Paulas Nachrichten

Paula will keinen Schnaps zur Zahl

10.02.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Er hat mich gleich ganz lieb angelächelt. Dann hat er angefangen zu singen: „Hoch soll sie leben, hoch soll sie leben, dreimal hoch!“

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. Denn ich habe das nicht verstanden. Dann habe ich mal nach oben geguckt. Aber da habe ich nichts entdeckt. Außer der Decke eben. Und der Lampe. Ich habe ihn mit meinen großen Entenäuglein angeschaut. Wie ein Auto.

Dann habe ich gesagt: „Äh, hoch? Wie hoch soll ich denn leben? Ich meine: Ich kann ja ein bisschen flattern. Aber am Boden fühle ich mich schon sehr wohl. Da kann ich watscheln. Das ist für mich als Zeitungsente richtig in Ordnung!“

Der Andreas musste lachen. So richtig vom Herzen. Dann hat er mich in den Arm genommen und lieb gedrückt. „So ist meine liebe Paula! Ja, bleib’ so wie du bist! Das wünsche ich mir für dich zum Geburtstag! Denn so mag ich dich!“

Jetzt bin ich sogar etwas rot geworden. „Ich habe ja Geburtstag!“, habe ich geschnattert. „Daran habe ich gar nicht gedacht! Schön, dass du daran denkst, lieber Andreas!“

„Na klar“, hat der Andreas gesagt, „vor ziemlich genau elf Jahren bist du das erste Mal in der Zeitung erschienen! Deshalb feiern wir deinen Geburtstag! Und zum Geburtstag sagt man auch das mit dem ,Hoch soll sie leben!‘ Das heißt einfach: Dir soll es gut gehen. Das wünscht man jemandem zum Geburtstag. Wenn man hochlebt, ist man oben. Da geht es einem gut. Deshalb sagt man ja auch Hochzeit. Wenn jemand heiratet, feiert man Hochzeit. Das heißt einfach: Das ist ein ganz hohes, also ein ganz wichtiges Fest!“

„Naja“, habe ich gemeint, „Hochzeit feiere ich jetzt noch nicht. Und bei deiner Hochzeit habe ich ja noch gar nicht gelebt.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „vielleicht hat das mit hochleben lassen auch mit den Gläsern zu tun. Man trinkt zum Geburtstag etwas zusammen. Und dann stößt man mit den Gläsern an. Dazu muss man sie hochheben.“

„Hm“, habe ich überlegt, „das ist aber komisch. Das habe ich mir schon oft gedacht: Warum stößt man mit den Gläsern an? Die könnten ja kaputt gehen.“

„Das stimmt schon“, hat der Andreas gemeint, „aber das ist ein alter Brauch. Der kommt aus der Ritterzeit. Damals hatte man nicht so viele Gläser oder Becher im Haus. Nur reiche Menschen hatten für alle Gäste immer jeweils ein eigenes Glas. Und das wollte man zeigen. Dazu hat man angestoßen. Damit das schön klappert und jeder es mitkriegt.“

„Ah, in Ordnung, stoßen wir dann jetzt auch auf meinen Geburtstag an? Vielleicht mit einem schönen Glas Wasser? Oder mit einer leckeren Tasse Tee?“

„Das können wir machen“, hat der Andreas gemeint, „obwohl die Menschen ja immer gerne auch mit etwas anderem anstoßen. Mit Alkohol. Aber der ist ungesund. Und Kinder trinken den gar nicht. Und Zeitungsenten auch nicht. Obwohl wir heute ja bei dir eine Schnapszahl feiern.“

Ich habe ihn wieder angeguckt wie ein Auto und gemeint: „Eine Schnapszahl? Aber du hast doch gerade selber gesagt: Zeitungsenten trinken keinen Alkohol. Und Schnaps ist doch Alkohol!“

„Ja“, hat der Andreas gesagt, „das stimmt schon. Aber trotzdem können Kinder und Zeitungsenten eine Schnapszahl feiern. Du feierst heute deine erste Schnapszahl. Das ist die elf. Die besteht aus zwei Einsern: 11. Und Zahlen mit gleichen Ziffern nennt man Schnapszahlen. Die 22, die 33, die 44, die 55, die 66 und so weiter.“

„Ah“, habe ich geschnattert, „dann trinken die älteren Doppelzahlfeirer immer einen Schnaps zum Geburtstag. Iiiiiih! Da will ich lieber gar nicht die älteren Geburtstage feiern!“

„Keine Angst“, hat mich der Andreas beruhigt. „Das musst du nicht. Schnapszahl ist nur so eine Redewendung. Vom Alkoholtrinken wird man doch besoffen. Da sieht man auch alles doppelt. Also auch Zahlen. Deshalb heißen solche Zahlen mit doppelten oder mehr gleichen Ziffern Schnapszahlen. Wir können aber auch etwas anderes auf dein Wohl trinken. Denn das Wort Schnaps kommt eigentlich vom Wort ,schnappen‘. Deshalb bedeutet das Wort Schnaps eigentlich: Man schnappt sich einen kleinen Schluck schnell in den Mund. So wie manche Erwachsene das mit dem scharfen Alkoholschnaps tun. Aber wir schnappen jetzt lieber einen Schluck Tee. Der passt nämlich besser zu deiner Geburtstagstorte.“

Und dann hat mir der Andreas aus der Küche eine wundervolle Geburtstagstorte geholt. Das war sogar die Schnapszahl darauf. Aber natürlich kein Schnaps drin. In meiner Teetasse auch nicht! Ich habe mich so gefreut, liebe Kinder! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Auf geheimer Mission im Hotel

Hoteltester arbeiten wie ein Detektiv – manchmal auch in der Badehose

Manche Detektive tragen bei der Arbeit Badeanzug oder Badehose. Nämlich dann, wenn sie als heimliche Tester in Hotels unterwegs sind. Solche Hoteltester dürfen sich aber nicht nur…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten