Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Paula würde keinen Bösewicht spielen

21.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in so einer Stadt kann man wirklich allerhand erleben. Letzten Samstag war ich in Nürtingen unterwegs. Ich mag den Markt sehr gern. Da trifft man viele Menschen. Plötzlich habe ich aber in der Fußgängerzone ganz komische Typen gesehen. Die sahen sehr unheimlich aus. Alle drei hatten Helme auf. Zwei davon waren ganz weiß. Und einer war schwarz. Aus seinem Helm kamen große Schläuche heraus. Der eine von den Weißen hatte sogar etwas dabei, das wie ein Gewehr aussah.

Mein Herz hat plötzlich ganz fürchterlich schnell geschlagen. Denn ich habe richtig Angst gehabt. Deshalb habe ich mich erst einmal hinter eine Häuserecke versteckt.

Aus der anderen Richtung ist plötzlich der Andreas mit seinem Sohn gekommen. Die waren gut drauf. Die haben ganz fröhlich auf die seltsamen Gestalten gezeigt und sind zielstrebig auf sie zugegangen. Ich bin schnell zu ihnen hingewatschelt und wollte sie wegziehen.

„He, passt doch auf, wenn die euch sehen! Die sehen richtig gefährlich aus!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat weiter fröhlich gelacht und gemeint: „Na klar, Paula. Die sind wirklich sehr gefährlich! Das sind sogar richtige Bösewichte. Die gehören nämlich zum Imperium!“

„Imperwas?“, habe ich mich aufgeregt. „Das sind richtige Bösewichte und du lachst? Und läufst ihnen auch noch entgegen? Du spinnst wohl! Du musst doch wenigstens auf deinen Sohn aufpassen!“

Aber der Sohn vom Andreas hat auch gelacht. Und er ist weitergegangen. Da habe ich mir plötzlich gedacht: „Mensch Paula! Die veräppeln dich! Da stimmt doch etwas nicht!“

Also bin ich mal mit ein paar Metern Abstand hinter ihnen hergelaufen. Die haben die komischen Kerle wirklich ganz freundlich begrüßt. Der Andreas hat irgendwas gesagt. Das klang ungefähr so: „Möge die Macht mit euch sein!“

Dann haben sie sich mit denen unterhalten und der Sohn vom Andreas hat sich mit ihnen fotografieren lassen.

Endlich hat sich der Andreas zu mir umgedreht und gemeint: „Also Paula, das sind Figuren aus einem Film. Der heißt ,Star Wors‘. Das schreibt man aber S-T-A-R-W-A-R-S. Das ist englisch und heißt ,Krieg der Sterne‘.“

„Krieg der Sterne?“, habe ich wieder geschnattert. „Und den führen die hier in Nürtingen? Das glaube ich ja gar nicht!“

Der Andreas hat die Augen verdreht und gesagt: „Aber nein, Paula! Die führen keinen Krieg! Das ist nur im Film so! Im Film kämpfen die Guten gegen die Bösen. Aber das sind natürlich nur Schauspieler. Das ist eine Geschichte. Eine erfundene Geschichte. Und der ,Krieg der Sterne‘ ist so eine Art Weltraum-Märchen. Das hat ein bisschen was von einer Ritter-Geschichte. Und ein bisschen etwas von einer Wild-West-Geschichte. Nur dass diese Geschichte im Weltraum spielt. Deshalb gibt es da auch Sturmtruppler. Das ist der mit dem Gewehr. Und es gibt einen Skaut. Das ist auch englisch und man schreibt es S-C-O-U-T. Der sucht Feinde. Scouts gab’s im Wilden Westen auch. Die kannten immer die Gegend und die Indianerverstecke. Die haben die Armeen geführt. Und der Schwarze da drüben mit den Schläuchen ist ein Raumschiff-Pilot. Schließlich spielt das Märchen ja im Weltraum.“

Langsam habe ich verstanden. „Aha“, habe ich gesagt. „Und die machen den Film jetzt hier in Nürtingen?“

Der Andreas hat gelächelt. „Nein, nein, Paula“, hat er gesagt. „Die ,Star-Wars‘-Filme wurden schon vor vielen Jahren gedreht. Die werden aber immer wieder gerne angeguckt. In den Kostümen hier in Nürtingen stecken ,Star-Wars‘-Fans. Der Sturmtruppler ist sogar aus Nürtingen. Die verkleiden sich halt so wie an Fasching. Das macht ihnen großen Spaß.“

Das habe ich wieder nicht verstanden. „Ja, aber es ist doch gar kein Fasching!“, habe ich eingewendet.

„Richtig, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Aber heute ist der Comictag. Und weil es auch Comics mit gezeichneten ,Star-Wars‘-Geschichten gibt, hat der Comicladen drüben in der Kirchheimer Straße sie hier in die Stadt geschickt. Sie machen ein bisschen Werbung für den Comictag. Du kannst dich ruhig mit ihnen fotografieren lassen!“

Das habe ich dann auch gemacht. Die waren dann auch sehr lieb zu mir. Vor allem der Scout. Der hat mich sogar gestreichelt. Tja, jetzt spiele ich in einem richtigen Weltraum-Märchen mit. Als Zeitungsente kann man eben echt eine Menge erleben. Ich werde aber keinen Bösewicht spielen. Auch wenn die nett waren. Ich wäre lieber eine Weltraumenten-Heldin. Eure Paula

Paulas Nachrichten