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Paulas Nachrichten

Paula will gerne Gitarre spielen lernen

08.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

in dieser Woche war ich eine richtige Journalistin: Ich war so richtig neugierig! Wenn ich nämlich manchmal zum Andreas ins Haus komme, hört man ganz seltsame Geräusche. Er ist dann in seinem Arbeitszimmer und die Tür ist zu. Das klingt ganz komisch.

Manchmal hört es sich an, als hätte er schrecklichen Hunger. Und manchmal hört es sich an, als wäre er im Fußballstadion und würde auf den Schiedsrichter schimpfen. Manchmal aber ist es auch ganz schön, was da durch die Türe kommt. Das hört sich toll an. Ganz sanft und lieb, als würde ein Vögelchen singen.

Diesmal hörte es sich aber eher an, als würden ein Hund und eine Katze miteinander streiten. Wie gesagt: Ich war neugierig. Ja, ja, ich bin ein alter Angsthase! Aber mir konnte nichts passieren, die Tür war ja zu. Also habe ich mal durchs Schlüsselloch geguckt.

Aha, dachte ich mir, dem gehts eigentlich ganz gut. Zumindest sieht es so aus. Er hatte so ein großes Holzteil auf dem Schoß, an dem hat er rumgemacht. Das Ding habe ich schon ab und zu bei ihm rumstehen sehen. Also habe ich gleich mal angeklopft und bin reingewatschelt. Der Andreas hat sich gefreut.

Hallo Paula, hat er gesagt, schön, dass du kommst! Ich spiele gerne vor Publikum!

Ja, ja, habe ich gesagt, dann höre doch mal mit dem Krach auf, dann können wir wirklich zusammen was spielen!

Aber Paula, hat er gemeint, ich spiele doch schon! Ich spiele auf meiner Gitarre und ich singe dazu!

Git-was? Das Ding aus Holz? Heißt das Gitarre weil da so Schnüre gespannt sind, die wie ein Gitter aussehen?

Nein, nein Paula, natürlich nicht, hat er geantwortet. Das Wort Gitarre kommt aus dem Griechischen. Da heißt es Kithara. Das Holzding ist ein Musikinstrument, Paula! Und die Schnüre sind keine Schnüre, sondern Saiten.

Was, habe ich gesagt, diese drahtigen Dinger isst du mit Linsen und Spätzle zusammen?

Aber nein, Paula, hat der Andreas schallend gelacht. Das sind keine Saitenwürstchen, sondern Gitarrensaiten. Wenn man an denen zupft schau mal, so! , dann fangen die an zu schwingen. Und die Schwingungen gehen in das Loch da rein, ins Schallloch, und werden verstärkt. Dann kann man sie hören.

Und warum drückst du da immer da oben auf dem Brett rum?, habe ich den Andreas gefragt.

Schau, hat er mir erklärt, je weiter vorne ich auf dem Gitarrenhals, so heißt das Brett, drücke, desto höher werden die Töne.

Das fand ich nicht schlecht. Kannst du da auch richtig schön mit spielen?, habe ich ihn gefragt. Oder kannst du da nur so laut Krach machen?

Weißt du, Paula, man kann mit einer Gitarre ganz verschiedene Arten von Musik machen, hat der Andreas erklärt. Zum Beispiel Rockmusik. Die mag ich ganz arg. Aber das ist das, was du als Krach bezeichnest. Und man kann auch ganz leise und sanft spielen siehst du, so!

Das hat sich schön angehört. Der Andreas hat eine tolle Melodie gespielt. Die war mal fröhlich und mal traurig. Da habe ich gleich beschlossen: Ich will auch Gitarre spielen lernen. Dem Andreas habe ich erstmal nichts davon gesagt. Aber er kann ja in meinen großen Entenaugen lesen wie in einem offenen Buch, wie er immer behauptet.

Deshalb hat er, ohne dass ich ihn gefragt habe, gesagt: Klar, Paula! Du darfst auch mal mit meiner Gitarre spielen. Du musst nur vorsichtig sein und sie nicht umschmeißen. Die ist empfindlich! Und du musst aufpassen, dass du nicht ins Schallloch fällst.

Das war natürlich wieder einer seiner komischen Witze. Ich musste nicht so richtig lachen.

Aber als er mir gesagt hat, dass er mir mal irgendwann das Gitarrespielen beibringt, musste ich strahlen. Denn ich habe mich riesig gefreut. Er hat mir nämlich schon erklärt, dass viele Dinge viel einfacher gehen, wenn man sie sich erklären und zeigen lässt. Man muss nur etwas Geduld dazu haben. Und dann fleißig üben. Das klappt bei mir nicht immer. Aber ich strenge mich an! Und wie ist das bei euch, liebe Kinder? Eure Paula

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