Paulas Nachrichten

Paula würde sich gerne einen Iglu bauen

27.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

das war der Hammer gestern Morgen! Ich bin so richtig müde aufgewacht. Meine runden Äuglein wollten gar nicht aufgehen. Aber dann habe ich plötzlich so einen hellen Schimmer gesehen. Ich bin schnell zum Fenster. Schnee! Das hat mich riesig gefreut. Der erste Schnee des Winters ist eben immer was ganz Besonderes.

Ich bin also so schnell wie möglich durch den wunderbaren, kalten, weichen Schnee zum Andreas gewatschelt. Ich habe mir gedacht: „Dem wirfst du erst einmal einen schönen Schneeball ans Fenster. Dann fällt er aus dem Bett!“

Als ich an sein Haus gekommen bin, war aber schon eine richtige Schneeballschlacht im Gange. Die Bälle flogen von links nach rechts, von rechts nach links. Das war der Sohn vom Andreas mit seinen Freunden. Es sah gar nicht so aus, als würden sie noch in die Schule gehen wollen. Den Andreas habe ich zuerst nicht entdeckt. Aber dann habe ich ihn doch noch gesehen. Er stand ganz verfroren im Jogginganzug in der Haustüre und hat die Kinder ganz mürrisch beobachtet. Wenn er überhaupt was gesehen hat. Seine Augen waren nämlich noch viel kleiner als meine zuvor. Aber das ist bei dem Morgenmuffel ja völlig normal.

Die Jungs sind dann doch in die Schule abgeschwirrt. Unter schwerem Beschuss natürlich. Der Andreas hat nur den Kopf geschüttelt. Dann hat er mir aber doch noch zugelächelt.

„Komm, Paula, jetzt gehen wir hoch und machen uns erst einmal einen schönen heißen Tee. Und dann lesen wir zusammen Zeitung“, hat er zu mir gesagt.

Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Schließlich hatte ich meine erste Schneeballschlacht der Saison ja schon hinter mir. Deshalb war mir schon ein bisschen kalt.

„Hast du vorhin keine Lust auf eine Schneeballschlacht gehabt?“, habe ich den Andreas gefragt.

Der hat gelacht und gemeint: „Aber Paula, du weißt doch: Am frühen Morgen ist mir noch nicht so nach Rumhüpfen und Werfen. Nach kaltem Schnee und so. Ich könnte mich höchstens mit einem Iglu anfreunden.“

Ich habe das gar nicht verstanden. „Wie? Du willst am frühen Morgen schon fettige Fischstäbchen haben? Womöglich zum Frühstück?“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat geglotzt wie ein Auto. Er hat mich gar nicht verstanden. Zuerst habe ich gedacht, das liegt an der frühen Uhrzeit. Aber dann hat er ganz laut losgelacht. „Aber Paula, ich habe doch Iglu gesagt – und nicht Iglo. Die Fischstäbchen heißen Iglo. Und du weißt doch genau, dass ich die nicht so mag. Mein Sohn mag die schon viel lieber.“

Das hat mir jetzt natürlich nicht alles erklärt. Ich habe also gesagt: „Gut, die Fischstäbchen heißen Iglo mit O. Aber was soll dann Iglu mit u heißen?“

Der Andreas hat seine Teetasse und seine Zeitung beiseitegelegt. Dann hat er mir erklärt: „Also, ein Iglu ist ein Haus aus Schnee.“

Das habe ich ihm nicht geglaubt. Deshalb habe ich ihn ganz schief angeschaut und gesagt: „Ein Haus aus Schnee? Wie soll denn das gehen? Das ist ja entweder richtig kalt oder es schmilzt davon.“

„Das liegst du gar nicht so falsch, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Die Iglus gab es vor allem früher bei den Eskimos. Das sind die Menschen, die in den nördlichen Polargegenden leben. Ein Teil der Eskimos sind die Inuit. Das heißt in ihrer Sprache einfach ,Mensch‘. Die Sprache heißt Inuktitut. Und aus dieser Sprache kommt auch das Wort Iglu. Das bedeutet bei ihnen einfach ,Wohnung‘. Bis vor 60 Jahren haben manche von ihnen noch im Iglu gewohnt. Heute bauen sie sich so eine runde Schneehütte nur noch manchmal. Zum Beispiel auf der Jagd oder beim Wandern – wenn schlechtes Wetter kommt. Die machen sich dann aus Schnee richtige Bausteine. Und die werden dann aufeinandergeschichtet. Der Iglu sieht aus wie eine Kuppel, weil er oben immer schmaler wird. Bis dann oben alles zu ist.“

„Ja ist das dann da drinnen nicht richtig kalt?“, wollte ich wissen.

„Für unsere Verhältnisse schon“, hat der Andreas geantwortet. „Zwischen null und fünf Grad plus hat es da drinnen.“

„Brrrrrrr“, habe ich gemeint. „wenn man eine Schneeballschlacht draußen macht, ist das eine gute Temperatur. Aber für das Innere eines Hauses?“

Der Andreas hat gelacht: „Tja, die Eskimo sind andere Temperaturen gewöhnt als wir. Bei denen hat es auch mal Temperaturen kälter als 40 Grad minus. Dann schirmt der Schnee die Kälte ab und im Iglu wird es nicht kälter als null Grad. Dann ist das schon toll.“

Ich habe kurz überlegt. Dann hatte ich eine Idee: „Also, Andreas, dann ziehe gleich mal deine warmen Klamotten an. Dann bauen wir uns einen Iglu. Und wenn dein Sohn mit seinen Freunden wiederkommt, verstecken wir uns und bewerfen sie aus unserer Schneehütte heraus mit Schneebällen.“

Der Andreas hat aber gesagt: „Aus dem Schnee kann man noch keinen Iglu bauen. Da müssen wir noch auf mehr Schnee warten. Aber vielleicht schaffen wir das ja mal in diesem Winter. So lange kannst du ja mal erst einmal ein bisschen spazieren gehen im Schnee, Paula!“

„Schade“, habe ich gemeint. „Kommst du wenigstens mit zum spazieren?“

Der Andreas hat plötzlich wieder ganz müde geguckt. Was meint ihr, was er geantwortet hat? Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula will nicht auf dem Kopf stehen

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal ganz früh zum Andreas gewatschelt. Es war so warm. Deshalb habe ich nicht so lange schlafen können.

Der Andreas ist aber noch beim Frühstück gesessen. Die Redakteure fangen ja immer ein bisschen später mit dem Arbeiten an. Denn sie…

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