Paulas Nachrichten

Paula will nicht mit dem Sockenei spielen

01.04.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Das Wetter war ja richtig super.

Der Andreas hat aber trotzdem etwas grätig geguckt. Ich habe zu ihm gesagt: „Hallo, Andreas, freust du dich denn gar nicht über die Sonne?“

Er hat geantwortet: „Doch, doch. Natürlich, Paula. Aber ich muss ja arbeiten. Da habe ich gar nicht so viel von der Sonne.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „aber das Wochenende kommt ja bald!“

„Genau“, hat der Andreas gemeint und dabei noch grätiger geguckt.

Ich habe ihn deshalb angeguckt wie ein Lastwagen. Er hat meinen fragenden Blick bemerkt und mir erklärt: „Das Wochenende kommt. Aber da soll dann das Wetter gar nicht mehr so gut sein!“

„Das ist blöd“, habe ich gesagt, „aber vielleicht scheint ja die Sonne extra für dich ein bisschen richtig!“

„Das ist aber lieb von dir“, hat der Andreas gemeint. Und jetzt hat er endlich auch ein bisschen freundlicher geguckt. „Du hast schon recht. Das Wochenende kann auch so schön werden. Zum Beispiel, wenn meine Jungs ein paarmal das Ei im Tor versenken!“

Jetzt habe ich nochmal ganz komisch geguckt wie ein riesengroßes Auto. Denn das habe ich wieder nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Ei versenken? Aber Ostern ist doch erst in zwei Wochen! Dann sollen die doch Eier finden. Die sollen die doch nicht versenken! Die armen Eier! Das ist doch schade drum!“

Jetzt musste der Andreas richtig lachen. Er hat gesagt: „Aber Paula, das hat doch mit Ostern nichts zu tun! Da geht es doch um Fußball!“

Das habe ich weiter nicht verstanden. Also habe ich weiter geguckt wie ein Auto. Und weiter geschnattert: „Eier? Beim Fußball? Das spielt man doch mit Bällen! Und nicht mit Eiern! Die würden doch sonst kaputt gehen. Und das Spiel würde Fußei heißen! Das fände ich blöd!“

Der Andreas musste noch mehr lachen. Und ich habe noch komischer geguckt. Er hat lachend gesagt: „Fußei! Das ist gut! Ein neues Spiel! Aber nein, Paula, es geht schon um Fußball. Manchmal sagt man halt zum Ball andere Sachen. Man kann auch Pille zum Ball sagen. Denn Pillen sind ja auch rund.“

„Ach so“, habe ich geschnattert, „ja, Pille, das kann ich verstehen. Eine Pille kann ja rund sein. Aber Ei . . .“

„Na, das sagt man halt so ein bisschen lustig. Manche Bällen werden ganz komisch geschossen. Dann fliegen die auch ganz komisch. Wie ein Ei. Denn ein Ei fliegt ja auch komisch“, hat der Andreas geantwortet.

Jetzt habe ich das ein bisschen verstanden. Ich musste lächeln. „Ah so, das ist klar. Dann ist das so etwas wie eine Redensart! Dann spielt man natürlich nicht mit einem Ei! Habe ich mir eigentlich schon gedacht!“, habe ich geantwortet.

Der Andreas hat dann ganz komisch gegrinst. Dann ist er in den Nebenraum zu einem Schrank gegangen. Plötzlich ist mir was entgegen geflogen. Das ist ganz komisch geflogen, äh, das ist richtig rumgeeiert. Ich konnte es nicht fangen. Na ja, eigentlich wollte ich es auch lieber gar nicht fangen. Ich habe mich lieber weggeduckt. Das Ding ist auf dem Boden gelandet. Das sah echt komisch aus. Irgendwie wie ein Ball. Aber auch irgendwie wie ein, tja, wie ein großes braunes Ei.

„Was ist denn das für ein Ding?“, wollte ich wissen. „Hast du dich eine Weile auf einen Ball gesetzt? Damit der so aussieht wie ein Ei?“

Der Andreas hat gelacht. „Nein, nein, Paula, das Ding ist absichtlich so ein Ei. Damit spielt man aber auch nicht Fußball. Damit spielt man Futtbol. Das ist ein  englisches  Wort.  Das  schreibt  man f-o-o-t-b-a-l-l.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „und was heißt das dann auf Deutsch? Eiball?“

„Nee, nee“, hat der Andreas gemeint, „das heißt nicht Eiball. Das heißt übersetzt, äh, übersetzt heißt das einfach Fußball.“

Jetzt habe ich gar nichts mehr verstanden. Ich habe soooo groß geguckt. So ein großes Auto gibt es gar nicht. Nicht einmal ein Lastwagen ist so groß.

Der Andreas hat das wieder gemerkt. Er hat mir erklärt: „Na ja, mit unserem Fußball hat das aber wenig zu tun. Football ist amerikanisches Fußball. Da darf man das Spielgerät, also das Ei, auch tragen. Und man rauft sich richtig darum. Wenn man es über eine bestimmte Linie getragen hat, darf man es noch einmal auf ein torähnliches Gestänge kicken. Deshalb heißt es Football.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „dann spielen die Amerikaner gar kein richtiges Fußball!“

„Doch, doch“, hat der Andreas gemeint, „aber das heißt dann dort Soccer.“

„Wie? Warum das denn?“, habe ich geschnattert. „Haben die beim Kicken keine Schuhe an? Kicken die nur in Socken?“

Jetzt musste der Andreas wieder lachen. Er hat gesagt: „Nein, das kommt vom englischen Wort für Verbandsfußball. Das schreibt man Association football. Die erste Abkürzung davon hieß ,assoc‘. Und daraus wurde dann irgendwann Soccer.“

„Na gut“, habe ich gemeint, „die sollen ruhig mit ihrem Sockenei spielen. Ich suche lieber an Ostern meine Eier. Die fliegen auch nicht!“ Eure Paula

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