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Paula will keine Cents enten

02.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wieso gab es früher                         Pfennig- und Markstücke?

Hallo, liebe Kinder,

ihr wisst doch: Mein Quiz macht mir immer sehr viel Spaß. Die Fragen für euch lasse ich mir immer zusammen mit meinem Freund, dem Reporter Andreas, einfallen. Manchmal hat er eine Idee, manchmal ich. Letzte Woche haben wir euch nach dem Spiel „Pfennigfuchsen“ gefragt. Das war eine Idee vom Andreas. Denn ich habe das Wort nicht gekannt.

Ich habe zum Andreas gesagt: „Duuuu, das Spiel spielt man doch mit kleinen Münzen. Aber die heißen doch Cent. Du weißt doch: 100 Cents sind ein Euro!“

Der Andreas hat ein bisschen genervt die Augen verdreht und gemeint: „Du bist ja echt eine Schlaumeier-Ente! Das weiß ich auch! Ich kenne unser Geld!“

„Ja, toll“, habe ich auch ein bisschen genervt geantwortet. „Und warum heißt es dann Pfennigfuchsen und nicht Centfuchsen? Was soll das überhaupt mit dem Fuchs? Spielen die Füchse mit Geld? Ah, oder haben die Füchse eigenes Geld und das heißt Pfennig?“

Jetzt hat der Andreas mich ganz groß angeguckt. Wie ein Auto. Dann hat er losgelacht. Er hat richtig losgeprustet und versucht zu sagen: „Genau, Paula! Du bist super! Füchse mit eigenem Geld. Und Enten wahrscheinlich auch noch. Würdest du dann Cententen spielen?“

„Lach nur“, habe ich beleidigt gesagt.

„Na, komm’“, hat der Andreas geantwortet. „Das war doch nur Spaß. Ich erkläre dir das. Früher gab es in Deutschland anderes Geld. Statt dem Euro gab es die Mark. Und statt dem Cent eben den Pfennig. 100 Pfennige waren eine Mark. Das war noch bis vor 18 Jahren so. Guck mal, so sahen die aus!“

Der Andreas hat mir dann alte Münzen gezeigt. Die kannte ich echt nicht.

Dann habe ich weiter überlegt: „Ah ja, deshalb hieß das Spiel Pfennigfuchsen und nicht Centfuchsen. Und was ist jetzt mit den Füchsen?“

„Gar nichts“, hat der Andreas geantwortet, „Das Wort ,fuchsen‘ hat mit dem Tier nicht zu tun. Das ist ein altes Wort für ,plagen‘. Heute fuchst einen auch etwas, wenn etwas einen ärgert. Na ja, auf jeden Fall sagt man deshalb zu einem geizigen Menschen auch heute noch manchmal Pfennigfuchser. Der plagt eben andere für ein paar Pfennige. Damit er ein bisschen mehr Geld hat.“

„Ach“, habe ich überlegt, „das ist ja aber komisch. Denn bei unserem Spiel schmeißt man das Geld ja weg und spart es nicht ganz geizig.“

Der Andreas musste lachen: „Ja, aber man kann das Spiel so spielen: Der Gewinner kriegt die Münzen von dem anderen. Dann passt das wieder zum Fuchsen“, hat er gesagt.

Das habe ich verstanden. Aber ich habe nicht verstanden, warum man heute die Pfennige nicht mehr benützt. Ich habe gesagt: „Hm, und dann hat man ganz viel Pfennigfuchsen gespielt und dann waren dadurch plötzlich alle Pfennige weg? Oder warum benützt man die nicht mehr?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt. „Das war anders, Paula. Jedes europäische Land hat sein eigenes Geld gehabt. In Österreich gab es zum Beispiel den Schilling. Auf Reisen hat man das Geld immer umtauschen müssen. Und bei Geschäften mit Firmen aus anderen Ländern auch. Deshalb wollte man ein Geld für viele europäische Länder. Das macht vieles einfacher.“

„Na gut“, habe ich gemeint, „dann können wir ja wirklich das Spiel in Erinnerung an das alte deutsche Geld Pfennigfuchsen nennen – und trotzdem Cent-enten, äh, Centfuchsen.“ Eure Paula

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