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Paula will keinem auf den Wecker gehen

05.10.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas watscheln. Er wollte mich zu einem Termin mitnehmen. Das mache ich ab und zu gerne. Dann kann ich dabei lernen, wie man als richtiger Reporter arbeitet. Natürlich muss ich dann pünktlich sein. Von seinem Haus aus kann ich die große Stadtkirche sehen. Das ist die Laurentiuskirche. An ihrem Turm sind oben dran Uhren befestigt. So kann man von jeder Seite sehen, wie spät es ist. Ich habe nach oben geguckt und mir gedacht: „He, das ist ja super. Da hast du ja noch ein paar Minuten Zeit, um zu deinen Entenkumpels an den Neckar zu gucken.“ Das ist nämlich gar nicht weit vom Haus vom Andreas entfernt. Also habe ich das gemacht. Es war ja sehr schön an diesem Tag.

Dann bin ich gemütlich zum Andreas gewatschelt. Ich habe geklingelt. Aber keiner hat aufgemacht. Ich habe eine Nachbarin vom Andreas getroffen. Die hat gesagt: „Hallo, Paula, suchst du den Andreas? Der ist vor ein paar Minuten losgefahren. Der hatte es richtig eilig.“

„So was“, habe ich ganz traurig gesagt, „der wollte mich doch mitnehmen. Das hat er bestimmt vergessen.“

Danach bin ich wieder losgewatschelt. In Richtung Redaktion. Unterwegs bin ich wieder an der Laurentiuskirche vorbeigekommen. Ich habe hoch geguckt und gemerkt, dass eine seiner Uhren falsch geht. Das war ausgerechnet die, die man vom Andreas aus sieht. „So ein Müll“, habe ich mir gedacht. „Deshalb hat er nicht auf mich gewartet. Ich war zu spät.“

Also bin ich weiter zur Redaktion. Da ist der Andreas dann auch nach eineinhalb Stunden angekommen. Er hat mich angelacht und gemeint: „Na, Paula, ist dein Wecker kaputt? Hast du deshalb verschlafen? Ich habe immer gedacht, die Enten stehen mit der Sonne auf!“

„Ha, ha, ha“, habe ich verärgert geschnattert, „das sagt ausgerechnet so eine Schlafmütze wie du zu mir! Ich war rechtzeitig wach. Aber die Uhr von der Kirche geht falsch.“

„Ach so. Das ist ja blöd. Da musst du dich mal beschweren. Da musst du den Kirchenmenschen mal richtig auf den Wecker gehen. Dann reparieren die das bestimmt wieder!“

„Was? Auf den Wecker gehen? Meinst du damit die Kirchturmuhr? Und da soll ich drauf gehen? Ich kann aber den Kirchturmwecker nicht reparieren“, habe ich geschnattert.

„Aber, Paula, das sagt man doch nur so. Damit meint man, dass man jemanden nervt. Vielleicht solltest du dir eine Uhr zulegen. Heute hat beinahe jeder eine Uhr. Und natürlich einen Wecker“, hat der Andreas gemeint.

„Heute?“, habe ich gefragt. „Erst heute? Und wie haben die Menschen das früher gemacht? Haben die dann immer verschlafen? Oder haben die gar keine Termine gehabt?“

„Das ist eine gute Überlegung, liebe Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „Vor langer, langer Zeit gab es noch keine Wecker. Die Menschen haben sich einfach von der Sonne wecken lassen. Oder vom Krach, den die Tiere gemacht haben, wenn die von der Sonne geweckt worden sind. Aber die Menschen haben da noch gar keine so genauen Termine ausgemacht. Sie hatten ja keine Uhren, die so richtig genau gegangen sind. Die haben zum Beispiel Sonnenuhren benützt. Die Sonne hat auf einen Stab gescheint, und je nachdem, wo sie stand, hat sie einen Schatten geworfen.“

Ich musste lachen: „Das ist ja toll! Und wenn’s geregnet hat, war die Uhr kaputt!“

„Das stimmt“, hat der Andreas gemeint. Und er hat weiter erklärt: „Richtige Uhren und Wecker wurden erst viel später wichtig. Da haben die Menschen die ersten Fabriken gebaut. Und da mussten die Arbeiter immer pünktlich sein, damit die Maschinen weiterlaufen. Die Menschen haben immer mehr Termine gehabt. Damit sie ihre Geschäfte erledigen können. Und so wurden die Uhren wichtig. Weißt du was, Paula? Ich schenke dir einen alten Wecker von meinem Sohn. Dann weißt du immer, wie spät es ist.“

Er hat mir dann einen Wecker gegeben. Und ich habe gemeint: „Das ist eine gute Idee! Wenn der Wecker mich weckt, komme ich in deinen Garten vor deinem Schlafzimmerfenster. Und dann fange ich ganz laut zu schnattern an. So wie die Tiere früher. Und du musst dann gleich aufstehen.“

„Oh je“, hat der Andreas gemeint, „du willst mir also auf den Wecker gehen?“

Und ich habe gemeint: „Tja, eigentlich nicht. Aber ab und zu morgens wäre das bestimmt lustig.“ Eure Paula

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