Paulas Nachrichten

Paula will kein Falschgeld haben

30.04.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Ich war ganz schön müde. Denn ich war schon eine ganze Weile durch die Stadt gewatschelt.

Der Andreas hat gerade viele Sachen aus der Garage in den Garten geräumt. Viele Töpfe und andere Sachen für den Frühling hat er nach oben gebracht.

„Hallo“, habe ich zum Andreas gesagt. Aber der ist gleich an mir vorbeigestürmt und hat mich sogar ein bisschen gerempelt.

„He, Paula, steh da nicht rum wie Falschgeld. Hilf lieber mal beim Hochtragen“, hat er gerufen.

Ich fand das blöd. Und ich habe ihn gleich angeschnattert: „Falschgeld? Was soll denn eine Zeitungsente mit Falschgeld zu tun haben? Mein Gefieder ist doch nicht mit Geldscheinen bedruckt. Auf mir sieht man doch nur Zeitung!“

Der Andreas hat jetzt erst einmal einen schweren Topf auf den Boden gestellt und gelächelt. Und er hat gesagt: „Aber Paula, das sagt man doch nur so. Damit meint man, dass jemand irgendwie unpassend in der Gegend rumsteht.“

Ich habe ihm erklärt: „Ich bin durch die ganze Stadt gewatschelt. Und es ist richtig warm. Das macht mich ein bisschen müde.“

Jetzt war der Andreas wieder richtig lieb zu mir. Er hat mich in den Arm genommen und gesagt: „Also gut, dann schenke ich dir erst einmal ein richtig schönes Glas Wasser ein. Du kannst dich ja mal so lange auf das Sofa setzen und dich ausruhen.“

Das hat mir gut gefallen. Ich habe ganz laut geseufzt und mich auf das Sofa fallen lassen.

Der Andreas ging in die Küche. Auf dem Tisch beim Sofa lag eine komische Tüte herum. Ich bin ja eine neugierige Zeitungsente. Ich habe sie mir mal angeschaut. Da waren lauter kleine, bunte Papierschnipsel drin. Die Schnipsel waren blau, weiß, grün, gelb oder auch rot. Irgendwie haben die mich an Geld erinnert.

Als der Andreas mit dem Wasser kam, habe ich auf die Tüte gezeigt und ihn gleich so richtig empört gefragt: „Bist du deshalb auf Falschgeld gekommen? Bastelst du dir aus diesen kleinen Schnipseln dein Falschgeld zusammen?“

Der Andreas hat ganz lässig gelächelt und gemeint: „Klar, Paula. Du kannst mir ja helfen, das ist wie ein Puzzle.“

Dann hat er die Tüte aufgemacht und die Schnipsel auf den Tisch geleert.

Ich habe mich fürchterlich aufgeregt und ganz laut losgeschnattert: „Das darf man doch nicht! Dafür kommst du ins Gefängnis! Das hätte ich nie von dir gedacht!“

Der Andreas hat mir dann auf die Schulter geklopft.

„Beruhige dich, Paula“, hat er ganz lieb und leise gesagt. „Das ist kein Falschgeld. Das ist echtes Geld.“

Das fand ich noch viel verrückter. „Wer macht denn so etwas? Wer zerschneidet denn einfach Geld?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat einfach weiter gelächelt und gemeint: „Wer das macht? Das ist doch klar, Paula. Das macht die Bank!“

Das konnte ich gar nicht glauben. „He, du willst mich doch wirklich nur veräppeln, oder? Eine Bank passt doch auf das Geld auf und macht es nicht kaputt.“

Jetzt hat der Andreas aufgehört zu lächeln. „Also gut“, hat er gesagt, „ich erkläre dir das, meine liebe Paula: In Deutschland gibt es die Bundesbank. Das ist die einzige Bank, die neue Geldscheine ausgeben darf. Die schnappt sich auch kaputte oder dreckige Geldscheine und ersetzt sie durch neue. Die alten behält sie dann und macht sie kaputt. Die werden in ganz kleine Teile geschnitten. Die kann man dann nicht mehr zu ganzen Scheinen zusammensetzen. Die sind nämlich viel zu klein dazu.“

„So, und was passiert mit dem Falschgeld?“, wollte ich wissen.

„Das wird auch zerschnitten. Aber erst wird das Falschgeld eine Weile aufgehoben. Wenn man die Falschgeld-Verbrecher verhaftet hat, kann man ihnen damit ihre Verbrechen beweisen“, hat mir der Andreas erklärt.

Das fand ich sehr interessant. Aber natürlich hatte ich noch eine Frage: „Und wo hast du dann die Geldschnipsel her? Du arbeitest doch nicht bei der Bundesbank? Oder?“

„Natürlich nicht, ich bin immer noch Redakteur. Vor Kurzem hatte ich einen Mann von der Bundesbank zu Gast. Der hat Kindern etwas über Falschgeld erzählt. Und er hat ihnen die Tüten mit den Geldschnipseln mitgebracht. Da habe ich gleich mal eine für dich mitgenommen. Mir war klar: Die Paula als neugierige Zeitungsente findet das bestimmt interessant.“

Da hatte der Andreas recht. Und wisst ihr was? Ich habe die kleinen Schnipsel alle eingesammelt. Ich wollte sie doch wieder zu Scheinen zusammensetzen, als der Andreas weg war. Schließlich war es ja kein Falschgeld. Aber der Andreas hatte auch da recht. Es hat nicht geklappt. Na ja, was soll’s, liebe Kinder? Schließlich gibt es im Leben viel wichtigere Dinge als Geld. Habe ich nicht recht? Eure Paula

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