Paulas Nachrichten

Paula wundert sich über die gelben Autos

28.04.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Arbeit gewatschelt. Auf dem Parkplatz kam gerade der Andreas mit seinem Auto hergefahren. Ich habe ihn aber gar nicht erkannt. Er hat nämlich ein rotes Auto. Aber dieses da war eher gelb. Ich habe geschnattert: „He, hast du ein neues Auto? Aber dein altes war doch noch gut und noch gar nicht so alt!“

Der Andreas hat jetzt so groß geguckt wie sein eigenes Auto. Er hat mich nämlich nicht verstanden. Er hat gesagt: „Ein neues Auto? Äh, nein. Das ist doch mein altes Auto! Ich kaufe doch nicht dauernd neue Autos!“

Jetzt habe ich geguckt wie ein Auto mit riesigen großen Lichtern. Denn jetzt habe ich nichts mehr verstanden. Ich habe weiter geschnattert: „Aber du hattest immer ein rotes Auto! Jetzt ist es eher gelb!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gemeint: „Das stimmt natürlich, liebe Paula! Aber das ist trotzdem mein altes rotes Auto!“

In diesem Moment ist ein Kollege vom Andreas auf den Parkplatz gefahren. Der hat normalerweise ein schwarzes Auto. Aber das war auch ziemlich gelb. Jetzt habe ich noch mehr geguckt wie ein Auto.

„Habt ihr denn eure Autos anders angemalt?“, wollte ich wissen.

„Nein, Paula, ein Auto malt man nicht einfach so an. Außerdem gefällt mir die rote Farbe ganz gut! Die gelbe Farbe kommt von den Pollen!“

„Die Pollen? Wer ist das? Malen die einfach fremde Autos an? Die spinnen ja wohl. Denen müssen wir mal die Polizei auf den Hals hetzen!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Genau, Paula! Die Pollen kann keiner so richtig leiden. Aber brauchen tun wir sie schon auch!“

Ich habe natürlich weiter geguckt wie ein Auto.

Der Andreas hat erklärt: „Aber Paula, die Pollen sind doch keine Menschen. Und freche Tiere sind sie auch nicht. Die malen also die Autos nicht an. Die Pollen sind der Blütenstaub von Bäumen. Die Bäume blühen im Frühjahr. Dann fliegt der Staub herum. Und dann bleibt er überall liegen. Auf den Autos kann man ihn besonders gut sehen.“

Ich habe kurz überlegt. Dann habe ich mir die Autos einmal näher angeschaut. Klar, das war wirklich keine Farbe. Das war einfach gelber Staub. Die Geschichte mit den Blüten hatte ich schon einmal gehört. Plötzlich kam mir auch das Wort Pollen ein bisschen bekannt vor.

Ich habe gesagt: „Hm, das mit den Pollen . . . Da muss man doch immer niesen und so. Gell? Hat das was damit zu tun?“

Der Andreas hat mich erst einmal gelobt. „Na“, hat er gemeint, „jetzt bist du wieder meine kleine, liebe, schlaue Zeitungsente! Klar, die Pollen sorgen auch für den Heuschnupfen.“

„Ah“, habe ich gesagt, „bekommt man vom Heu den Schnupfen?“

„Nicht ganz“, hat der Andreas geantwortet, „aber so vor 100 Jahren hat man eines beobachtet: Die Menschen haben bei Kontakt mit Heu oder Gras den Schnupfen bekommen. Deshalb gibt es das Wort Heuschnupfen. Die Gräserpollen können das auch tatsächlich verursachen. Aber gerade sind die Pollen von Bäumen unterwegs. Gegen die kann man auch allergisch sein.“

„Algerien?“, habe ich gefragt, „das ist doch in Afrika! Kommen die Pollen aus Afrika?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er aber gesagt: „Nein, in Afrika hat es gar nicht so viele Bäume. Und die Pollen können auch nicht von Afrika bis hier zu uns herfliegen. Das ist viel zu weit. Das heißt ja auch überhaupt nicht algerisch. Es heißt allergisch. Das Wort Allergie kommt von den alten Griechen. Die hatten das Wort ,allos‘, das heißt ,fremd‘. Und das Wort ,ergon‘. Das heißt so viel wie ,Arbeit‘ oder ,Reaktion‘. Also reagiert der Körper bei einer Allergie auf fremde Stoffe – und er reagiert falsch. Die Pollen sind nämlich harmlos. Aber der Körper hält sie für gefährlich. Er reagiert darauf. Man niest, man hat eine verstopfte Nase, die Augen tränen. Und manche Menschen können ganz schlecht atmen.“

„Oh“, habe ich gemeint und mich ein bisschen von den gelben Autos zurückgezogen.

„Du brauchst keine Angst zu haben, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Es ist nicht jeder allergisch gegen diese Pollen. Und die gelben Teile da machen sowieso nichts aus. Das sind Pollen von den Fichten. Die blühen diesmal ganz stark auf einmal. Denn vor Kurzem war es ihnen noch zu kalt. Da haben sie abgewartet. Und jetzt blühen sie ganz viel. Aber gegen ihre Pollen ist man dafür eigentlich gar nicht allergisch. Die Fichtenpollen sind nämlich zu groß. Man ist eher zum Beispiel gegen Birkenpollen allergisch. Aber die sieht man kaum. Die sind viel zu klein.“

„Dann mag ich lieber die gelben Riesenpollen. Die Farbe ist ja gar nicht so schlecht. Und der Regen kann sie ja wieder wegspülen.“ Eure Paula

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