Paulas Nachrichten

Paula würde Steuern zahlen

15.03.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Seine Kollegen und er haben sich aufgeregt unterhalten. Die haben geschnattert wie Enten. Ich habe gesagt: „Ihr sprecht von Uli Hoeneß? Das ist doch der Fußballmensch von den Bayern! Haben die wieder ein paar Pokale gewonnen?“

Der Andreas hat geantwortet: „Ja, das ist der. Aber diesmal geht’s nicht um Pokale. Diesmal geht’s um Steuern.“

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Also habe ich gefragt: „Steuern? Geht’s beim Fußball nicht um Pokale? Bekommen die diesmal ein Steuer? So ein Lenkrad oder was? Aber das muss doch jedes Auto sowieso haben!“

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt. Er hat gesagt: „Nein, Paula. Dieses Steuer ist da nicht gemeint. Die Steuern sind gemeint. Das ist Geld, das man an den Staat zahlen muss. Das Wort kommt wahrscheinlich vom alten deutschen Ritterwort ,stiura‘. Das bedeutet so viel wie ,Stütze‘. Damit ist ,Unterstützung‘ gemeint. Man unterstützt mit den Steuern, mit dem Geld, den Staat.“

„Ach, und der Bayern-Typ muss zahlen, weil die so viele Pokale gewonnen haben?“, wollte ich wissen.

„Das nicht“, hat der Andreas geantwortet. „Jeder muss Steuern zahlen. Der Uli Hoeneß hat viel zu wenig Steuern gezahlt. Deshalb muss er ins Gefängnis.“

Ich habe einen riesigen Schreck bekommen. Ich habe gestottert: „Äh, äh, äh, der, der, der mu-mu-muss ins Gefängnis. . . . weil er zu we-we-wenig Steu-eu-euern gezahlt hat? I-I-I-Ich habe noch nie welche gezahlt! Mu-mu-muss ich jetzt auch ins Gefängnis? Oje!“

Der Andreas hat zuerst ein bisschen gelächelt. Aber dann war er ganz lieb zu mir. Er hat nämlich gesehen: Die Paula hat wirklich so richtig Angst.

Er hat schnell gesagt: „Keine Angst, Paula, du musst nicht ins Gefängnis. Ich erkläre dir das: Jeder, der Geld verdient, muss davon einen Teil an den Staat abgeben. Wer viel Geld verdient, zahlt mehr. Wer weniger Geld verdient, zahlt weniger. Mit dem Geld werden dann viele wichtige Aufgaben erledigt. Es werden zum Beispiel Schulen gebaut und die Lehrer bezahlt. Und auch all die anderen Menschen, die für den Staat arbeiten, werden damit bezahlt. Es werden zum Beispiel auch Krankenhäuser gebaut. Und natürlich Straßen. Davon haben alle etwas. Deshalb müssen auch alle etwas zahlen. Alle, die auch etwas verdienen.“

Ich habe aufgeatmet und gemeint: „Ach ja, und als kleine Zeitungsente verdiene ich ja noch nichts. Na gut. Dann muss ich ja noch nichts zahlen. Hihihi. Und auch nicht ins Gefängnis! Aber ist Gefängnis für den Hoeneß nicht zu hart?“

Der Andreas hat überlegt: „Das ist schon hart. Aber es ist eben ein Verbrechen. Wenn jeder das machen würde, hätte der Staat kein Geld. Ein Gesetz sagt, dass man Steuern zahlen muss. Und wer das nicht macht, bricht ein Gesetz. Das ist ein Verbrechen. Das ist, als würde man dem Staat Geld klauen. Der Hoeneß hat sein Geld versteckt, damit er keine Steuern zahlen muss.“

Das habe ich verstanden. Ich habe gemeint: „In Ordnung. Also, wenn ich mal was verdiene, zahle ich meine Steuern.“

Der Andreas hat gemeint: „Das ist gut. Das kannst du ja dem Nürtinger Finanzamt schon mal sagen. Das kümmert sich um die Steuern.“

Ich habe gesagt: „Hä? Warum heißt das dann Finanzamt und nicht Steueramt?“

„Gute Frage“, hat der Andreas gemeint. „,Finanzen‘ sagt man zum Geld, das der Staat hat. Das kommt vom französischen Wort ,finance‘. So haben die früher ihre Geldgeschäfte genannt. Das französische Wort kommt vom Römerwort ,finis‘. Das heißt Grenze. Denn wenn man Waren über eine Grenze fährt, um sie dort vielleicht zu verkaufen, muss man dem Staat Geld als Zoll bezahlen.“

Das habe ich zwar verstanden. Ich würde zu dem Finanzamt aber trotzdem lieber Steueramt sagen. Das muss ich denen mal erklären! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula hat gar keine Räder

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu.…

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