auf das Handy auch nicht!“

„Ah, so ist sie, meine hochtechnisierte Zeitungsente! Hast du schon mal etwas von einer Kirchturmuhr gehört?“, hat er lachend gesagt. Und dabei hat er über seine Schulter auf unseren wunderschönen Laurentius-Kirchturm geguckt.

Ich bin natürlich trotz meines eigentlich schwarz-weißen Zeitungsgefieders ein bisschen rot geworden. Ich habe mich ein bisschen geschämt. Denn das hätte ich ja blicken müssen.

Ich habe deshalb erst mal gar nichts gesagt. Aber der Andreas schon. Er hat gemeint: „Na, Paula, vielleicht solltest du in der Türmerwohnung wohnen! Dann bist du ganz nah an der Uhr. Dann kannst du sie zwar nicht so gut sehen. Aber dafür hörst du die Glocken gut. Dann weißt du immer ganz genau, wann es Essen gibt!“

Zuerst habe ich ein bisschen grätig „Ha, ha, ha“ gesagt. Aber dann war ich wieder neugierig. „Türmerwohnung?“, habe ich gefragt. „Wer wohnt denn schon im Kirchturm? So ein Quatsch!“

Der Andreas hat nur den Kopf geschüttelt und geantwortet: „Das ist jetzt wirklich kein Quatsch, Paula! Früher hat eine ganze Familie im Turm gewohnt. Das ist aber lange her. Vor über 400 Jahren hat ein Blitzschlag den Kirchturm zerstört. Der wurde wieder aufgebaut. Und da hat man dann gleich oben eine Wohnung für den Türmer eingebaut. Der musste zu festen Zeiten vom Turm hinaus in die Stadt und die Landschaft gucken. Er hielt nach gegnerischen Soldaten oder auch nach Bränden zum Beispiel Ausschau. Er musste auch zu festen Zeiten mit der Trompete oben vom Turm blasen. Das konnte man in der ganzen Stadt hören. Auf manchen Türmen waren die Türmer auch für die Kirchenglocken zuständig. Und für die Kirchenmusik. Das ist aber wirklich schon sehr lange her.“

„Klar“, habe ich gemeint, „so lange, dass heute keiner mehr da oben wohnen muss, gell! Und ich will da auch nicht wohnen. Da müsste ich ja in die Stadt immer die vielen Treppen runterwatscheln. Zum Beispiel zum Salatkaufen auf dem Markt. Oder wenn ich eine Zeitungsgeschichte für die Kinder suche. Bestimmt wohnt nirgendwo mehr jemand auf dem Turm! Na ja, bei den schlauen Tieren bin ich mir sicher. Bei den komischen Menschen nicht so!“

Bei den letzten Worten habe ich ein bisschen gelächelt. Aber der Andreas hat dann gleich so komisch geschaut. Das macht er immer, wenn er etwas Seltsames oder Besonderes weiß.

Tatsächlich hat er erzählt: „Na ja, du kennst die Katze Wendelstein nicht . . .“

„Was?“, habe ich geschnattert und entsetzt noch einmal auf den Nürtinger Kirchturm geguckt. „Da oben wohnt eine Katze?“

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „nicht in Nürtingen auf dem Kirchturm, sondern in Nördlingen auf dem Kirchturm. Das klingt so ähnlich. Aber Nördlingen ist eine schöne, alte Stadt in Bayern. Die haben auch einen tollen Kirchturm. Der heißt aber nicht Laurentius. Der heißt Daniel. Und er ist viel höher als unser Turm. Der Laurentius ist 48 Meter hoch. Ein Fußballplatz ist halb so lang. Und der Daniel-Turm ist fast 90 Meter hoch. Trotzdem wohnt da die Katze Wendelstein. Die heißt so, weil man früher den Turm so genannt hat. Sie jagt dort oben die Tauben weg. Diesen Job macht sie seit zehn Jahren. Deshalb hat sie jetzt auch vom Oberbürgermeister einen Geschenkkorb mit Leckereien bekommen. Ich zeige dir ein Bild davon! Also, Paula, wenn du mal zehn Jahre auf dem Laurentiusturm wohnen würdest, würdest von unserem Oberbürgermeister nach zehn Jahren auch einen Korb mit Salat und Schokolade bekommen.“

„Na ja“, habe ich gemeint, „das wäre zwar lecker. Aber dafür will ich nicht auf den Turm ziehen. Ich bin ja die Zeitungsente Paula und nicht die Turmente Paulentius.“ Eure Paula

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