Paulas Nachrichten

Paula will ihren eigenen Frühlingsanfang

24.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich am Dienstag zum Andreas gewatschelt. Da sollte nämlich der Frühling anfangen. Das habe ich in der Zeitung gelesen. Aber es war so richtig kalt am Morgen! Brrrrrrrr! Deshalb habe ich bis zum Nachmittag gewartet. Aber da hat es auch noch geschneit!

Also habe ich mir wieder meine Mütze auf mein rundes Entenköpflein gesetzt und meinen Schal angezogen. Am Frühlingsanfang! Und dann bin ich losgewatschelt.

In der Redaktion beim Andreas war es richtig schön warm. Der Andreas hat mich begrüßt und gemeint: „Na, Paula, hast du einen feinen Winterspaziergang gemacht?“

„Winter?“, habe ich geschnattert, „Genau: Winter! Dabei sollte doch heute Frühling sein. Das ist doch in deiner Zeitung gestanden. Haben die gelogen oder was? Das ist doch kein Frühling!“

„He“, hat der Andreas gemeint, „jetzt beruhige dich mal! Gelogen haben meine Kollegen nicht!“

„Ach“, habe ich geantwortet, „und was soll das dann mit dem Schnee? Frühling hat was mit Wärme zu tun! Mit Blumen! Mit Sonne! Blauem Himmel! Mit leckerem Eis! Mit . . . äh . . . aber nicht mit Schnee und Kälte und so!“

„Ist ja schon gut, Paula“, hat mich der Andreas beruhigt, „du hast natürlich recht. Und auch wieder nicht! Und meine Kollegen von der Zeitung haben recht – und auch wieder nicht!“

„Wie jetzt?“, habe ich gesagt und geguckt wie ein großes Auto. „Wer hat jetzt recht?“

„Liebe Paula, das mit dem Frühling ist gar nicht so einfach. Ich erkläre dir das mal“, hat der Andreas gesagt.

„Also, eigentlich gibt es drei verschiedene Frühlingsanfänge. Deshalb können die einen und die anderen recht haben. Heute ist nur einer davon. Heute ist der astronomische Frühlingsanfang.“

„Astrodingsisch?“, habe ich geschnattert, „das hat doch was mit den Sternen zu tun. Sind die schuld an der Kälte?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gemeint. „Die Astronomie ist nicht nur die Wissenschaft von den Sternen. Sie ist die Wissenschaft von allen Gestirnen. Also auch von der Sonne. Und der astronomische Frühlingsanfang hat mit der Sonne zu tun. Unsere Erde dreht sich. Und die Achse von der Erde steht dabei schräg. Da kann also die Sonne nicht überall gleich lang hinscheinen. Deshalb sind die Tage und Nächte immer verschieden lang. Im Sommer sind die Tage länger, im Winter sind die Nächte länger. Am 20. März ist der Tag und die Nacht immer gleich lang. Genau zwölf Stunden. Deshalb ist da immer der astronomische Frühlingsanfang. Da muss es natürlich nicht unbedingt schön und warm sein.“

„Ah, das ist ja blöd. Und die anderen Frühlingsanfänge? Sind die schlauer?“

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet, „es gibt da noch den meteorologischen Frühlingsanfang.“

„Meteo-was?“, habe ich geschnattert. „Kommt dann noch zur Feier des Tages ein Meteor auf meinen Kopf geflogen? So ein komisches Sternendings aus dem Weltall? Das würde mir noch fehlen zu so einem verschneiten Frühlingstag!“

Der Andreas musste lachen. „Nein, da brauchst du keine Angst haben, Paula. Das hat mit einem Meteor nichts zu tun. Aber, na ja, warte mal. Die Namen haben schon miteinander etwas zu tun. Also ,Meteor‘ ist ein Wort von den alten Griechen. Das heißt eigentlich einfach ,in der Luft schwebend‘. So ein Meteor schwebt ja am Himmel durch die Luft. Und die Meteorologie ist eine Wissenschaft. Die schaut auch in den Himmel. Dabei wird auch das Wetter beobachtet. Man schreibt auf, wie es in den verschiedenen Monaten so im Normalfall ist. So hat man dann das Jahr in Sommer, Herbst, Winter und eben Frühling eingeteilt. Jede Jahreszeit ist drei Monate lang. Demnach beginnt der Frühling schon am 1. März. Da muss aber auch kein schönes Wetter sein.“

„Ach“, habe ich gemeint, „das ist ja alles blöd. Der Frühling hat doch aber was mit dem Wetter zu tun!“

„Ja, das stimmt ja schon“, hat mir der Andreas Recht gegeben. „Aber es gibt ja wenigstens noch den phänologischen Frühlingsbeginn.“

„Wie? Hat der dann richtige Fans? Dann ist das bestimmt der richtige Frühlingsanfang!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Na ja, das Wort ,Phäno‘ kommt auch von den alten Griechen und heißt eigentlich ,Erscheinungen‘. Es geht um Erscheinungen in der Natur. Zum Beispiel, wenn die Pflanzen blühen. Die Schneeglöckchen blühen zum Vorfrühlingsbeginn. Und wenn die Apfelbäume blühen, ist richtiger Frühling. Solche Frühlingserscheinungen gibt es zwischen März und Mai.“

„Pah“, habe ich gemeint, „dann gibt es jetzt ab sofort noch eine andere Erscheinung: Den paulalogischen Frühlingsbeginn. Das ist, wenn ich in der warmen Sonne draußen sitzen und ein Eis essen kann.“ Eure Paula

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