Paulas Nachrichten

Paula will von sich keine Hundertgänger

09.11.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was sind eigentlich Doppelgänger und Klone?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal durch die Stadt gewatschelt. Da haben wir ja auch ein Büro von unserer Zeitung. Da kann man Eintrittskarten für Konzerte, Bücher und vieles mehr kaufen. Ich habe mal reingeschaut. Ja, und da habe ich einen Riesenschreck bekommen. Denn im Regal saßen lauter Typen, die sahen mir ziemlich ähnlich. Die einen waren kleiner, die anderen waren größer. Aber irgendwie haben sie ausgesehen wie, na, wie, äh, na, wie ich eben.

Ich habe lieber einfach „Hallo“ geschnattert und bin gleich mal weitergewatschelt. Die Redaktion war mein Ziel. Da wollte ich dem Andreas von meinem Erlebnis berichten. Ich habe gleich losgeschnattert: „Du, äh, im Stadtbüro sitzen lauter Typen herum, die sehen aus wie ich. Was oder wer sind denn die? Was machen denn die da?“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „He, Paula. Jetzt beruhige dich doch erst einmal. Andere Paulas? Echt? Warum regt dich das so auf? Hast du Angst um deinen Job, oder was?“

„Äh, oh“, habe ich gestottert, „äh, das habe ich mir noch gar nicht überlegt. Ich habe nur einen Schreck bekommen! Aber wenn die jetzt auch noch meinen Job wollen . . . Das finde ich voll gemein. Ich bin doch eine fleißige Zeitungsente. Und die sahen auch gar nicht so fleißig aus. Die haben bloß geguckt. So richtig aktiv sahen die nicht aus.“

„Warte mal, Paula“, hat der Andreas gemeint und eine Tüte aus seinem Schrank geholt. „Sahen die so aus?“, hat er gefragt.

Und ich habe gleich wieder einen Riesenschreck bekommen. Denn die Tüte war voll mit solchen Paula-Typen! Ich habe losgeschnattert: „Du hast die schon bei dir? Oh je! Ich habe gedacht, du . . .“

Der Andreas musste lachen. Und dann hat er mich gleich unterbrochen: „Aber Paula! Jetzt freue dich doch! Das sind doch bloß Kuschelpaulas! Die Kinder haben die doch so gerne. Und deshalb haben sie gerne ein Kuscheltier, das aussieht wie du. Weil sie eben deine Fans sind! Die hatten wir vor Jahren alle ausverkauft. Aber jetzt haben wir dafür gesorgt, dass wir wieder ganz viele Paula-Kuscheltiere haben und sie verkaufen können. Zum Beispiel in unserem Stadtbüro am Obertor in Nürtingen. Deshalb hast du die da auch gesehen.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „das sind Kuscheltiere!“

„Ja, klar“, hat der Andreas gemeint, „was hast du denn gedacht? Dass das Doppelgänger sind?“

„Äh, Doppelgänger, na ja, das wären doch eher Hundertgänger. So viele sind das“, habe ich geantwortet.

Der Andreas hat ein bisschen die Augen verdreht und erklärt: „Hundertgänger gibt’s nicht. Das ist so ein richtiges Paula-Wort. Aber ich weiß, was du meinst: Dir sieht nicht nur ein Typ ähnlich, sondern ganz viele. Na ja, da müsste man eher von Klonen sprechen.“

„Wie bitte?“, habe ich geschnattert, „Von Clowns? Über die lacht doch jeder! Das sind doch die aus dem Zirkus!“

„Nein, die meine ich nicht“, hat der Andreas geantwortet, „die schreiben sich anders. Klone schreibt man mit K-l-o-n-e. Das kommt vom alten Griechenwort ,klon‘. Das heißt so viel wie ,Zweig‘ oder ,Schössling‘. Denn bei den Pflanzen kann man ja aus so einem Zweig oder einem Schössling eine neue Pflanze ziehen. Und Wissenschaftler können heute aus den Zellen, also aus den kleinsten Teilen eines Lebewesens, ein neues Lebewesen erzeugen. Die haben das zum Beispiel vor vielen Jahren schon mit dem Schaf Dolly gemacht. Mit Menschen macht man das aber nicht. Denn jeder Mensch ist etwas einzigartiges und soll das auch bleiben.“

„Äh, ja“, habe ich gemeint. „Und Zeitungsenten auch! Die sollen auch einzigartig bleiben. Ich will da auch keine Klone oder Doppel- und Dreifachgänger.“

„Klar“, hat der Andreas gemeint, „wobei ein Doppelgänger ganz praktisch sein könnte. Schauspieler haben oft so etwas ähnliches. Dann spielt dieser Doppelgänger für sie den gefährlichen Teil einer Filmrolle. Der reitet dann oder fechtet zum Beispiel. Oder berühmte Menschen schicken einen Doppelgänger irgendwo hin. Und die anderen denken dann, das ist der echte. Dann hat der seine Ruhe.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „wenn ich das machen würde, würden mich nicht mehr so viele Kinder und Leser ansprechen. Das fände ich aber doof. Ich mag das nämlich. Zum Glück sind die Kuscheltiere nicht meine Doppelgänger. Die Kuscheltiere dürfen sich die Kinder ruhig schenken lassen.“ Eure Paula

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