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Paula will lieber nicht schmelzen

09.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum ist der Schnee eigentlich weiß?

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche bin ich mal ganz glücklich aufgewacht. Auf den Dächern um unser Haus herum und in unserem kleinen Garten ist Schnee gelegen!

Ich bin gleich mal zum Andreas gewatschelt und wollte ihm von meiner Entdeckung berichten. Er kam mir aber zuvor und hat gleich gemeint: „Mensch, äh, Ente Paula! Du strahlst ja mit dem Schnee um die Wette!“

„Hä?“, habe ich gemeint. Und dabei sind meine großen, runden Entenäuglein immer größer geworden. Denn ich habe ihn nicht so ganz verstanden. „Strahlen? Ich bin doch nicht die Sonne! Und der Schnee ist auch keine Sonne!“

Der Andreas musste ein bisschen lachen. „Oh, Paula! Das ist ja klar. Aber schau’ dir doch mal den Schnee an. Der ist strahlend weiß. Ja, und du bist auch strahlend weiß. Also außer deine Beinchen und der Schnabel. Die sind natürlich orange. Und natürlich außer deinem blauen Halsband und den schwarzen Buchstaben deines Zeitungsgefieders. Ja, und wenn du dich so freust, dann strahlst du noch mehr! Tja, dann strahlst du wie der Schnee!“

„Ach so“, habe ich gemeint, „pah! Ich habe jetzt schon geglaubt: Der Andreas meint, ich bin aus Schnee. Aber ich bin ja kein Schneemann, äh, keine Schnee-Ente.“

„Wobei ... warte mal, Paula“, hat mir der Andreas ganz geheimnisvoll gesagt. „Ich habe mir schon mal deine Post angeguckt. Und da hat uns die Sophia ein Bild von einem lustigen Schneemann, äh, Quatsch, von einer lustigen Schnee-Ente geschickt. Also, das ist eine richtige Schnee-Paula. Echt! Die hat halt noch einen Reiterhelm auf. Vielleicht reitet die Sophia ja selber. Und vielleicht will sie mit dir mal reiten gehen.“

„Reiten?“, habe ich geschnattert, „ich weiß ja nicht. Die Pferde sind so groß. Aber, naja, sie sind ja sehr liebe Tiere. Mal sehen. Muss ja jetzt nicht gleich im Winter sein. Aber das mit der Schnee-Ente finde ich schon lustig. Mein Gefieder ist weiß, der Schnee ist weiß. Das passt ja. Hm ... aber warum ist das eigentlich so?“

„Ah“, hat der Andreas gemeint, „das ist eine gute Frage. Naja. Also der Schnee besteht ja eigentlich aus Wasser und ....“

„Ha“, habe ich gleich dazwischengeschnattert, „das ist es doch! Das mit dem Wasser weiß ich natürlich! Aber Wasser ist durchsichtig. Und durch den Schnee kann ich nicht so gut durchgucken. Der ist ja weiß und nicht durchsichtig!“

„Das stimmt auch wieder“, hat der Andreas gesagt. Dann hat er aber eine Augenbraue hochgezogen und ganz streng gemeint: „Deshalb wollte ich dir das mit dem Wasser ja auch erklären. Aber du hast mich ja unterschnattert, äh, unterbrochen. Also, hör’ einfach mal zu: Der Schnee besteht aus gefrorenem Wasser. Da werden durch die Kälte so ganz winzig kleine Kristalle daraus. Und diese Kristalle sind eigentlich auch durchsichtig. Das sieht man aber nur mit dem Mikroskop. Mit so einem Gerät kann man sich doch auch ganz kleine Dinge ganz genau anschauen.“

„Die Kristalle sind also doch durchsichtig? Haben wir dann einen Sehfehler? Brauchen wir eine Brille? Dabei esse ich so viele gesunde Karotten ...“

„Keine Bange“, hat der Andreas mich beruhigt, „deine Augen sind in Ordnung. Aber du solltest mich wirklich mal ausreden lassen. Also: Das Licht gibt allen Dingen ihre Farbe. Es fällt auf die Dinge und diese Dinge lenken das Licht ab wie ein Spiegel. Man sagt: Das Licht wird gebrochen. Im weißen Licht stecken alle Farben. Und manche Dinge spiegeln nur bestimmte Farben zurück. Manche Dinge spiegeln zum Beispiel nur die Farbe Grün. Gras zum Beispiel. Und dein Schnabel spiegelt eine Lichtfarbenmischung. Die ist dann orange.“

„Ah“, habe ich wieder dazwischengeschnattert, „und der Schnee spiegelt halt die Farbe Weiß wieder!“

„Naja“, hat der Andreas gemeint und diesmal gar nicht mit mir geschimpft wegen meiner Unterbrechung, „das stimmt nicht ganz. Schneekristalle bestehen aus Eis und Luft. Diese besondere Mischung spiegelt alle Farben beinahe ganz wieder. Und alle Farben zusammen setzen sich wieder zu Weiß zusammen. Denn im weißen Licht sind ja alle Farben drin. Also ist der Schnee weiß. Manche sagen : ,Das Weiß ist keine Farbe. Aber eigentlich nennt man es einfach unbunte Farbe. Das Gegenteil davon ist schwarz. Da wird dann gar kein Licht mehr zurückgespiegelt. Das ist auch unbunt.“

„Oh“, habe ich gesagt, „dann habe ich auf meinem Gefieder ja zwei unbunte Farben. Gut, dass ich dann trotzdem mit der Schnee-Ente um die Wette strahlen kann. Und gut, dass ich nicht aus Schnee bin. Sonst würde ich ja irgendwann mal schmelzen!“

„Stimmt“, hat der Andreas lachend gemeint, „das wäre doof.“ Eure Paula

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