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Paula wundert sich über das bunte Laub

10.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

diese Woche gab’s ja noch einmal so richtig schöne Tage. Der Andreas hat gleich zu mir gesagt: „Das musst du ausnützen, Paula. Das könnten die letzten schönen Tage sein.“ Natürlich hat er nur die letzten schönen Tage des Jahres gemeint. Aber ich glaube das nicht. Da kommen bestimmt noch einmal ein paar sonnige Tage. Die Pressemenschen neigen manchmal dazu, etwas zu übertreiben. Aber pssst, das dürft ihr nicht dem Andreas verraten. Sonst ist er noch beleidigt.

Der war diese Woche sowieso schon einmal beleidigt mit mir. Ich habe ihn besucht. Er ging vor mir die Treppe runter. Da habe ich entdeckt: Der hat ja einen kleinen Fleck auf dem Kopf ohne Haare! Darauf habe ich ihn gleich angesprochen: „He, warum hast du denn da keine Haare mehr? Haben die der Friseurin nicht mehr gefallen?“

Das hat er überhaupt nicht lustig gefunden. Irgendwie hat er traurig ausgesehen. Ich habe zu ihm gesagt: „Jetzt sei doch nicht traurig wegen den paar Haaren, du gefällst mir auch so ganz gut!“

Da hat der Andreas wieder ein bisschen freundlicher geguckt. Er hat mir erklärt: „Weißt du, Paula. So eine kleine Glatze bedeutet, dass ein Mann älter wird. Da werden bestimmte Stoffe vom Körper nicht mehr hergestellt. Und die Stoffe braucht man, damit die Haare nachwachsen.“

Das hat mich dann schon gewundert: „Aber so alt bist du doch noch gar nicht“, habe ich eingewendet. Der Andreas hat gelächelt. „Danke für das Kompliment, Paula. Die Haare gehen ja auch nicht alle auf einmal aus. Das dauert eine Weile. Mit so einer kleinen Tonsur fängt es eben an.“

Das habe ich nicht verstanden. „Was für eine Uhr? Du hast eine Uhr auf dem Kopf?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat gelacht: „Aber doch nicht ,Uhr‘, ,Tonsur‘ heißt das, Paula! Die Mönche hatten früher so eine Tonsur. Mönche sind Männer, die in einem Kloster leben. Ein Kloster ist so etwas wie ein kleines Dorf. Dort leben nur Männer, die immer beten und Gott dienen wollen. Das sind die Mönche. Früher hat man sich die Haare abrasiert, wenn man für eine böse Tat büßen wollte und den lieben Gott um Verzeihung bitten wollte. Also wollten die Mönche mit dem Haarkranz zeigen, dass sie ganz dem lieben Gott gehören. ,Tonsur‘ kommt natürlich von dem lateinischen Wort für ,scheren‘.“

Ich musste überlegen. Schließlich verlieren die Bäume ja gerade ihre Blätter – wie der Andreas seine Haare verliert. „Sind denn die Bäume auch so alt? Die verlieren doch gerade alle ihre Blätter!“, habe ich gesagt.

„Also, Paula“, hat der Andreas gesagt und mich ganz schief angeschaut, „die meisten Bäume sind natürlich älter als ich. Manche Bäume werden ja sogar ein paar hundert Jahre alt. Und in Amerika gibt’s Bäume, die haben schon gelebt, als Jesus geboren wurde. So alt bin ich auch wieder nicht.“

„Das habe ich auch nicht gemeint“, habe ich ihn beruhigt.

Der Andreas hat gleich weitergeredet: „Überlege mal, Paula. Sehen denn die Bäume immer so bunt aus wie im Herbst oder so kahl wie im Winter?“

Ich musste nur kurz nachdenken: „Nein, das tun sie nicht. Im Frühling gibt’s wieder Bäume mit herrlich grünen Blättern.“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt und gemeint: „Eben. Und das sind genau dieselben Bäume. Die Blätter verfärben sich und dann werfen die Bäume sie ab. Im Frühling sind dann wieder neue nachgewachsen.“

„Wachsen dann deine Haare auch im Frühling nach?“, habe ich gleich gefragt. Ich habe allerdings am beleidigten Blick vom Andreas gemerkt, dass das eine blöde Frage war. Er schnauzte mich an: „Mensch, Paula, ich bin doch kein Baum!“

„Schon gut“, habe ich ihn beruhigt, „aber warum werfen denn die Bäume ihre Blätter dann ab, wenn es mit dem Alter nichts zu tun hat?“

„Das ist ganz einfach“, hat der Andreas gemeint, „ich erkläre dir das: Die Bäume geben eigentlich über die Blätter Wasser an die Luft ab, wenn sie zu vieles haben. Das Wasser verdunstet. Aber wenn der Boden im Winter hart gefroren ist, können sie kein Wasser mehr aus ihm holen und in die Blätter pumpen. Und wenn der Baum dann noch so viele Blätter hat, verdurstet er. Deshalb schickt er bestimmte Stoffe in seine Blätter. Und die sorgen dafür, dass die Blätter abfallen.“

„Ja und warum verfärben die sich vorher? Nur weil das schön aussieht?“, wollte ich noch wissen.

„Tja, das könnte man wirklich meinen, Paula. So ist es aber nicht. In den Blättern sind wichtige Stoffe, von denen sich die Bäume ernähren. Und bevor sie die Blätter abwerfen, ziehen die Bäume diese Stoffe aus den Blättern raus und lagern sie in ihren Wurzeln für den Winter. Einer dieser Stoffe macht die Blätter grün. Und wenn der weg ist, sehen die Blätter eben anders aus.“

Ich habe mir noch überlegt, ob das mit den Haaren vom Andreas genauso ist. Schließlich werden viele davon erst grau, bevor sie abfallen. Aber ich habe mich nicht mehr getraut. Ich war ja schon frech genug zu ihm, liebe Kinder! Eure Paula

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