Paulas Nachrichten

Paula will sich nicht pudelwohl fühlen

27.01.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal zum Andreas gewatschelt. Der war aber nicht zu Hause. Er war auf einem Termin. Seine Frau hat mich reingelassen und gesagt: „Komm’ nur, Paula. Ich mache dir einen schönen Tee. Du kannst dich so lange auf das Sofa setzen!“

Das habe ich gemacht. Das war schön. Der Tee war lecker. Die Sonne hat ein bisschen durch das große Fenster gescheint. Das war angenehm warm. Es war schön kuschelig. Na ja, und deshalb bin ich ein bisschen eingeschlafen.

Dann ist der Andreas gekommen . . . Aber keine Angst, liebe Kinder, er hat mich nicht erschreckt. Er hat ganz lieb auch noch eine Decke über mich gelegt und leise geflüstert: „Hallo, Paulale, bleib nur liegen. Kein Problem. Ich sehe doch, du fühlst dich pudelwohl.“

Das war schon lieb von ihm. Aber irgendwie konnte ich nicht mehr richtig einschlafen. Ich habe nur noch so ein bisschen gedöst. Kennt ihr das, liebe Kinder? Dann weiß man gar nicht: Träume ich oder bin ich wach?

Auf jeden Fall ist mir der Pudel immer durch den Kopf gegangen. Ich habe mich mit einem Pudelfell gesehen. Ja, und da waren natürlich lauter Zeitungsbuchstaben drauf.

Da bin ich dann doch lieber mal aufgewacht und habe losgeschnattert: „Was? Ein Pudel? Was habe ich mit einem Pudel zu tun? Ich bin doch kein Pudel!“

„He“, hat der Andreas gemeint, „jetzt beruhige dich mal! Du bist doch erst wach geworden. Natürlich bist du kein Pudel. Aber du fühlst dich pudelwohl auf meinem schönen kuscheligen Sofa! Das soll einfach heißen: Du fühlst dich sauwohl!“

Jetzt habe ich ihn richtig grätig angeguckt. Und ich habe noch viel lauter geschnattert: „Sau? Ich bin doch kein Schwein! Und auch kein Pudel! Ich bin eine Zeitungsente! Was willst du denn mit dem ganzen Zoo hier?“

Jetzt musste der Andreas lachen. Er hat gesagt: „Aber Paula, beide Worte heißen einfach: Dir geht es sehr gut! Die Schweine fühlen sich wohl, wenn sie sich ein bisschen im Dreck wühlen können und sich nass machen können. Da fühlen sie sich eben sauwohl.“

„Na ja“, habe ich gemeint, „aber mit meinem schönen weißen Zeitungsgefieder will ich lieber mal nicht so herumsuhlen. Und was ist mit den Pudeln?“

Der Andreas hat geantwortet: „Das Wort pudelwohl kommt schon von den Hunden, den Pudeln. Die waren nämlich einst für die Jagd im Wasser gezüchtet worden. Die Pudel haben das Wasser sehr gerne gehabt. Die haben sehr gerne im Wasser geplantscht, Und zu diesem Plantschen haben die Menschen früher auch puddeln gesagt. So hat der Hund seinen Namen bekommen – und so ist dann das Wort pudelwohl entstanden. Du fühlst dich also so gut wie sich ein Pudel beim Plantschen im Wasser fühlt.“

„Ah“, habe ich gemeint, „ich verstehe. Aber, äh, was hat denn der Pudel im Wasser so gejagt, äh, Fische oder was?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint. Er hat mir auch gar nicht gleich geantwortet. Er hat mich eher ein bisschen seltsam angeschaut. Und dann hat er gesagt: „Äh, ja, nee, also Fische hat er weniger gejagt. Der hat eher, na ja, tja, so ist es halt, Paula . . . Also, er hat bei der Jagd auf alle möglichen Vögel im Sumpf geholfen. Die Jäger haben auf die Vögel geschossen. Ja, und der Pudel hat sie dann geholt. Also, wenn die Jäger die Vögel getroffen hatten.“

Das fand ich natürlich richtig gemein. Aber ich hatte noch einen viel schlimmeren Verdacht. Ich habe ganz zögerlich gefragt: „Äh, hat der dann womöglich auch bei der Entenjagd geholfen?“

Der Andreas hat wieder erst einmal nicht gleich geantwortet. Aber dann hat er gesagt: „Äh, ja, Paula. Tut mir leid! Die waren sogar richtige Entenspezialisten! Die Franzosen haben sie deshalb sogar Kanisch genannt. Das schreibt man Caniche. Mit C-a-n-i-c-h-e. Das kommt vom französischen Wort für die weibliche Ente. Das schreibt man C-a-n-e.“

„Hm“, habe ich gemeint, „dann muss ich wohl auf die Pudel aufpassen in Zukunft. Dabei sehen die ganz harmlos und süß aus mit ihrem Fell.“

„Die sind jetzt auch harmlos. Die Jäger haben denen immer das Fell am Bauch, an der Seite und an den hinteren Beinen geschoren. So konnten sie schneller durch das Wasser rennen. Und oben rum haben sie das Fell so dicht gelassen. Dadurch haben die nicht gefroren im Wasser. Das hat auch vor ein paar hundert Jahren den reichen Frauen in Frankreich gefallen und die wollten alle so einen kleineren Pudel haben. Den konnten sie dann auch frisieren und so.“

„Äh“, habe ich gesagt, „das ist ja ganz nett. Aber ich will mich trotzdem lieber nicht pudelwohl fühlen.“

„Na gut“, hat der Andreas geantwortet, „dann fühlst du dich auf meinem Sofa eben so wohl wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser!“

Das fand ich in Ordnung. Eure Paula

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