Paulas Nachrichten

Paula will keine Maulente sein

27.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal beim Andreas vorbeigewatschelt. Er saß am Computer. Er wollte von einem Termin berichten. Er hat mich begrüßt. Und dann hat er gleich losgeschnattert, äh, losgelabert: „He, Paula, gut dass du kommst. Ich muss noch kurz telefonieren. Dann kann ich erst losschreiben. Und ich habe meinen Schreibblock im Auto vergessen. Kannst du mir den solange holen?“

Ich war gerade ein bisschen müde vom Herwatscheln. Deshalb wollte ich nicht gleich wieder die Treppen runter zum Parkplatz. Ich habe gemeint: „Äh, muss das sein? Nur weil du das vergessen hast? Mann! Ich bin doch nicht deine Lasten-ente! Oder deine Botenente!“

Der Andreas hat mich ganz sauer angeguckt. Dann hat er gemeint: „Toll! Ich mache ja für dich auch manchmal etwas! Da bin ich auch nicht gleich grätig. Na ja, zumindest nicht immer. Aber gut, dann mache ich das eben selbst!“

Mir hat das dann leid getan. Der Andreas macht auch oft mal was für mich. Also habe ich lieber gesagt: „Hast ja recht! Lass nur! Ich watschele für dich!“

Ich habe dann einen Block geholt und habe den dem Andreas gebracht. Er hat sich kurz und knapp bedankt. „Danke“, hat er nur gesagt. Dann hat er mich aber lieb in den Arm genommen und gemeint: „Lastenente! Botenente! Pah! Du solltest mal nach Santorin. Und dann solltest du dir mal die Esel dort angucken. Wenn du so ein Eselein wärst, Paula. Dann würdest du nicht nur meinen Schreibblock tragen. Dann würdest du mich zu meinem Schreibblock runtertragen und wieder hoch!“

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. Dann habe ich geschnattert: „Was? Dich tragen? Das soll wohl ein Witz sein! Dazu bin ich doch viel zu klein und schwach. Dann gehe doch wieder zu deiner Tante Irene und lasse dich dort von Eseln tragen!“

Jetzt hat der Andreas geguckt wie ein Auto. Sogar wie ein ganz großes Auto hat er geguckt. Dann hat er plötzlich ganz laut losgelacht. „Du bist echt supersüß, Paula. Tante Irene! Ich habe doch keine Tante Irene. Ich war in Santorin im Urlaub. Das ist eine Insel in Griechenland. Aber du liegst mit der Irene nicht ganz falsch. Von der heiligen Irene hat die Insel ihren Namen. Für die hat man nämlich in der Ritterzeit eine Kirche auf der Insel gebaut. Und italienische Seefahrer haben die Insel nach ihr benannt. Denn heilige Irene heißt auf Italienisch ,Santa Irini‘.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „jetzt habe ich schon gedacht: Auf der Insel gibt es einen Esel, der Irene heißt. Und . . .“

Der Andreas hat jetzt ganz arg den Kopf geschüttelt und mich unterbrochen: „Oh, Paula! Da gibt es wahrscheinlich sogar einen Esel, der Irene heißt. Aber ich habe ihn nicht getroffen. Auf der Insel gibt es nämlich sehr viele Esel. Das ist nämlich eine Vulkaninsel und . . .“

Jetzt habe ich den Andreas gleich ganz aufgeregt unterbrochen und losgeschnattert: „Eine Vulkaninsel? Was? Und da gibt es ganz viele Esel? Klar, wahrscheinlich will dort kein Mensch wohnen. Das ist ja auch viel zu gefährlich, so ein Vulkan. Da wohnen dann eben ganz viele Esel dort. Ja, und, äh, die Esel, und dann, äh, du halt . . .“

Zuerst hatte ich Angst. Der Andreas war aber gar nicht beleidigt. Er hat gelächelt und mich in den Arm genommen. Und dann hat er mir erklärt: „Also, dann pass’ mal auf, schlaue Ente. Santorin ist eine wunderschöne Insel. Sie ist eigentlich der Kraterrand von einem sehr großen Vulkan. Der ist aber vor sehr, sehr langer Zeit schon ausgebrochen. Das war sogar noch lange vor den alten Griechen, von denen wir oft die Wörter klauen. Nachher haben sich Menschen dort wieder angesiedelt auf der wunderschönen Insel. Viele Menschen kommen mit dem Schiff dort an. Dann müssen sie auf der einen Seite der Insel erst einmal zu den Dörfern am Kraterrand hinauf. Deshalb gibt es dort Esel. Die transportieren die Gäste. Und auch sonst gibt es viele Esel und Maultiere dort als Transportmittel. Denn für eine so kleine Insel gibt es sehr viele Berge und Hügel dort.“

Jetzt habe ich den Andreas wieder komisch angeguckt. Das eine Wort habe ich nicht gekannt. Ich habe geschnattert: „Maultiere? Was sind das für Viecher? Maulen die immer, wenn sie jemanden tragen müssen? Die haben recht. Das kann ich verstehen.“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Ah, dann wärst du also eine Maulente. Weil du mich nicht tragen willst. Nein, nein. Der Vater von einem Maultier ist ein Esel und die Mutter ist ein Pferd. Und das Wort Maultier kommt vom Römerwort ,Mulus‘. Das sind auch Lasttiere wie die Esel.“

Der Andreas hat mir dann am Computer ein Bild von der schönen Insel und ein paar solcher Lasttiere gezeigt. „Ah ja“, habe ich gesagt, „und auf so einem Esel geritten?“

„Nein“, hat der Andreas gemeint, „das mache ich nicht. Die Esel müssen nämlich oft auch sehr schwere Menschen tragen. Und das sehr oft am Tag, Und dann ist es dort sehr heiß. Das quält viele Esel.“

„Das ist ja gemein“, habe ich gesagt, „hilft denn dort keiner den Eseln?“

„Doch“, hat der Andreas mich beruhigt, „da gibt es auch Tierschützer. Die kämpfen für die Esel. Und dann gibt es dort sogar eine liebe Frau, die alte und schwache Esel auf ihren Bauernhof holt. Die dürfen dann dort gemütlich und in Würde alt werden.“

Das find ich lieb. Ich möchte aber trotzdem keine Maulente sein. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Was unsere Gefühle steuert

Chemische Stoffe in unserem Körper spielen eine große Rolle

Immer glücklich, munter und gut drauf sein. Das wünscht sich doch jeder. Wie wir uns fühlen, wird vor allem durch Abläufe in unserem Gehirn gesteuert. Dabei spielen zwei chemische Stoffe eine…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten