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Paula würde auch die Römer ärgern

28.03.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Lustige Geschichten sind oft auch lehrreich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich ganz vorne auf unserer Zeitung ein Bild mit drei Comicfiguren entdeckt. Es waren zwei Menschen und ein Hund. Die haben mir gefallen. Aber sie sahen traurig aus. Also bin ich zum Andreas ins Arbeitszimmer gewatschelt. Wir arbeiten doch gerade meistens von zuhause aus wegen des Virus. Ich habe ihm das Bild gezeigt. Er hat kurz gelächelt. Dann hat er so traurig geguckt wie die Typen auf dem Bild.

„He, Comicfiguren sollen doch lustig sein“, habe ich geschnattert. „Was ist denn mit denen los? Und mit dir auch?“

„Mensch, äh, Ente Paula“, hat der Andreas geschnattert, äh, geschimpft. „Lies doch mal den Artikel dazu. Da steht: Uderzo ist gestorben.“

Ich habe gemeint: „So oder so? Was ist denn das für ein komischer Namen? Ist das auch eine Comicfigur?“

„Nein, Paula, der heißt nicht ,So oder so‘. Der heißt Uderzo. Man spricht es Üderso. Der war Franzose. Der war keine Comicfigur. Der hat diese Comicfiguren gezeichnet. Der war aber schon sehr alt. Er war 92“, hat der Andreas erklärt.

„Ach so“, habe ich gemeint, „dann sind die eigentlich schon lustig, oder?“

„Ja, eigentlich schon. Das sind nämlich die Gallier Asterix und Obelix. Asterix ist der Kleine. Das ist ein ganz schlauer. Und Obelix ist der große, etwas stabile. Der ist sehr stark. Der kleine Hund ist der Idefix. Die ärgern in den Geschichten immer lustig die Römer.“

„Was?“, habe ich geschnattert, „die ärgern deine tollen Römer? Die haben doch so viele Dinge und Wörter erfunden. Das erklärst du mir doch immer! Warum ärgern die dann?“

Der Andreas musste kurz überlegen. Dann hat er mir erklärt: „Naja, Paula, du hast ja nicht unbedingt unrecht. Aber recht hast du auch nicht. Also, die Geschichten spielen vor über 2000 Jahren. Da war der Jesus noch gar nicht geboren. Da waren die Römer schon sehr schlau. Sie waren sehr weit und modern entwickelt. Sie hatten große Städte gebaut. Dort gab es wunderbare Häuser. Die hatten schon Heizungen und Bäder. Denn für das Wasser haben sie riesige Brücken gebaut. Mit denen wurde das Wasser beinahe überall hingebracht. Sie hatten eine Sammlung von Gesetzen. Sie hatten Bau-Experten und Wissenschaftler. Man sagt: Sie waren schon sehr zivilisiert.“

„Ah“, habe ich dazwischengeschnattert, „was hat den lustigen Typen daran dann nicht gepasst?“

Der Andreas hat weiter erklärt: „Tja, das ist so Paula: Die Römer waren sehr schlau. Sie hatten ihre ganze Technik. Und ihre Wissenschaft. Man sagt: Ihre Kultur. Aber nur deshalb sind aus ihren Wörtern nicht so viele unserer Wörter entstanden. Und die anderen Völker haben auch nicht alles einfach von ihnen übernommen, weil sie sie und ihre Sachen so toll fanden. Das hatte noch einen anderen Grund: Die Römer waren sehr kriegerisch. Sie hatten eine sehr mächtige Armee mit vielen gut ausgebildeten Soldaten. Ja, und da haben sie auch die Gallier überfallen. Die lebten damals ungefähr im heutigen Frankreich. Asterix, Obelix und Idefix haben zu den Galliern gehört. Und die wollten sich denen nicht ergeben. Deshalb haben sie sie immer geärgert und gegen sie gekämpft. Und sie haben ihr kleines Dorf immer erfolgreich gegen die Römer verteidigt.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „war das denn in der Wirklichkeit auch so?“

„Das ist eine sehr gute Frage“, hat der Andreas mich gelobt. „Die Antwort lautet: Nein. In der Wirklichkeit haben die Römer am Ende Gallien ganz erobert. Deshalb ist ihre französische Sprache heute auch dem Lateinischen, das ist die Römersprache, sehr ähnlich.“

„Ah“, habe ich gefragt, „und warum schwindelt der Üderso dann?“

„Naja“, hat der Andreas geantwortet, „er ist halt stolz auf seine Vorfahren. Und es ist ja auch lustig, wenn sich die vermeintlich Kleinen und Schwachen so erfolgreich gegen die Starken wehren.“

„Genau“, habe ich geschnattert, „da würde ich auch die Römer mit meinem Schnabel in den Hintern kneifen.“

„Ja, auch wenn das alles nicht so stimmt: Man kann vieles lernen in den Heftchen. Die sind sehr genau gezeichnet. Der Uderzo und sein Partner Goscinny wussten sehr viel. Es kommen auch oft echte Figuren vor, wie zum Beispiel der Römerchef Cäsar. Man muss das aber nicht gleich alles verstehen. Man lernt auch: Zusammen mit Freunden ist man immer stärker. Und man muss mutig sein und an sich glauben. Auch wenn man mal traurig ist. Meine Mama hat mir die Hefte als Kind vorgelesen. Da fand ich sie einfach lustig und interessant. Später habe ich immer mehr darin entdeckt. Vielleicht interessiere ich mich deshalb so für die Römergeschichte.“

„Hm“, habe ich überlegt, „vielleicht würde es mir genauso gehen. Aber ich habe ja die Hefte nicht!“

Der Andreas ist kurz verschwunden. Dann kam er wieder mit einem riesigen Stapel Hefte. Er hat gelächelt und gemeint: „So, Paula, jetzt kannst du lernen, wie man Römer zwickt. Das sind alle 38 Hefte!“

Ich bin mit denen gleich auf die Terrasse und habe eine lustige, lehrreiche Arbeitspause gemacht. Eure Paula

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