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Paulas Nachrichten

Paula will ihre Rennente trainieren

17.05.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor ein paar Tagen habe ich den Andreas in der Stadt getroffen. Er hat ein kleines gelbes Heft in der Hand gehabt. Er hat es mir gleich vor meine runden Entenäuglein gehoben. Darauf war eine lustige gelbe Quietscheente zu sehen. Ich habe gesagt: „Oh, die ist aber süß! Gehst du mit der in die Badewanne?“

Jetzt hat er beinahe geschnattert wie eine Ente – so wie ich das immer mache, wenn er mich mal ärgert: „Quietscheente? In die Badewanne? Das ist doch eine Rennente! Und meine Rennente wird einen tollen Preis für mich gewinnen!“

Das habe ich jetzt wieder nicht verstanden. Er hat ja nur einen Zettel mit einem Bild in der Hand gehabt. Und keine Quietscheente oder Rennente oder so. Der Andreas hat meine Fragen in meinen Augen gesehen. Deshalb hat er gesagt: „Na gut, Paula. Das ist nur ein Bild von einer Rennente. Da hast du ja Recht. Aber auf diesem Heft steht die Nummer meiner Rennente. Die habe ich mir gekauft. Und die startet beim Entenrennen am Samstag im Neckar beim Ruderclub für mich. Die gewinnt bestimmt. Und dann bekomme ich einen tollen Preis!“

Das hat sich gar nicht schlecht angehört. Ich habe gesagt: „ Du hast dir eine Ente gekauft? Hast du da nicht selber eine Quietscheente mitbringen können und starten lassen können?“

Der Andreas hat geantwortet: „Nein, Paula. Die Rennenten sind schon etwas Besonderes. Das sind keine normale Quietscheenten für die Badewanne. Die haben unten dran ein Gewicht. Dann schwimmen sie besser! Außerdem bezahle ich gerne etwas dafür. Die Veranstalter von dem Rennen sind zwei Vereine. Das eingenommene Geld sammeln sie. Und dann spenden sie das. Sie geben das meiste für Projekte, die gut für Kinder und Jugendliche sind.“

Das hat mir auch gut gefallen. Trotzdem ist mir eine Frage dazu eingefallen: „Aber du willst ja einen Preis gewinnen… Dann müssen die das Geld doch auch noch für Gewinne ausgeben. Dann haben die gar nicht so viel für die Kinder und Jugendlichen.“

„Das hast du dir gut überlegt“, hat der Andreas gesagt, „aber ich kann dich beruhigen. Die Preise bekommen die auch von Firmen und Geschäften gespendet. Da müssen die kein Geld dafür ausgeben.“

Ich habe gemeint: „Das finde ich richtig gut. Du…“

Der Andreas hat gelacht und mich angeschaut: „Aha, ich errate deine Gedanken. Du würdest gerne auch eine Rennente ins Rennen schicken.“

„Stimmt“, habe ich gesagt. Darum ist der Andreas mit mir zu dem Stand mit den Rennenten gegangen und er hat mir eine geschenkt. Ich habe meine Quietsche- und Rennente ganz lieb angeschaut und zu ihr gesagt: „So, jetzt ruhst du dich die ganze Woche aus. Schwimme bloß nicht herum! Dann bist du am Samstag richtig fit!“

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt und gemeint: „Das ist keine gute Idee! Wenn man die ganze Zeit bloß rumliegt und sich ausruht, wird man schlapp. Dann hat man keine richtigen Muskeln mehr und weiß auch gar nicht, wie man sich bewegt. Das muss man üben! Du solltest deine Ente also lieber etwas trainieren lassen!“

Das Wort fand ich komisch: „Dreh’ ihr lassen? Das ist doch kein richtiger Satz. Und auch kein richtiges Wort. Ich soll sie drehen? Was heißt denn das?“

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt: „Nichts mit drehen, Paula. Das Wort heißt trainieren. Das kommt vom englischen Wort train. Und das heißt nicht nur Zug, sondern auch „erziehen“ oder „schulen“. Die Engländer mögen Pferde sehr gern. Deshalb haben die früher mit dem Wort Training die Schulung und Erziehung ihrer Pferde gemeint. Jetzt aber meint man mit Trainieren jede Schulung, jede Übung – von Sportlern zum Beispiel. Man bewegt sich. Dadurch werden die Muskeln und so gereizt. Und dadurch wachsen die. Man schult und trainiert aber genauso bestimmte Bewegungen. Die braucht man ja für den Sport. Wenn man etwas können will, muss man es üben. Das ist das Training!“

Das habe ich verstanden. Ich habe gesagt: „Gut, dann gehe ich mit meiner Ente trainieren! Dann soll die die ganze Woche schwimmen, schwimmen, schwimmen.“

„Oh, Paula“, hat der Andreas gemeint, „das ist auch nichts. Deine Ente soll natürlich auch nicht zu viel trainieren. Sonst ist sie ja nur fertig und müde. Du musst genau die richtige Mischung finden!“

Auch das habe ich verstanden. Und ich habe so ein Training mit meiner Ente gemacht. Aber wenn sie nicht gewinnt, ist es auch nicht so schlimm. Hauptsache ist, es kommt Geld für die Kinder und Jugendlichen rein.

Und toll ist es auch, wenn wir alle beim Entenrennen Spaß haben. Ich freue mich schon auf die vielen gelben Enten auf dem Neckar. Heute um 14 Uhr geht’s los beim Ruderclub. Ihr könnt euch übrigens auch noch eine Rennente kaufen. Heute ab 9 Uhr auf dem Markt in der Stadt und unten am Ruderclub! Viel Spaß! Eure Paula

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