Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Paula will Salat für den Winter verstecken

17.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

der Andreas hat mir immer irgendwas vom Herbst erzählt. Goldene Blätter, langsam wird’s kälter und so . . . Und was ist jetzt passiert? Von einem Tag auf den anderen ist der Winter eingebrochen! Bitterkalt ist es! Brrrrrr!

Ich bin zu ihm hingewatschelt und habe mich beschwert. Er hat natürlich gesagt: „Paula, mir passt die plötzliche Kälte auch nicht. Nur: ich kann ja nichts dafür. Aber ich verstehe deine Aufregung. Ich schimpfe auch immer auf die Wettervorhersage. Das war aber schon immer so. Schon bei den alten Griechen. Wer eine schlechte Nachricht überbracht hat, hat Ärger bekommen. Ob er was dafür konnte oder nicht!“

Da habe ich gleich eingesehen, dass ich mit dem Andreas nicht zu schimpfen brauche. Er kann ja wirklich nichts für die Kälte. Außerdem war er ganz lieb. Er hat nämlich zu mir gesagt: „Komm, Paula, ich zeige dir meinen Lieblingsplatz im Haus!“

Dann hat er mich zu seinem großen blauen Sofa geführt. Das war mir klar, dass der Faulpelz am liebsten am Sofa liegt. Gesagt habe ich ihm das aber nicht. Er war ja lieb zu mir, da wollte ich ihn nicht ärgern. Sein Sofa ist von großen Fenstern umgeben. Die gehen an zwei Seiten vom Boden bis zur Decke. Plötzlich hat sich die Sonne durch die dicken, fetten Wolken durchgekämpft. Hinter dem Fensterglas ist es auf dem Sofa richtig warm und kuschelig geworden. Hmmm, habe ich mich gut gefühlt! Draußen hat der Wind die Blätter durch den Garten vom Andreas gepustet. Und mir war es angenehm warm.

Plötzlich hat es lecker nach Tee gerochen. Der Andreas hat mir eine heiße Tasse gebracht. Ich wollte mich gerade bedanken und ein bisschen pusten, da ist draußen im Garten ein kleiner Schatten vorbeigehuscht. Und dann gleich noch mal. Er war braun, und hinten hing ein buschiger Schwanz dran.

„Was ist denn das?“, wollte ich vom Andreas wissen.

Der antwortete gleich: „Das sind Eichhörnchen!“

„Suchen die in deinem Garten noch nach Salat?“, habe ich misstrauisch nachgefragt.

Der Andreas hat mich beruhigt: „Salat eher nicht. Die essen Nüsse, Knospen, Zweige, junge Triebe, Eicheln, Kastanien und ganz viele verschiedene Samen. Auch von Bäumen.“

„Ehrlich? Und all das Zeug suchen die in deinem kleinen Garten?“, habe ich gestaunt.

Der Andreas hat gelächelt: „Weiß du, das kann auch andersherum sein. Vielleicht bringen sie auch was hierher und verstecken es.“

Das hat mir gefallen: „Warum denn das? Ist das ein lustiges Spiel? Einer von denen versteckt was und ein Kumpel muss es finden?“

Wieder hat der Andreas gelacht: „Ein Spiel ist das nicht. Das ist bitterer Ernst für die Tierchen. Die vergraben im Herbst Nahrung für den harten Winter. Und wenn es dann nichts mehr gibt, graben sie es wieder aus.“

„Die sind ja schlau“, habe ich mich gefreut. „Das ist ja super, dass sie sich dann noch an alle ihre Verstecke erinnern.“

Der Andreas hat mir aber erklärt: „Tja, so schlau sind sie dann auch wieder nicht. Und manchmal finden sie ihre Verstecke dann doch nicht mehr. Das ist für die Natur aber richtig gut. Denn so vermehren sich die Bäume und die anderen Pflanzen. Aus den versteckten Samen wachsen dann nämlich manchmal neue Pflanzen.“

Ich musste kurz überlegen. Dann habe ich gesagt: „Soll ich mir dann jetzt auch ein paar Salate verstecken?“

Der Andreas hat mir aber erklärt, dass die Salate und ihre Samen bei uns hier draußen nicht überwintern könnten. Wir sollten das Vergraben im Herbst lieber den Eichhörnchen überlassen. Damit war ich einverstanden. „Dann beobachte ich mal deinen Garten. Vielleicht vergräbt ja ein Eichhörnchen was. Und nächstes Jahr wächst hier ein supergroßer Baum mit leckeren Nüssen! Hilfst du mir beim Aufpassen?“

„So schnell wächst da kein Riesenbaum“, hat der Andreas gemeint. Zeit, mit mir auf dem Sofa zu sitzen, hat er auch nicht gehabt. Er musste leider wieder was für die Zeitung schreiben. Aber er hat mir ein wirklich süßes Stofftier gegeben, das sein Sohn aus Amerika mitgebracht hat. „Das ist ein Streifenhörnchen“, hat er mir erklärt. „Die sind kleiner als unsere Eichhörnchen und rennen oft in Tunnels rum. Aber sie ernähren sich ähnlich wie Eichhörnchen.“ Der Kleine war ganz putzig. Ich treffe mich jetzt öfters mit ihm. Vielleicht kann ich ja so einen seiner Kumpels anlocken. Eure Paula

Paulas Nachrichten