Paulas Nachrichten

Paula will gar nicht auf dem Besen fliegen

29.04.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas nach Hause gewatschelt. Seine Frau hat gerade im Garten vor dem Haus gearbeitet. Der Andreas war weit und breit nicht zu sehen.

Ich habe sie gefragt: „Kann ich dir helfen? Was kann ich denn machen?“

Sie hat sich sehr darüber gefreut und gemeint: „Das ist aber lieb von dir, Paula! Schau mal, da habe ich ein bisschen Unkraut hingeworfen. Kannst du das bitte mit dem Besen zusammenfegen?“

Das war eine schöne Aufgabe. Ich habe geantwortet: „Gerne! Paula ist eine Superfegerin! Das geht ruck, zuck!“

Ich habe gefegt. Dann ist der Andreas nach Hause gekommen. Er hat mich gesehen und gesagt: „Na, Paula? Bereitest du dich schon auf die Walpurgisnacht vor?“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. Denn ich habe ihn nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Was? Ein Wal ist da in der Nacht? Wie kommt der hierher? Ist der über den Neckar hergeschwommen? Dann lass uns gleich mal nach unten watscheln. Zur Brücke! Dann können wir ihn uns ansehen!“

Der Andreas hat mich noch größer als ein Auto angeschaut. Er hat mich angeschaut wie ein riesiger Lastwagen. Dann musste er lachen. Und er hat geantwortet: „Ein Wal? Im Neckar? Dann müssten wir wirklich runter und gleich ein Bild machen! Könntest du auf deinem Besen gleich mal runterfliegen? Das geht schneller! Und du könntest ein Bild für die Zeitung machen!“

Jetzt bin irgendwie ein bisschen grätig geworden. Denn das mit dem Reiten auf dem Besen kannte ich von irgendwoher. Und irgendwie hatte ich bei dem Gedanken kein gutes Gefühl. Plötzlich ist es mir eingefallen. Ich habe ganz sauer losgeschnattert: „Besen? Reiten? Das machen doch nur Hexen! Die kann ich überhaupt nicht leiden! Und ich bin schon mal gar keine Hexe! Du spinnst wohl!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er mir auf die Schulter geklopft. „Aber Paula, beruhige dich doch! Ich habe doch nur einen Spaß machen wollen! Weil du doch da so mit dem Besen rummachst!“, hat er gesagt.

„Ja“, habe ich dazwischen geschnattert, „ich wollte ja deiner armen Frau helfen! Du machst ja hier nix! Und dann ist man gleich eine Hexe! Das ist voll fies! Aber Hexen sind fies – die helfen bestimmt niemanden! Das Bild von dem Wal kannst du selber machen!“

Dann habe ich ihm den Besen vor die Füße hingeworfen und wollte wegwatscheln. Er hat immer noch gelacht und gesagt: „Ah, und jetzt bist du ein stolzer Ritter. Und du willst nicht mehr weiter gegen mich kämpfen. Du gibst auf. Als Zeichen dafür wirfst du mir deine Waffe vor die Füße. Und deine Waffe ist halt der Besen!“

Der Andreas wurde immer frecher. Ich habe geschnattert: „Pass nur auf! Ich kann dir mit meinem Besen auf den Hintern hauen! Von wegen aufgeben!“

Jetzt hat der Andreas ein bisschen aufgehört zu lachen. Er hat gemeint: „Also gut, Paula. Ich erkläre dir das. Hör mal zu! Also zu allererst: Hexen gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben. Das sind nur uralte doofe Märchen. Und in diesen Märchen konnten die Hexen auf Besen rumfliegen. In einer ganz bestimmten Nacht sind sie auf den Brocken geflogen.“

Ich habe wieder einmal dazwischen geschnattert: „Auf einen Brocken? Muss man da hochfliegen? So ein Brocken ist doch nur ein Stück Erde oder ein Stück Brot oder so!“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „Brocken heißt auch ein Berg im Harz. Das ist ein Gebirge mitten in Deutschland. Dort sind die in den Märchen einmal im Jahr zu einer Party hingeflogen. Tja, und diese Nacht ist die Walpurgisnacht. Die hat mit Walen nichts zu tun. Sondern mit der Walpurgis. Das ist eine Heilige der Christen. Die hat man in der Ritterzeit am 1. Mai heilig gesprochen. In der Nacht davor hat man früher für sie gebetet. Also wurde das zur Walpurgisnacht. Die ist ja jetzt bald wieder.“

„Ach“, habe ich gesagt, „aber warum haben die Märchenerfinder extra die Nacht von einer Heiligen zur Partynacht für die Hexen gemacht?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „in den Frühlingsnächten haben die früher oft Feuer angezündet. Mit denen wollten sie böse Geister vertreiben. Man hat da auch Maifeste im Freien gefeiert. Deshalb gibt es heute noch Feste mit Musik und Tanz in der Walpurgisnacht. Man tanzt dann in den Mai, sagt man. Denn der beginnt ja am nächsten Tag. Und manche spielen anderen in dieser Nacht auch noch lustige Streiche!“

„Streiche? Das ist aber eine gute Idee“, habe ich lächelnd zum Andreas gesagt. „Vielleicht fällt mir ja was für dich ein. Schließlich ärgerst du mich auch immer!“ Eure Paula

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