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Paula zählt ab jetzt immer die lieben Sch(l)afreparierer

17.10.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum ist ausreichender                                   Schlaf eigentlich so wichtig?

Hallo, liebe Kinder,

vor kurzem bin ich nachts in meinem Bettchen gelegen – wie eigentlich immer. Aber irgendetwas war anders. Denn ich konnte nicht einschlafen. Irgendwie gingen mir zu viele, viele Gedanken in meinem schönen, runden Entenköpflein herum.

Am nächsten Morgen bin ich dann ganz arg erschrocken. Der Andreas stand neben mir und hat gerufen: „He, liebe Zeitungsente, aufwachen! Wir müssen doch arbeiten! Die Kinder warten auf eine Zeitungsseite von uns! Das weißt du doch!“

Ich bin richtig in die Höhe geflattert vor Schreck. Mein Herzlein hat heftig geschlagen. Dann habe ich geschnattert: „Was heißt hier aufwachen? Ich habe gar nicht geschlafen!“

„So?“, hat der Andreas ganz komisch gefragt. „Ehrlich? Warum bist du dann so erschrocken?“

„Äh, na ja“, habe ich geschnattert, äh, gestottert. „Ich kann mich gar nicht mehr erinnern. Ich kann mich nur noch an gestern Nacht erinnern. Da konnte ich einfach nicht einschlafen. Ich habe immer überlegt: ,Was erzählen wir den Kindern bloß für eine Geschichte am Samstag?‘“

„Ah“, das kenne ich“, hat der Andreas lächelnd gesagt und ganz lieb über mein schönes, rundes Entenköpflein gestreichelt. „Das kann ja mal passieren. Da denkt man dann an so viele Sachen . . . Und dadurch findet man gar nicht gleich zur Ruhe. Deshalb schläft man eine Weile nicht ein. Aber irgendwann ist man dann doch ganz arg müde. Und so schläft man doch ein. Du hast ganz ruhig gepennt, Paula. Na ja, bis auf das Schnarchen!“

„Ja“, habe ich gesagt und überlegt: „Mir geht es auch ganz gut. Wahrscheinlich stimmt das. Wahrscheinlich habe ich doch geschlafen. Aber ich muss wirklich spät eingeschlafen sein. Denn sonst wäre ich doch wie immer vor dir aufgewacht. Du bist doch von uns beiden die größere Schlafmütze!“

Der Andreas hat gelächelt. Und er ist ein bisschen rot geworden. Er hat geantwortet: „Da hast du natürlich recht, liebe Paula. Bestimmt hast du ein bisschen länger geschlafen als sonst. Man braucht ja seinen Schlaf auch.“

„Klar“, habe ich gemeint, „Schlafen ist schön. Das macht richtig Spaß.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „aber man schläft nicht nur zum Spaß. Schlafen ist sehr wichtig. Nehme mal dich heute als Beispiel, Paula! Du bist spät eingeschlafen. Dafür warst du heute morgen nicht so früh wach. Trotzdem bist du ganz gut drauf. Also hast du dich erholt. Im Schlaf wird nämlich unser Körper eigentlich so richtig repariert.“

„Wie?“, habe ich dazwischengeschnattert, „repariert? Ich bin doch kein Auto. Äh, und der Menschen- oder Entenreparierer ist doch der Doktor. Und bei dem war ich doch auch nicht in der letzten Nacht!“

„Ja, klar“, hat der Andreas gemeint, „da brauchst du auch keinen Automechaniker oder einen Doktor dafür! Das kriegt dein zeitungsgefiederter Entenkörper ganz alleine hin. Du musst nur schlafen! Dann können nämlich die Hormone ihre Arbeit machen!“

„Die Hormonen? Sind das die Enten- und Menschenmechaniker?“, habe ich geschnattert.

Der Andrea hat gelacht und mich gelobt: „Da hast du eigentlich recht, Paula. Die reparieren uns. Und sie lassen die Kinder wachsen. Aber das sind jetzt keine Zwerge in deinem Körper oder so. Das sind einfach Stoffe. Die werden im Schlaf in deinem Körper ausgeschüttet. Das Wort ,Hormon‘ kommt vom alten griechischen Wort ,horman‘. Das bedeutet so viel wie ,anregen, antreiben‘. Die Hormone regen nämlich deine Zellen an. Aus diesen kleinen Teilen bestehen ja unsere Körper. Die wachsen dann immer schön nach. Und so wird unser Körper immer repariert. Und die Kinder wachsen dann im Schlaf so richtig. Deshalb müssen die noch mehr schlafen als die Erwachsenen. Unser Gehirn arbeitet übrigens im Schlaf weiter. Es sortiert Gedanken und so. Deshalb träumen wir auch.“

„Ja, das soll das Gehirn ruhig nur im Schlaf machen. Das ist mir lieber. Ich will ja immer gleich einschlafen. Aber mein doofes Entenköpflein hat das letzte Nacht ja nicht wollen“, habe ich geantwortet.

Der Andreas hat geantwortet: „Ach, Paula, da habe ich eine Idee für dich. Du kannst ja Schäfchen zählen . . .“

„Was?“, habe ich dazwischengeschnattert, „Schafe? Ich soll die nachts suchen gehen draußen? Und dann machen die dauernd ,Määäääh‘ und so. Da bin ich doch erst recht wieder wach!“

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „Oh, Paula, du sollst doch keine echten Schafe zählen. Du stellst dir das nur vor in deinem Bett. Du stellst dir das erste Schäflein vor und zählst es mit ,Ein Schäflein‘. Dann stellst du dir das zweite Schäflein vor und zählst es mit „Zwei Schäflein‘. . . Und dann stellst du dir . . .“

Ich musste richtig gähnen. Ich habe losgeschnattert: „Gääähhhn, halt! Hör auf mit den Schafen! Ich schlafe gleich wieder ein. Und wir müssen doch heute noch arbeiten und für die Kinder eine Zeitung machen.“

„Klar“, hat der Andreas lachend gesagt. „Mit dem Zählen von den Schafen verjagst du die ganzen aufregenden Gedanken. Und so kannst du gut einschlafen.“

„He“, habe ich mich gefreut und gesagt, „dann sind das ja richtig Schafreparier, äh, Schlafreparierer. Das probiere ich heute Abend gleich aus. Määäh, äh, gääääähn.“ Eure Paula

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