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Paula will mal die Venus besuchen

15.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wie kommt eine römische Sterngöttin zu den Steinzeitmenschen auf die Alb?

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich euch doch schon von den Sternschnuppen erzählt. Ich wollte die nochmal richtig gut beobachten. Aber das Wetter war doof. Es war viel zu bewölkt.

Meine runden Entenäuglein haben ganz traurig geguckt und ich wäre gleich enttäuscht in mein Bettle gewatschelt.

Der Andreas wollte mich trösten. „Mach’ dir nichts daraus, Paula“, hat er gesagt, „auch wenn das Wetter die nächsten Tage nicht besser wird: Wir können nächstes Jahr wieder gucken.“

„Klar“, habe ich traurig geantwortet, „aber das ist ja erst im nächsten Jahr!“

Der Andreas hat gemeint: „Ja, das ist noch lange. Aber wir können mal so die Sterne angucken. Dann suchen wir Jupiter, Mars und Venus.“

„Hm“, habe ich überlegt, „da haben sich die Forscher aber komische Namen einfallen lassen. Wer war denn das?“

Der Andreas hat geantwortet: „Naja, das sind schon sehr alte Namen. Das waren die alten Römer!“

„Ach“, habe ich gemeint, „die schon wieder! Haben die auch mit Fernrohren in den Himmel geguckt?“

„Eher ohne Fernrohre, Paula“, hat der Andreas gemeint, „aber das ist ja das Tolle: Viele Sterne sieht und findet man auch ohne Fernrohr. Jupiter und Saturn gehören dazu. Die kann ich dir zeigen. Und die Venus auch. Die haben die Römer auch schon beobachtet. Der Jupiter ist der größte unserer Planeten. Deshalb leuchtet er so hell. Die Römer haben ihn nach ihrem Chefgott benannt. Man sieht ihn immer abends ziemlich im Süden. Gleich links neben ihm leuchtet der Saturn. Den haben sie nach ihrem Reichtumsgott benannt. Und die Venus ist auch ein ganz heller Stern.“

„Ist die auch richtig groß?“, wollte ich wissen.

„Geht so“, hat der Andreas gemeint. „Aber um diesen Planeten kreisen sehr viele Wolken. Die spiegeln das Sonnenlicht wider. Deshalb scheint sie so hell. Und die Römer haben sie deswegen nach ihrer Schönheitsgöttin benannt.“

„Dann ist das ja eine tolle Idee von den Römern mit ihren Göttern und den Sternen“, habe ich gemeint.

Und der Andreas hat geantwortet: „Ja, aber die Sumerer hatten die Idee schon fast 3000 Jahre vor den Römern. Die lebten in Persien, wo heute das Land Irak liegt. Die waren auch sehr schlau und haben die Planeten nach ihren Göttern benannt. Die Römer haben sie dann bei sich anders genannt.“

„Das ist toll“, habe ich gemeint. „Die Menschen haben seit der Steinzeit schon viel gelernt.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „aber die Steinzeitmenschen waren auch nicht doof. Die waren genau so schlau wie wir Man hatte eben nur noch so viele Dinge erfunden. Dafür brauchte man eben viele tausend Jahre Zeit. Die einen haben dann von den anderen gelernt und immer weiter etwas erfunden. “

Ich habe überlegt und gemeint: „Dann könnte so ein Steinzeitmensch auch bei uns in die Schule gehen und alles lernen.“

„Das wäre gut möglich“, hat der Andreas mich gelobt, „wir wissen ja, was die Steinzeittypen vor 40 000 Jahren schon alles hergestellt haben.“

Der Andreas hat dann ganz komisch gelächelt. Ich habe schnell geschnattert: „Stimmt. Davon hast du mir ja schon einmal erzählt. Von den alten Flöten. Und den Pferdefiguren. Und dem Enten-, äh, dem Löwenmenschen Die hat man doch in Höhlen auf der Alb gefunden. Dort bist du ja schon herumgewandert. Aber warum lächelst du dann so?“

„Naja, weil es auf der Alb auch eine Venus zu bestaunen gibt. Wie am Sternenhimmel“, hat der Andreas gemeint.

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Also habe ich gemeint: „Hm, das war doch dann die Schönheitsgöttin von den Römern. Haben die die Steinzeitmenschen auch schon gekannt?“

„Naja, es gibt halt eine Figur aus einer Höhle bei Blaubeuren. Die heißt nach ihrem Fundort ,Venus vom Hohle Fels‘.“

Der Andreas hat mir in einem Buch ein Bild von der Figur gezeigt. Ich habe gemeint: „Hm, und das soll eine Schönheitsgöttin sein? Von der Alb?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Tja, ob es eine Schönheitsgöttin sein soll, wissen wir nicht. Es ist aber eines der ältesten Kunstwerke der Menschheit. Eine Frauenfigur ist es auf jeden Fall. Und die Steinzeitmenschen glaubten wahrscheinlich auch an irgendwelche Schutzgeister oder Götter. Wie die Römer. Deshalb hat man der Figur eben heute den schönen Namen gegeben. Man kann sie in einem Museum in Blaubeuren angucken.

Dort gibt es jetzt noch etwas anderes zu sehen. Man hat in der Hohle-Fels-Höhle auch Werkzeug aus ganz harten Mammutstoßzähnen gefunden. Die Forscher glauben: Das sind Meisel. Damit konnte man hartes Material bearbeiten. Das zeigt: So konnten die damals ohne modernes Werkzeug aus Stahl und ohne Strom ganz tolle Sachen schnitzen und herstellen. Darunter auch die Figuren wie die Venus.“

Der Andreas hat mir auch noch ein Bild von dem Werkzeug gezeigt. Das fand ich spannend. Vielleicht schaue ich mir das Museum mal in den Ferien mit dem Andreas an. Eure Paula

Mehr Infos zum Museum in Blaubeuren unter www.urmu.de im Internet

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