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Paula zeigt ihren Arbeitsplatz

09.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: „Schule zu Hause“ gab’s schon früher

Hallo, liebe Kinder,

ich wollte euch ja schon lange mal ein Bild von mir bei der Arbeit zeigen. Das mache ich heute! Da seht ihr mich am Schreibtisch in Andreas’ Heimbüro. Die Menschen müssen ja immer ein englisches Wort nehmen. Deshalb heißt das ja auch „Homeoffice“.

Ja, und viele von euch gehen ja gerade in die Heimschule. Das heißt dann „Homeschooling“. Der Andreas hatte mir in dieser Woche ja erzählt: Wir sind nicht die ersten Menschen und Enten die zu Hause in die Schule gehen.

Ich habe zu ihm gesagt: „Mussten die auch wegen solcher Viren zu Hause bleiben und von da arbeiten und lernen?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas gesagt, „das hatte andere Gründe. Heute müssen eigentlich alle Kinder in die Schule. Das schreibt ein Gesetz vor. Und auch in der Corona-Zeit lernen die Kinder ja, was ihnen die Lehrer vorgeben. Sie machen das eben nur zu Hause.

Manche Eltern wollten und wollen ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Die wollen denen lieber selber was beibringen. Meistens lehnen sie dann manches ab, das die Kinder in der Schule lernen. Da kann es zum Beispiel um den Glauben gehen. Manche glauben auch nur, dass sie besser auf ihre Kinder eingehen können und das Lernen zu Hause bei den Eltern für sie besser ist.

Ja, und früher war das bei den reichen und mächtigen Leuten richtig in Mode. Königs- und Fürstenkinder wurden lange zu Hause unterrichtet. Und auch die Kinder von anderen berühmten Leuten lernten zu Hause. Der Dichter Goethe machte Homeschooling. Oder auch der berühmte Komponist Mozart.“

„Und die Eltern haben die dann zu so tollen Typen erzogen? Haben die denen so tolle Sachen beigebracht?“, habe ich gefragt.

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „die hatten extra Lehrer. Die kamen dann zu denen nach Hause. Die nannte man früher ganz wichtig ,Hofmeister‘. Kennst du den Dichter Hölderlin?“

„Ja, klar“, habe ich geschnattert, „der ist doch in Nürtingen aufgewachsen. Sein 250. Geburtstag war doch erst!“

„Richtig, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Und der war auch eine lange Zeit Hofmeister und damit Lehrer von den Kindern von reichen Leuten. Hölderlin konnte nämlich als Dichter nicht genug Geld verdienen. Seine Mutter wollte, dass er Pfarrer wird. Das wollte der Hölderlin aber nicht. Also ist er Hofmeister geworden. Das hat ihm aber nicht immer Spaß gemacht. Denn manche Kinder waren nicht so tolle Schüler. Aber er brauchte das Geld zum Leben.“

„Tja“, habe ich gemeint, „jetzt gehe ich zwar ins Heimbüro und nicht in die Heimschule. Und eine Lehrerin bin ich auch nicht. Und auch nicht ein ganz berühmter Dichter oder ein berühmter Komponist. Aber immerhin kennen mich hier in Nürtingen und in der Gegend viele Leute. Deshalb bin ich eine berühmte Zeitungsente. Dann werden die Leute auch mal sagen können: Die Paula hat während der Corona-Zeit auch zu Hause gearbeitet.“ Eure Paula

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