Paulas Nachrichten

Paula will nicht sägen

25.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Kann man sein eigenes Schnarchen eigentlich hören?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich mal den Andreas zu Hause besucht. Draußen war es kalt. Deshalb hat er uns eine heiße Schokolade gemacht. Die war lecker! Wir haben sie auf seinem kuscheligen Sofa getrunken. Da war es schön. Die Sonne hat durch das Fenster geschienen und uns richtig toll gewärmt.

Hm, dann kann ich mich erst einmal an nichts mehr erinnern. Plötzlich bin ich aber ganz arg hochgeschreckt. Obwohl ich ganz warm in eine Decke eingepackt war. Neben mir ist der Andreas gesessen. Ich habe ihn mit meinen großen runden Entenäuglein angeschaut und ganz hektisch geschnattert: „Wa-wa-was ist denn jetzt los?“

Der Andreas hat gelächelt und die Decke wieder ein bisschen höher geschoben. Er hat gesagt: „Na, du bist halt eingepennt, Paula! Nur ein kleiner Mittagsschlaf! Das ist doch kein Problem!“

„Aber warum habe ich dann gerade so einen Schreck bekommen?“, habe ich gefragt. „Irgendetwas war da! Ja, es war ein ganz lautes Geräusch!“

Ich habe mich umgedreht und zum Fenster in den Garten vom Andreas rausgeschaut. Ich habe gesagt: „Jetzt weiß ich es! Da draußen sägt einer Bäume um! Wo ist er denn hin? Ich sehe ihn gar nicht mehr!“

Jetzt musste der Andreas lachen. „Nee, nee, Paula. Im Garten hat keiner einen Baum umgesägt. Du hast gesägt!“

„Was?“, habe ich weitergeschnattert, „wie soll das denn gehen? Ich habe doch anscheinend geschlafen!“

„Klar“, hat der Andreas gemeint, „du hast geschlafen und dabei gesägt. Das sagt man nämlich so zum Schnarchen!“

Jetzt hat sich mein schönes Zeitungsentengefieder ein bisschen rot verfärbt. Ich habe mich nämlich ein bisschen geschämt. Wer will denn schon so laut schnarchen? Aber der Andreas hat mich lieb in den Arm genommen und gemeint: „Das ist doch normal. Wahrscheinlich bist du ein bisschen verschnupft. Und da schnarcht man viel leichter. Außerdem bist du einfach auf dem Rücken eingeschlafen. Da geht das Gaumensegel zurück. Das ist ein kleines Körperteil im Gaumen im Mund. Das besteht auch aus Muskeln. Die werden schlaff beim Schlafen. Und dann flattert das in der Atemluft wie ein Segel im Wind. Und das macht den Krach. Zusammen mit der Zunge. Die ist dann auch schlaff.“

Ich habe mir das dann überlegt und gemeint: „Das ist aber komisch! Ich schnarche ja nicht immer, oder? Aber manche schnarchen ja oft oder sogar immer. Wenn ich mich jetzt gerade mit dem Schnarchen selbst geweckt habe . . . hmmmm . . . dann würden die Dauernd-Schnarcher sich ja dauernd wecken und könnten nie schlafen . . .“

„Das ist gut überlegt“, hat mich der Andreas gelobt. „Und das stimmt eigentlich auch. Das Gehirn erkennt: Das Schnarchen kommt von dir selber. Und deshalb wird es ausgeblendet. Normalerweise hört man nur jemand anderen schnarchen. Bei den Menschen kommt das noch aus der Steinzeit: Die Menschen mussten bei fremden Geräuschen aufwachen. Denn das hätte ja ein gefährliches Tier sein können. Und bei harmlosen Geräuschen sollten sie weiterschlafen. Das ist wie mit dem Kitzeln: Man kann sich selbst nicht so richtig kitzeln. Weil das Gehirn genau weiß, dass du dich gleich genau so selbst berührst. Aber Forscher haben jetzt rausbekommen: Das eigene Schnarchen kann dich schon ein bisschen stören. Und wenn man gerade erst am Einschlafen ist, kann einen das eigene Schnarchen schon stören. So ging’s dir bestimmt gerade.“

„Hm“, habe ich mir weiter überlegt. „Aber vielleicht habe ich dann ja gar nicht geschnarcht. Vielleicht hast du ja geschnarcht!“

„Äh“, hat der Andreas gestottert. „Nee, nee, ich schnarche gar nie. Da kannst du meine Frau fragen. Äh, ganz bestimmt!“

„Hm“, habe ich gesagt, „wie kriegen wir das nur heraus? Wir könnten ja noch mal schlafen. Und ich kann mir die Ohren zuhalten. Also ich habe ja keine so großen wie ihr Menschen. Aber ich habe unter meinem Gefieder ja Gehörgänge versteckt. Die könnte ich zuhalten. Aber, äh, nee, das nützt ja auch nichts. Dann höre ich ja keinen von uns beiden schnarchen!“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „so schlecht ist die Idee gar nicht. Dein Schnarchen hörst du dann trotzdem ein bisschen. Denn das wird über deine Knochen übertragen. Aber meines . . . Ach, warte, wir pennen einfach – und meine Frau soll auf den Schnarcher aufpassen und ihn einfach wach kitzeln!“

Die Idee fand ich nicht schlecht. Aber seine Frau hat gemeint: „Das würde euch so passen, ihr Schlafmützen! Am helllichten Tag pennen! Ich kitzele euch lieber gleich wach!“ Eure Paula

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